Lokale Bands in Filderstadt: Das Publikum freut sich schon auf tolle Musik zum Feiern beim Stadtfest

Das ist „Halbe he“: Jürgen Zielbauer, René Hoffmann, Markus Schlögl und Roland Hopp (v. li.)
privatDie Flippmanns haben unter den lokalen Bands der Fildern den Vogel abgeschossen: 2001 haben sie zur Einweihung der S-Bahn nach Filderstadt einen Song komponiert als Hymne auf ihre Heimatstadt: Alles Gute steckt da drin in „Die Königin“, die Melodie sorgt für beste Laune, der Rhythmus ist absolut tanzbar. Das ist Optimismus pur, beste Stadtwerbung überhaupt. Und Werbung für die Band natürlich auch.

Andreas Raff, Tina Bauer, Rolf Kley und Thomas Meierer (von links) sind Red Fox.
Foto: privatAber es gibt auch noch andere Bands aus Filderstadt, die Anfang der 1980er Jahre gegründet wurden und die auch heute noch für beste Laune sorgen bei ihren Auftritten: Red Fox und Halbe he. Alle drei treten deshalb zusammen auf bei einem Programmblock des Filderstädter Stadtfestivals an diesem Samstag, 13. September, von 19 Uhr an in Sielmingen. Was alle drei auch noch vereint: Sie haben mittlerweile jahrzehntelange Erfahrung damit gesammelt, was das Publikum von ihnen erwartet. Und das verstehen sie auch zu liefern. Andreas Raff, mit seinem Schulfreund und Mitmusiker im Musikverein Bernhausen Gründer von Red Fox: „Wir haben als Tanzband angefangen, etwa bei Hochzeiten oder anderen Parties. Wir haben aber bald herausgefunden, dass Straßen- oder Vereinsfeste wirklich unser Ding sind. Vor allem Feuerwehrfeste funktionieren besonders gut, da kommen wir besonders gut an.“
Die Band „Red Fox“ tritt häufig auf den Fildern auf
Gespielt wird Musik, zu der man gut feiern kann, die so gut wie jeder kennt. Ein kleiner Ausschnitt: Abba, Helene Fischer, Bryan Adams, Tina Turner, Mallorca-Hits, Status Quo – da ist also viel möglich im Reich von Pop und Rock. Oder in Titeln ausgedrückt einige Beispiele: „Rocking all over the World“, „Atemlos“, „I will survive“, „Wär ich ein Möbelstück“, „Cordula Grün“, „Simply the Best“, „Pocahontas“, „Sweet Caroline“, „Summer of 69“, „Mamma Mia“, „Angels“, „99 Luftballons“, „Narcotic“ oder „Zombie“. Raff: „Unser Repertoire reicht problemlos für einen Sieben- bis Acht-Stunden-Auftritt.“ Deshalb hat die Band für den Filderstadt-Auftritt an diesem Samstag ein Luxusproblem: „Unser Auftritt dauert da 90 Minuten“, so Raff, „da überlegen wir uns schon seit einigen Tagen, was wir da am besten ins Programm nehmen und in welcher Reihenfolge“.
Und im Publikum werden einige sein, welche die Band schon gut kennen von früheren Auftritten. Raff: „Wir haben im Jahr etwa 20 Auftritte. Da sind wir auf den Fildern gut vertreten, in Plattenhardt etwa haben wir ein Heimspiel seit Jahren. Bei der Feuerwehr Bonlanden treten wir seit Jahrzehnten auf, wir sind beim Bärenfest präsent, spielen seit drei oder vier Jahren auch mal im Schwabengarten, sind aber auch beim Bürgerfest Botnang, in Neckartenzlingen oder Neckartailfingen immer wieder musikalisch vertreten“.
Da hat der Namensgeber der Band, ein roter Fuchs, ihnen Glück gebracht: „Bis kurz vor unserem ersten Auftritt hatten wir noch keine Idee, wie wir uns nennen sollen“, erinnert sich Raff: „Bei der gemeinsamen Fahrt zur Probe rannte ein (roter) Fuchs über die Straße, so dass wir eine Vollbremsung machen mussten. Das war ein gutes Omen: der Fuchs blieb unverletzt und wir waren uns einig: Wir hatten einen Bandnamen.“ Und das vom ersten größeren Auftritt an 1989 zur 900-Jahr-Feier von Bernhausen. Und die derzeitige Besetzung – Andi Raff (Gitarre, Gesang), Rolf Kley (Schlagzeug), Thomas Meier (Keyboards) und Tina Bauer (Gesang) – gibt es nun auch schon seit zehn Jahren.
So kam es zu dem Bandnamen „Halbe he“
Etwas mehr Rätsel mag der Name der anderen Filderstadt-Band „Halbe he“ aufgeben. „Der Name entstand dabei eher zufällig, inspiriert von einem handgeschriebenen Hinweis auf einem nicht mehr ganz frischen Bierfass während einer Hocketse“, so Jürgen Zielbauer, einer der Musiker. Das bedeutet also: Verfallsdatum erreicht oder schon drüber. „Halbe he“ ist freilich auch der rechtschaffene Schwabe nach einem langen Arbeitstag, also „ziemlich erschöpft“. Für die Band selbst gilt weder das eine noch das andere. Diese Combo hat zwar auch schon an die vierzig Jahre auf dem Buckel, aber Erschöpfungs- oder Verfallssymptome sind bei ihnen nicht zu erkennen. Eher das Gegenteil ist der Fall: Sie haben den Dreh entwickelt, bekannte Hits rein mit akustischen Instrumenten zu interpretieren. Und dieser Trend, unplugged genannt, also ohne Strom und Verstärkung, ohne Kabel, ist noch gar nicht so alt. Wobei zu größeren Veranstaltungen wie jetzt beim Stadtfest eine Verstärkung des gesamten Klangbilds schon wieder möglich sein darf. Und „unplugged“ hat nach wie vor eine große Fangemeinde.
Das Repertoire, aus dem geschöpft wird, ist ähnlich wie bei Red Fox: Das Beste aus den letzten 60 Jahren Rock- und Popgeschichte. „Halbe he“ benennt da die Musik von den Eagles, Blondie, Bob Seger, Creedence Clearwater Revival, Marius Müller-Westernhagen, Spider Murphy Gang, Amy McDonald, Katy Perry, George Ezra oder David Bowie. Die Instrumente sind etwas andere: akustische Gitarren, Akkordeon, Kontrabass, Mandoline und Cajon. Auch ihre Auftritte finden statt in Biergärten, auf Frühlingsfesten, bei Jubiläen und anderen Festlichkeiten. Zielbauer: „Was uns besonders macht, ist nicht nur die Vielfalt unserer Songs, sondern auch die Mischung aus Freundschaft, Humor und der spürbaren Liebe zur Musik“. „Halbe he“ sind seit einigen Jahren René Hoffmann (Gitarre, Gesang), Roland Hopp (Gesang, Gitarre, Akkordeon, Cajon), Jürgen Zielbauer (Gitarre, Mandoline, Cajon, Hintergrundgesang) und Markus Schlögl (Kontrabass, Hintergrundgesang).