Leinfelden-Echterdingen: Selbst Schüchterne spielen gerne in dieser Gruppe

In den Spielgruppen können Kinder mit ihren Kita-Freunden auch nachmittags malen und turnen.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaDie Malteser haben ein neues Aufgabenfeld, das immer größer wird: Allein im Kreis Esslingen unterstützt der Hilfsdienst acht Kommunen bei der Kinderbetreuung, wie Marc Lippe, Geschäftsführer des Bezirks Neckar-Alb, bei einem Gespräch im St. Franziskus Kindergarten sagt. Die katholische Kita ist die erste in Leinfelden-Echterdingen, in der die Malteser nachmittags von 14 Uhr bis 16 Uhr eine Spielgruppe anbieten, um Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern, trotz verkürzter Kitaöffnungszeiten.
Nächste Woche geht eine weitere Gruppe an den Start
Nächste Woche geht eine solche Gruppe in Echterdingen im evangelischen Dschungel-Kindergarten an den Start. Als dritte Einrichtung wird der Hilfsdienst das städtische Kinderhaus Helme Heine unterstützen. Dort soll so eine Betreuung bis 18 Uhr eingerichtet werden, wie Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell informiert.
Acht von 35 Kindern besuchen am Leinfelder Fichtenweg das Nachmittagsangebot der Malteser. Drei Frauen und ein Mann bieten in dem katholischen Haus seit April die Betreuung an. „Die Kinder haben viel Spaß“, sagt Lars Laukenmann, der Leiter des Kinderhauses. Selbst die Schüchternen gehen gerne hin. Das bestätigt auch Sara Pakai. „Mein Kleiner fragt immer, ob er länger bleiben darf“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende. „Die Eltern können flexibel entscheiden, ob das Angebot heute Sinn macht, oder nicht.“ Wenn auch die Kosten mit zwei Euro pro Stunde als hoch empfunden werden im Vergleich zu den normalen Kita-Gebühren.
Der Kindergarten wurde von der Stadt für das Offenburger Modell ausgewählt, weil er schwierige Zeiten hinter sich hat. „2019 gab es dort noch eine Betreuung bis 16 Uhr, diese wurde zunächst auf 14 Uhr gekürzt, freitags wurde dann gar keine Betreuung mehr angeboten“, beschreibt Sara Pakai die Entwicklung. Mittlerweile habe sich die Situation wieder stabilisiert, wobei viel Zeitarbeitskräfte im Einsatz und keine festen Fachkräfte zu finden seien.
Das Spielgruppen-Konzept wurde in Offenburg erfunden und laut Marc Lippe insofern ergänzt, als den Nichtfachkräften, die für diese Aufgabe geschult werden und immerhin 16 Euro pro Stunde erhalten, eine pädagogische Leitung zur Seite gestellt ist. Gemeinsam werden Ideen entwickelt, wie die Kinder sinnvoll beschäftigt werden können. So soll es einen Malteser-Tag pro Woche geben. Mädchen und Jungen lernen dabei, wie sie Pflaster auf Wunden kleben, wie sie Verbände anlegen, wie sie einen Notruf absetzen können. Es wird geturnt und vorgelesen. Die Betreuer kommen aus dem Ort, sind Eltern, Großeltern, Pädagogen aus dem Ausland oder auch junge Menschen, die in den Erzieher-Beruf hineinschnuppern wollen.
Der Ansatz der Spielgruppe ist freilich nicht zu vergleichen mit dem Auftrag, den die Erzieherinnen und Erzieher vormittags zu erfüllen haben. Sprachförderung und Bildungsangebote stehen da im Fokus, sagt Laukenmann. Mädchen und Jungen werden auf ihre Schulzeit vorbereitet.
„Die Spielgruppen sind eine super Übergangslösung“, sagt Sara Pakai. Wenngleich die Eltern die Hoffnung haben, dass die Nachmittagsbetreuung künftig auch wieder durch Fachkräfte möglich sein wird. Laut Bürgermeister Kalbfell bezuschusst die Stadt das Angebot aktuell mit einem fünfstelligen Betrag pro Gruppe und Monat. Was auch daran liegt, wie Marc Lippe sagt, dass es bis dato keine Zuschüsse für diese Betreuungsmodelle von Bund und Land gebe .
Wer Spaß daran hat, Kinder zu betreuen, kann sich unter Telefon 07022/24339-0 oder per Mail bei den Maltesern für die Spielgruppen bewerben: spielzeitbetreuung.nuertingen@malteser.org .
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