Hund abkühlen bei Hitze
: Nicht nur die Pfoten werden heiß

Hitze kann Hunden gefährlich werden, deshalb gilt an heißen Tagen: mehr Abkühlung, weniger Bewegung und Sport.
Von
Karin Ait Atmane
Esslingen
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Der Welpe Blue lässt sich von Birgit Gauland kutschieren.

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Wenn ein Hund überhitzt, gibt es deutliche Warnzeichen. „Man sieht das relativ gut“, sagt Lina Entenmann, Mitarbeiterin im Hundehaus des Esslinger Tierheims. Sie nennt „schon beinahe hysterisches Hecheln“, rote Augen und manchmal auch eine blaue Zunge als klare Signale, dass etwas für die Abkühlung getan werden muss. Allerdings dürfe man dann nicht zum Gartenschlauch greifen und den Hund kalt abspritzen – das könnte im schlimmsten Fall zum Herzstillstand führen. Stattdessen sollte man zunächst kühle Tücher auflegen und reichlich zu trinken geben – und es am besten gar nicht so weit kommen lassen, sondern vorbeugen. Im Tierheim sei es zum Glück in den meisten Gebäuden kühl, zudem stelle man bei großer Hitze einige Pools auf. „Da können sich die Hunde zwischendurch selbst abkühlen“, sagt Entenmann. Raus müssen die Vierbeiner natürlich trotzdem, die Spaziergänge werden aber verkürzt und führen dann auch oft ans Wasser, von dem das Tierheim auf der Neckarinsel ja umgeben ist.

Kurzschnauzige Rassen besonders gefährdet

Viele Hunde verhalten sich instinktiv der Temperatur angemessen. Es gibt aber Ausnahmen und Rassen, die auch in der größten Hitze aufdrehen, weiß die Tierpflegerin: „Die können dann schon irgendwann einen Hitzschlag bekommen.“ Letztlich ist es die Aufgabe der Hundehalter und -halterinnen, verantwortungsvoll zu handeln und ihre Schützlinge zu bremsen. „Einen entspannten Tag verbringen, ohne Stress“, so bringt Lina Entenmann das Programm für Hitzetage auf den Punkt.

Besonders gefährdet sind die kurzschnauzigen Rassen wie Möpse oder französische Bulldoggen, die aufgrund ihrer beengten Atemwege ohnehin häufig hecheln müssen. Auf sie solle man besonders achten, sagt Birgit Gauland, Vorsitzende und Trainerin der Plochinger Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde. In den Kursen wird das den Hundehaltern vermittelt, auch für andere Rassen.

Der Verein mit seinem Gelände im Plochinger Bruckenwasen bietet verschiedene Kurse und Trainings für alle Rassen und natürlich auch Mischlinge an. Agility ist die sportlichste Variante, „schon mit Dampf und Pfeffer“, erläutert die Vorsitzende. Dieses Angebot laufe aber ohnehin erst abends ab 18 Uhr. Wenn es um die Zeit noch mehr als 32 Grad habe, „sagt man die Gruppe ab“, erklärt Gauland. Und wenn Herrchen oder Frauchen sich selbst entscheiden, das Training lieber ausfallen zu lassen, haben sie keinen finanziellen Schaden. Denn für Vereinsmitglieder ist es ohnehin kostenlos, Externe haben eine Zehnerkarte.

Erziehungs-, Welpen- oder Begleithundekurse biete man dagegen auch bei hohen Temperaturen an, ebenso Rallye Obedience, eine Kombination aus Sport und Beschäftigung, die sich auch für Hunde mit Handicap eignet. „Diese Kurse kann man so gestalten und anpassen, dass man immer wieder Pause macht“, so Birgit Gauland. Das eigene Vereinsgelände bietet eine sehr schattige Fläche, außerdem werden bei Hitze Wassereimer aufgestellt. Trainiert werden dann die ruhigeren Kommandos wie „Sitz!“ und „Platz!“ – und manchmal fahren auch die Zweibeiner ihre Welpen im Schubkarren spazieren, eine gute Übung für Vertrauen und Gleichgewicht. Der Bruckenbach und der Neckar, jeweils nur ein paar Meter entfernt, laden zum Baden ein.

Eine originelle Variante für Sport mit Hunden an heißen Tagen bietet das Unternehmen „wannaSUP“ in Esslingen an: Stehpaddeln (SUP) mit Hund. Die Mensch-Hund-Teams steigen gemeinsam aufs Brett und gleiten übers Wasser. Dabei liegt die körperliche Aktivität vor allem beim Zweibeiner, und die Abkühlung ist immer in Reichweite. Während der eine Hund sich gemütlich chauffieren lässt und dabei einschläft, hat der andere seine Augen ganz auf den vorbeischwimmenden Schwan gerichtet. Sollte es auf dem Wasser zu heiß werden, können sich die Teams an flachen Stellen abkühlen.

Tipps für heiße Tage

Wasser und Schatten
Das Gassigehen und körperliche Aktivitäten mit dem Hund sollte man in die frühen Morgen- und die späten Abendstunden verlegen; und beim Spazierengehen daran denken, dass der Hund barfuß auf dem heißen Asphalt unterwegs ist – Wald- oder Graswege sind für ihn angenehmer. Zusätzliche Anstrengungen wie den Hund neben dem Fahrrad laufen oder einen Ball apportieren zu lassen, sollten vermieden werden. Stattdessen sollte man dem Hund ermöglichen, sich an Schattenplätzen und anderen kühlen Orten (zum Beispiel Fliesenböden) niederzulassen. Wichtig ist zudem, dem Tier reichlich Wasser zum Trinken anzubieten, wenn möglich auch Wasser zum Abkühlen wie einen Hunde-Pool oder einen Bach. Es gibt auch selbstkühlende Matten, Westen und Halstücher für Hunde.

Auto als Hitzefalle
Noch problematischer als die Bewegung im Freien kann die Fahrt im überhitzten Auto sein. Hunde gar im geparkten Auto sitzen zu lassen, ist bei Hitze absolut tabu, selbst wenn man im Schatten parkt, denn die Sonne wandert schnell. Hunde schwitzen nicht wie Menschen, sondern nur in geringem Umfang vor allem an den Pfoten. Das Abkühlen erfolgt bei ihnen in erster Linie durchs Hecheln.

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