Kreis Esslingen: Achtung Zecken! Die kleinen Blutsauger werden wieder aktiv

Zecken erwachen jetzt auch im Kreis Esslingen wieder aus der Winterstarre.
picture alliance/dpaAuch wenn der Winter in diesem Jahr tatsächlich ein Winter war und es längere Zeit frostig geblieben ist, hat das dem Ixodes ricinus nichts ausgemacht. Vielmehr überlebt der Gemeine Holzbock, die in Baden-Württemberg am weitesten verbreitete Zeckenart, auch Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts und wird bereits bei wenigen Plusgraden wieder aktiv. Der Landkreis Esslingen ist und bleibt dabei ein Zeckenrisikogebiet.
Bereits an den nunmehr bevorstehenden ersten warmen Tagen sollte man deshalb seinen Körper nach Waldspaziergängen oder anderen Aufenthalten in der Natur regelmäßig absuchen, empfiehlt die AOK Neckar-Fils in einer Pressemitteilung. Der Grund: Zecken können durch ihren Stich die Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, sofern sie mit entsprechenden Bakterien beziehungsweise Viren infiziert sind.
Die Zahl der Infektionen nimmt zu
Im Jahr 2024 litten allein im Kreis Esslingen 423 AOK-Versicherte an Lyme-Borreliose und waren deshalb in ärztlicher Behandlung. FSME-Erkrankungen traten mit lediglich vier Fällen zwar weit seltener auf. Die Tendenz im vergangenen Jahr zeigte aber deutlich nach oben. Forschende der Uni Hohenheim gehen davon aus, dass es 2025 einen Rekord an FSME-Infektionen gab, die im schlimmsten Fall zu einer Hirnhautentzündung führen können.
Die AOK Neckar-Fils weist darauf hin, dass man sich gegen FSME vorab impfen lassen kann, während die Lyme-Borreliose mit Antibiotika behandelt wird. Eine Borreliose-Infektion, die zunächst für eine Entzündung der Haut rund um Einstichstelle sorgt, kann ebenfalls zu grippeähnlichen Symptomen führen, später aber auch Gelenke, Nerven oder das Gehirn angreifen.
Gegen FSME ist eine Impfung möglich
Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher Menschen, die sich in einem Zecken-Risikogebiet aufhalten und viel in der Natur unterwegs sind, sich gegen FSME impfen zu lassen. Jahr für Jahr veröffentlicht das Robert-Koch-Institut Landkarten zu den deutschen Risikogebieten.
Die AOK Neckar-Fils gibt zudem Tipps, wie sich die Gefahr von Infektionen verringern lässt. Demnach sollte, wer durch Gras oder Gebüsch läuft, geschlossene Schuhe und bedeckende Kleidung tragen und nach einem Aufenthalt im Grünen vor allem Körperstellen mit weicher Haut absuchen.
Hat eine Zecke bereits zugestochen, sollte diese möglichst rasch mit einem geeigneten Hilfsmittel entfernt werden, ohne das Milbentier zu quetschen. Dadurch lässt sich zumindest das Borreliose-Risiko senken. Im Anschluss ist die Einstichstelle zu desinfizieren und dann für einige Wochen zu beobachten. Die Entwicklung einer ringförmigen Hautrötung kann auf eine Borreliose hinweisen.