Klinikum Esslingen
: Damit Kinder im Krankenhaus den schulischen Anschluss nicht verlieren

Im Klinikum Esslingen werden psychisch schwer kranke Kinder und Jugendliche während ihres Krankenhausaufenthalts unterrichtet. Jetzt wird die Klinikschule erweitert.
Von
Elke Hauptmann
Esslingen
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Hinter der sonnengelben Fassade befindet sich die Klinikschule.

Roberto Bulgrin

Immer mehr Heranwachsende leiden an psychischen Erkrankungen. Zunehmend sogar so schwer, dass eine stationäre Behandlung erforderlich ist. Etwa in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) des Klinikums Esslingen. Um den steigenden Bedarf zu decken, hat das städtische Krankenhaus beim baden-württembergischen Sozialministerium 14 zusätzliche Betten in der KJP beantragt – und jetzt genehmigt bekommen. Dieser Zuwachs ist auch eine Herausforderung für den Landkreis: „Es ist dringend nötig, dass wir kurzfristig zusätzlichen Schulraum im Klinikum schaffen“, betonte Landrat Marcel Musolf.

Kinder, die längere Zeit im Krankenhaus verbringen müssen, sollen möglichst wenig Schulstoff versäumen und den Anschluss an ihre Klasse im Heimatort nicht verlieren. Deshalb gibt es die Schule für Kranke, die dem Rohräckerschulzentrum, einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) des Kreises, zugeordnet ist. Derzeit werden im Klinikum Esslingen 60 bis 65 Schulplätze vorgehalten. Kinder und Jugendliche erhalten hier in kleinen Gruppen individuellen Unterricht in allen prüfungsrelevanten Fächern.

Raumnot prägte von Anfang an den Schulbetrieb. Die Zeit in Provisorien sollte eigentlich ein Ende haben, als im Jahr 2017 die Schule für Pflegeberufe des Klinikums (Haus 17) eigens um eine Etage aufgestockt wurde, um Platz für die Klinikschule zu schaffen. Hinter der knallgelben Fassade entstanden auf rund 840 Quadratmetern elf Klassenzimmer, ein Werkraum, eine Küche, ein Lehrerzimmer und Büros.

Doch das reicht längst nicht mehr aus. Von „äußerst beengten Verhältnissen“ berichtete Landrat Marcel Musolf jüngst dem Schulausschuss des Esslinger Kreistags. Der Multifunktions- und Lernmittelraum, ein sogenannter Differenzierungsraum und der Werkraum seien bereits in Klassenzimmer umgewidmet worden, teilweise würde sogar auf den Gängen unterrichtet. „Wenn die Psychiatrie nun mehr Betten bekommt, muss es auch mehr Schulplätze geben“, unterstrich Musolf. Für weitere 14 Schüler reichen die vorhandenen Flächen einfach nicht mehr aus.

Platz für weitere 20 bis 28 schulpflichtige Patienten

Der Landkreis als Träger der Schule und die Stadt als Eigentümerin des Klinikums wollen nun Abhilfe schaffen – im angrenzenden Gästehaus (Haus 18). Ein Wanddurchbruch auf gleicher Ebene könnte eine direkte Verbindung von alter und neuer Klinikschule schaffen. 130 Quadratmeter weitere Fläche würden durch den Rückbau von Appartements gewonnen. Entstehen sollen ein neuer Gruppenraum, drei Differenzierungsräume sowie ein Abstell- und Lehrmittelraum.

Das Klinikum Esslingen verfügt über eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Foto: Roberto Bulgrin

Die Kosten dafür liegen bei 450 000 Euro, die der Kreis übernimmt. Er will die Räume dann für zunächst zehn Jahre anmieten – zum Quadratmeterpreis von zwölf Euro kalt im Monat. Um die zusätzlichen Mietflächen in das Raumkonzept der Schule bestmöglich integrieren zu können, sind laut Musolf auch im Bestand Umbauten erforderlich, die mit weiteren 70 000 Euro zu Buche schlagen. So soll unter anderem aus zwei kleinen Gruppenräumen ein großer Unterrichtsraum gemacht werden.

Raumbedarf ist dennoch nicht vollständig gedeckt

„Es ist aus heutiger Sicht davon auszugehen, dass die zusätzlichen Räume der Schule ab Mai 2026 zur Verfügung stehen werden“, informierte der Landrat. 20 bis 28 weitere Plätze für schulpflichtige Patienten könnten so geschaffen werden. Doch Musolf machte auch deutlich: Zwar werde die angespannte Raumsituation entschärft, doch alles in allem könne der Platzbedarf der Klinikschule nicht vollständig gedeckt werden. Auch in Zukunft werde man um organisatorische Lösungen nicht herumkommen.

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