Insolvenz von Sota in Leinfelden-Echterdingen
: Outdoorshop lässt etliche erboste Kunden zurück

Der Echterdinger Outdoorhändler Sota hatte zuletzt Probleme. Nun hat die kleine Firma Insolvenz angemeldet und scheint vor dem Aus zu stehen.
Von
Caroline Holowiecki
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Outdoor- und Survival-Ausrüstung aller Art gehörte zum Sota-Angebot.

dpa/Silas Stein

Sommer, Ferien, da zieht es viele ins Freie. Bei dem Outdoorhändler Sota mit Sitz in Echterdingen können sie sich jedoch nicht mehr eindecken. Das Geschäft scheint geschlossen, die Website ist heruntergefahren, bei Google Maps ist der Laden nicht mehr zu finden. Auch über den Onlineshop können keine Bestellungen aufgegeben werden, auf der Website wird über „betriebliche Umstrukturierungen“ informiert. Und weiter: „Wir danken euch für euer Verständnis und eure Geduld während dieser Übergangsphase.“

Von Verständnis kann allerdings bei einigen Kundinnen und Kunden wohl keine Rede sein. Viele sind erbost, wie mitunter verheerende Bewertungen bei Portalen wie Google oder Trustpilot zeigen. „Bestellt, bezahlt, nie erhalten“, schreibt jemand, ein Mann spricht von „Betrug mit System“. Eine weitere Person konstatiert: „Unseriös.“ Vielfach wird von Problemen mit Warenlieferungen, Rückzahlungen und der Kommunikation berichtet. Manche User kündigen an, Anwälte einschalten zu wollen.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft teilt auf Nachfrage lediglich mit, dass gegen ein Outdoorgeschäft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betrugs geführt werde, ohne aber irgendwelche Details zu nennen. Am 18. August wurden Sota-Kunden per Mail über die „Anmeldung unserer Insolvenz beim Gericht in Esslingen“ informiert. Beim Amtsgericht Esslingen wird bestätigt, dass am 15. August ein sogenannter Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingegangen sei.

Ungewöhnliches Warenangebot

Unsere Zeitung hat den Betreiber, einen 28-jährigen Mann aus Steinenbronn (Kreis Böblingen), und sein ungewöhnliches Warenangebot vom Biwaksack bis zur Armbrust erst im April vorgestellt. Damals berichtete der Outdoorfan von beliebten Survival-Kursen in seinem gepachteten Waldstück in Waldenbuch, von einer großen Szene Gleichgesinnter und sogar einer avisierten Vereinsgründung. Den Laden samt Onlineshop gebe es seit 2020, und auch auf die jüngste Anfrage unserer Zeitung hebt er in einer schriftlichen Stellungnahme hervor, „über 15 000 zufriedene Kunden in ganz Europa“ gewonnen zu haben, darunter Behörden, Gemeinden und staatlichen Stellen.

Wie es dennoch zu der aktuellen Misere kam, beschreibt er so: „Die hohe Nachfrage und das damit verbundene Wachstum waren für uns stets eine große Herausforderung, die wir bis vor Kurzem erfolgreich meistern konnten.“ Zuletzt habe sich aber durch „verschiedene unvorhersehbare Faktoren“ die Situation erheblich verschärft. Neben einer eigenen schweren Erkrankung führt der Betreiber die mangelnde Unterstützung der Banken, steigenden Warenpreise, die enorme Bürokratie und gefälschte Websites an. „Letztlich blieb uns leider keine andere Wahl, als den Schritt in die Insolvenz zu gehen“, teilt er mit. Die Situation bedauere er zutiefst. Sobald mehr Details zum Insolvenzverfahren vorlägen, werde man transparent über weitere Schritte informieren. Er betont: „Diese Situation ist für uns sehr schwer und äußerst unangenehm, da das, was wir in den letzten Jahren mit viel Einsatz, Liebe und Hingabe aufgebaut haben, nun leider vor dem Aus steht.“

StZ Kreis Esslingen
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Esslingen im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.