Kommunales Kino Esslingen: Die Open-Air-Kinosaison geht weiter

Freilichtliebende Filmfans kommen beim Kino am Campus auf ihre Kosten.
R. Bulgrin13 700 Film-Fans haben in diesem Jahr das Kino auf der Esslinger Burg genossen, und viele haben es bedauert, als das Film-Festival unter freiem Himmel nach zehn öffentlichen Vorstellungen schon wieder vorbei war. Nun gibt es für alle Open-Air-Liebhaber einen Nachschlag: Von diesem Donnerstag, 21. August, an öffnet wieder das Kino am Campus. Bis zum 20. September zeigt das Kommunale Kino im Biergarten zwischen der Koki-Gastronomie Lux und dem Hochschul-Campus allabendlich Filme, die das gesamte programmatische Spektrum der Kinomacher von der Maille umreißen. Die Vorstellungen finden in deutlich kleinerem Rahmen als auf der Burg statt und haben ihren ganz eigenen Charme.
Anders als beim Kino auf der Burg, das seine Ursprünge bereits im Esslinger Kultursommer 1993 hat, reicht die Geschichte des Open-Air-Kinos am Campus nicht ganz so weit zurück: Weil viele Koki-Fans auf der Burg auf den Geschmack gekommen waren, hat das Kommunale Kino dieses neue Format als Teil des Jubiläumsprogramms 2011 zu seinem 30-jährigen Bestehen entwickelt. Seither findet das Festival jedes Jahr in Zusammenarbeit mit der Hochschule Esslingen und dem Café Lux statt. Und die Begeisterung des Publikums ist ungebrochen, schließlich gibt es im August und September noch so manchen angenehmen Spätsommer-Abend.
Idyllisch am Hammerkanal zwischen denkmalgeschützten Industrie-Gebäuden und dem gläsernen Neubau der Hochschule gelegen, bietet der Biergarten des Lux inklusive einer Erweiterung auf den Campus genügend Platz für etwa 130 Gäste. Das ist deutlich weniger als beim Kino auf der Burg, wo sich bei schönem Wetter durchaus auch mal rund 3000 Zuschauer tummeln. Doch dafür wirkt alles etwas gemütlicher und familiärer. Und weil die Sommersonnenwende schon etwas länger zurückliegt, wird es auch früher dunkel als auf der Burg, wo die Vorstellungen teils erst um 22 Uhr beginnen konnten, weil es vorher noch zu hell war. Am Campus heißt es bis 27. August jeweils ab 21 Uhr „Film ab!“, danach beginnen die Vorstellungen sogar schon um 20.45 Uhr, was den Open-Air-Kino-Besuch für alle, die am nächsten Tag früh aufstehen müssen, komfortabler macht.
Anders als auf der Burg muss das Kommunale Kino auch nicht die komplette Open-Air-Infrastruktur aus dem Nichts aufbauen. Am Campus kann die Ausstattung des Cafés und des Kinos genutzt werden. Und noch etwas eröffnet dem Kino am Campus ganz andere Möglichkeiten: Weil auf der Burg ob der hohen Kosten auch mit höheren Zuschauerzahlen kalkuliert werden muss, bieten sich am Campus mehr Freiheiten bei der Programmgestaltung, da das finanzielle Risiko für den Verein überschaubarer ist und weil es deutlich mehr Vorstellungen gibt. Ein verregneter Abend würde da weit weniger ins Gewicht fallen.
Hommage an Ballettkünstler John Cranko
Bei der Programmgestaltung fürs Open-Air-Kino am Campus kann das Koki-Team die ganze Bandbreite des Filmangebots nutzen, das fürs Kommunale Kino typisch ist. Das Spektrum reicht vom Arthouse-Streifen über kleine Entdeckungen bis hin zu Filmen, die das Publikum immer wieder gerne sieht. Zum Auftakt läuft an diesem Donnerstag, 21. August, ab 21 Uhr eine Produktion, die für Aufsehen gesorgt hat: Joachim Lanfs „Cranko“ ist das filmische Porträt eines Ausnahmekünstlers und eine gesellschaftliche Bestandsaufnahme des Ländles in den piefigen 60er-Jahren.
„Sam Riley gelingt es auf berührende Weise, eine verstorbene Ikone glaubwürdig zum Leben zu erwecken, und das unter dem strengen Blick derer, die den Ballettkünstler John Cranko persönlich erlebt haben“, urteilen die Programm-Macher. Und sie versprechen: „Die zahlreichen Ballettszenen sind berauschend und mitreißend inszeniert.“