Leinfelden-Echterdingen: Menschen mit Herz werden nicht nur an Weihnachten gebraucht

Damit auch Kinder aus bedürftigen Familien Geschenke auspacken dürfen, gibt es die Aktion Wunschsterne in Leinfelden-Echterdingen
dpa/Hauke-Christian DittrichChristkind oder Weihnachtsmann: Dass an Heilig Abend auch in Familien mit wenig Einkommen Geschenke unterm Weihnachtsbaum liegen, ist in Leinfelden-Echterdingen nicht nur den himmlischen Gabenbringern zu verdanken. Hier hat auch die Bürgerstiftung die Hände ins Spiel, die in Kooperation mit der Kreissparkasse, dem Amt für soziale Dienste und einer großen Firma Mädchen und Jungen aus bedürftigen Familien eine Freude bereiten möchte. Die Aktion gibt es schon viele Jahre. 400 Wunschsterne hingen bis Anfang Dezember auch in diesem Jahr wieder an den in Bankfilialen aufgestellten Weihnachtsbäumen. Menschen mit Herz haben die Sterne gepflückt und die Wünsche erfüllt.
Die Stiftung hat auch die Lernpartner gegründet: 40 bis 50 Ehrenamtliche begleiten Kinder, die Unterstützung beim Lernen brauchen, durch die Grundschulzeit. Die Organisation unterstützt den Echterdinger Tafelladen mit Lebensmitteln. Unter dem Dach der Bürgerstiftung helfen Ehrenamtliche Geflüchteten, die in den Containerunterkünften der Stadt leben. Die Bürgerstiftung und die Musikschule ermöglichen es, dass Schülerinnen und Schülern ein Instrument lernen oder ihre Stimme bilden. Nicht zuletzt finanziert sie Rundgänge zu den vielen Skulpturen, die es in Leinfelden-Echterdingen gibt. „Wir versuchen möglichst breit zu agieren“, sagt der Stiftungsvorsitzende Martin Doelfs. Insgesamt soll das Zusammenleben in der Stadt gestärkt werden.

Geschäftsmann Ulf-Henning Elsässer wirkt am liebsten im Stillen.
Foto: privatMöglich ist das aber nur, wenn Menschen oder Firmen bereit sind, Geld zu spenden. Einer, der seit vielen Jahren die Bürgerstiftung unterstützt ist Ulf-Henning Elsässer. Der Geschäftsmann ist nicht nur Teil des Stiftungsrates, er spendet selbst pro Jahr 20 000 bis 30 000 Euro an die Stiftung. Geld, dass er durch seine Firmen erwirtschaftet. Der 56-Jährige ist im Maschinenbau tätig. Seine Karlsruher Firma produziert Industrie-Ölpumpen. Außerdem hat er noch eine Immobilienfirma in Leinfelden-Echterdingen. Geld zu stiften ist für ihn „eine Herzenssache“, wie er sagt. „Ich bin in dieser Stadt aufgewachsen und möchte etwas zurückgeben.“

Beim Projekt Lernpartner unterstützen Ehrenamtliche Kinder beim Lernen.
Foto: privat/BürgerstiftungUlf-Henning Elsässer wirkt am liebsten im Stillen: Weil aber die Spendenbereitschaft in diesem Jahr zunächst stark zurückgegangen war, hat sich der Unternehmer entschieden, öffentlich über seine Motivation zu sprechen und damit vielleicht einen Anstoß für andere zu geben. Im November war bei Bürgerstiftung bisher nur die Hälfte des Spendenvolumens des Vorjahres eingegangen, berichtet Martin Doelfs. Erst zum Ende des Jahres wurde es besser.
Woran das liegt? „In Leinfelden-Echterdingen gibt es viele Firmen. Aktuell geht es aber weder den großen Unternehmen noch dem Mittelstand gut“, sagt er. Auch Privatspenden seien zurück gegangen, wofür er in der aktuellen Zeit auch Verständnis habe. Gleichzeitig aber steige auch der Hilfebedarf.
Andere Firmen würden eher weltweite Projekte unterstützen, sagt Ulf-Henning Elsässer. „Wir haben aber auch vor Ort genügend Probleme“, betont er. Deshalb sei es prima, dass es Projekte wie die Lernpartner gebe. Von seiner Tochter weiß er, dass der Grundschulalltag richtig anstrengend sein kann: „Da wird schon was gefordert“, sagt er. Wenn Eltern ihren Nachwuchs nicht unterstützen können, brauchen die Mädchen und Jungen von anderer Seite Unterstützung. Ulf-Henning Elsässer lebt mit seiner Familie in Oberaichen. Von seiner Mutter Christina Elsässer, die die Bürgerstiftung mitgegründet, den örtlichen Stadtseniorenrat ins Leben gerufen und den Filder-Pressestammtisch erfunden hat, hat er die soziale Ader geerbt.
