Klimaschutz in Esslingen
: Wo steht Esslingen auf dem Weg zur Klimaneutralität?

Weniger Treibhausgase, ein sinkender Energiebedarf und mehr Ökostrom: Reicht das für die Klimaneutralität in Esslingen? Der Klimarat ist skeptisch.
Von
Melanie Csernak
Esslingen
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Den Radverkehr zu fördern, ist eine Maßnahme der Stadt Esslingen, um CO2 einzusparen.

Roberto Bulgrin

Die Treibhausgasemissionen in Esslingen sinken, das zeigen die Zahlen der aktuellen CO2-Bilanz der Stadt. Doch während die Verwaltung sich auf einem guten Wege sieht, um im Jahr 2040 klimaneutral zu sein, zeigt sich der Esslinger Klimarat skeptischer. Die Stadt müsse deutlich mehr machen als bislang – und dabei ein zusätzliches Ziel anstreben, so die lokalen Klimaexperten.

Dabei ist der Trend in der aktuellen CO2-Bilanz für Esslingen positiv: Die Emissionen sinken stetig, ebenso der Energiebedarf, während die Leistung erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung steigt. So wurden im Jahr 2022 in Esslingen knapp 30 Prozent weniger CO2-Äquivalente ausgestoßen als im Referenzjahr 2007. Mit der Maßeinheit CO2-Äquivalent wird die Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase im Vergleich zu derjenigen von Kohlendioxid ausgedrückt.

Emissionen und Energiebedarf in Esslingen sinken

Lag der CO2-Ausstoß in Esslingen im Jahr 2007 witterungsbereinigt noch bei mehr als einer Million Tonnen, waren es 2022 noch rund 681 000 Tonnen. Pro Einwohner wurden 2022 rund sieben Tonnen CO2 ausgestoßen – das sind etwa 4,2 Tonnen weniger als im Jahr 2007. Gleichzeitig sank auch der Gesamtenergiebedarf in der Stadt, nämlich von mehr als 2,5 Gigawattstunden auf knapp über 2 Gigawattstunden – und das bei steigender Einwohnerzahl.

Die Leistung erneuerbarer Stromquellen hingegen nimmt nach Angaben der Stadt immer weiter zu: Kam man im Jahr 2015 noch auf 15,4 Megawatt Strom aus Wasserkraft, Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung zusammen, so war es 2023 mit 29,4 Megawatt fast das Doppelte. Zugelegt hat dabei vor allem die Photovoltaik, die mit gut 70 Prozent das Gros beim Strom aus erneuerbaren Energien ausmacht, gefolgt von der Kraft-Wärme-Kopplung mit rund 16 Prozent und der Wasserkraft mit rund 14 Prozent. Stromerzeugung aus Windkraft oder Biomasse spielt in Esslingen keine Rolle.

Stadt Esslingen hat ihr erstes Klimaschutzziel bereits erreicht

Ihr erstes Klimaschutzziel hat die Stadt Esslingen schon erreicht, indem sie zwischen den Jahren 2007 und 2020 insgesamt 25 Prozent CO2-Äquivalente eingespart hat. Laut den jüngsten Daten mit Stand 2022 befinde man sich aber noch nicht ganz auf dem berechneten Pfad zu Klimaneutralität bis 2040, räumt die Stadt ein. Allerdings heißt es in einer Präsentation für den Ausschuss für Mobilität und Klimaschutz: „Esslingen reduziert mit aller Kraft Treibhausgas-Emissionen und ist daher bis zum Jahr 2040 klimaneutral“.

Zwar lägen die CO2-Emissionen aus dem Jahr 2022 leicht über dem Wert, der als notwendig gilt, um die Klimaneutralität zu erreichen. Aber grundsätzlich seien die Maßnahmen des Integrierten Klimaschutzkonzepts (IKK) ausreichend, damit dieses Ziel erreicht werden könne. Man müsse allerdings intensiver daran arbeiten und die Vorhaben schneller umsetzen – zudem müssten vor allem die Potenziale zur Einsparung von Emissionen im Verkehr gehoben werden.

Esslinger Klimarat mahnt zu größeren Anstrengungen

Letzteres unterstützt der Esslinger Klimarat ausdrücklich: Im Verkehrssektor gebe es dringenden Handlungsbedarf. Denn hier seien die CO2-Ausstöße in den vergangenen 15 Jahren fast konstant geblieben. Allerdings reiche das nicht aus: Die Stadt müsse deutlich intensiver daran arbeiten, die Treibhausgas-Emissionen zu senken. Zudem reiche es nicht aus, den bisherigen Weg weiter zu gehen. Auf Grundlage von Berechnungen des Weltklimarats hat der örtliche Klimarat ermittelt, dass in Esslingen maximal noch 5,6 Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen werden dürfen. Um dieses Budget nicht zu sprengen, seien deutlich größere Anstrengungen notwendig als bisher.

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