Kreis Esslingen: Aichtaler Feuerwehr setzt nun auf gebrauchte Fahrzeuge – und spart so viel Geld

Neu bei der Aichtaler Feuerwehr: Mercedes-Benz Actros (Lkw) und ein Ford Ranger
Feuerwehr AichtalDie Stadt Aichtal stellt das Fahrzeugkonzept ihrer Feuerwehr strategisch neu auf. Anstelle eines neuen Tanklöschfahrzeugs und eines neuen Kommandowagens kommen künftig zwei andere, gebrauchte Fahrzeuge zum Einsatz: ein Pick-up sowie ein Wechselladerfahrzeug. Die Kostenersparnis liege bei 285 000 Euro – und dennoch sei man „taktisch leistungsfähiger“, teilt die Kommune mit.
Ursprünglich war vorgesehen, einen Ersatz für das 34 Jahre alte Tanklöschfahrzeug der Abteilung Grötzingen anzuschaffen. Zusammen mit dem neuen Kommandowagen hätte Aichtal mehr als 600 000 Euro investieren müssen – ein riesiger Betrag für die klamme Kommune. Vor diesem Hintergrund, aber auch, weil die Lieferzeit für ein Tanklöschfahrzeug bei bis zu 40 Monaten liegt, wurde nach günstigeren Alternativen gesucht, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung. Nun wurden stattdessen zwei gebrauchte Fahrzeuge gekauft: ein Mercedes-Benz Actros und ein Ford Ranger.
Neues Fahrzeugkonzept der Feuerwehr entlastet Haushalt der Stadt Aichtal
Für den Ford, Baujahr 2019, zahlte die Stadt 28 500 Euro. Zusammen mit dem feuerwehrtechnischen Ausbau, der überwiegend in Eigenleistung durch Angehörige aller drei Abteilungen der Feuerwehr Aichtal erfolgte, belaufen sich die Gesamtkosten für das Fahrzeug den Angaben zufolge auf 51 000 Euro. „Der Pick-up ist für uns eine wichtige Ergänzung, um weiterhin genügend Einsatzkräfte zuverlässig an die Einsatzstelle zu bringen“, betont Aichtals Feuerwehrkommandant Corvin Steindl.
Das „Löschwasser auf Rädern“ ist eine starke Reserve
Als zweites Fahrzeug wurde ein 510 PS starker Mercedes-Benz Actros, Baujahr 2021, für rund 100 000 Euro erworben. Der Wechsellader, der für den Feuerwehreinsatz entsprechend umgerüstet wurde, bietet viele Möglichkeiten. Mit dem Fahrzeug können zum Beispiel verschiedene Abrollbehälter, etwa für Sandsäcke, technische Geräte oder Katastrophenmaterial, transportiert werden. Aber auch große Wassermengen – so will die Stadt im laufenden Jahr den ersten Abrollbehälter der Feuerwehr mit bis zu 10 000 Litern Fassungsvermögen anschaffen. Das „Löschwasser auf Rädern“ ist laut Steindl „eine starke Reserve, um für sämtliche Einsätze gewappnet zu sein“.
Die Gesamtkosten des neuen Fahrzeugkonzepts belaufen sich auf rund 340 000 Euro. Aichtals Bürgermeister Sebastian Kurz betont den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln: „Wir erhöhen die Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehr und entlasten zugleich den Haushalt. Das zeigt, dass ein gutes Konzept nicht zwingend das teuerste sein muss.“