Litfaßsäule ade!
: Plochingen will in der Innenstadt einen Infoscreen aufstellen

Ein Infobildschirm im Blumenbeet am Fischbrunnenplatz? Von dieser Idee sind nicht alle Gemeinderäte überzeugt. Doch die Stadtverwaltung sieht darin Potenzial.
Von
Karin Ait Atmane
Esslingen
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Seit gut 170 Jahren gibt es Litfaßsäulen. Aber wie lange noch?

/Rust

Litfaßsäulen waren einmal, heute sind Monitore angesagt. Die Stadt Plochingen will einen solchen am Fischbrunnenplatz in einem der Blumenbeete aufstellen lassen. Sie kann dann zwischen den Werbeblöcken lokaler Unternehmen eigene Informationen und Hinweise zeigen. Zwar waren nicht alle Mitglieder des Verwaltungsausschusses von dieser Idee begeistert, aber für einen positiven Beschluss reichte es.

Man kennt die „Infoscreens“ unter anderem von S-Bahn-Haltestellen und Bahnhöfen. Mitten in der Stadt sind sie eher selten zu finden. Michael Mikoljczak, der Öffentlichkeitsreferent der Stadt, hält den Standpunkt am Fischbrunnenplatz, wo viele Menschen vorbeikommen und es Sitzgelegenheiten gibt, trotzdem für sehr gut geeignet. Das Angebot, das der Stadt vorliege, sehe 60 Prozent Werbung und 40 Prozent Nutzungszeit für die Stadtverwaltung vor, erklärte er im Verwaltungsausschuss.

Damit könne man Veranstaltungen, Informationen für die Bürgerinnen und Bürger oder beispielsweise auch Stellenangebote kommunizieren, die dann „eine ganz andere Wirkung“ hätten. Die Stadt müsse lediglich die Stromkosten von rund 1500 Euro im Jahr tragen. Alle anderen Aufwendungen übernehme der Anbieter. Mikolajczak sieht in dem großen Monitor auch eine Chance für Gewerbetreibende oder Vereine, für ihre Zwecke zu werben. Dass dort überregionale Werbung läuft, hält er für wenig wahrscheinlich.

SPD und Grüne standen der Idee eher skeptisch gegenüber: Der Fischbrunnenplatz sei ja kein Bahnhof, wo man ohnehin stehe und warte, argumentierten sie, zudem sei der Einfluss der Stadt auf den Inhalt zu gering. Diese beiden Fraktionen enthielten sich bei der Abstimmung, die anderen – CDU, ULP und Bürgerliste – waren dafür. Wobei Gülcan Sivaz-Erdogan (Bürgerliste) anregte, die tägliche Laufzeit, die von sechs bis 22 Uhr vorgesehen ist, zu verkürzen. Die Sache soll nun ausprobiert werden, der Vertrag läuft über fünf Jahre. Die Schaukästen für die Vereine bleiben unverändert bestehen, das war den Fraktionen wichtig.

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