Mädchenflohmarkt in Esslingen: Vintage-Event zieht hunderte Besucherinnen an

Mit 300 Ausstellern hat der Mädchenflohmarkt von „Beauty Jungle“ in Esslingen eine neue Bestmarke bei seinen Events aufgestellt.
Kerstin DannathAussortierte Klamotten, teils ungetragen, Schuhe, Schmuck und Accessoires stapeln sich auf den Tischen in der Osterfeldhalle im Esslinger Stadtteil Berkheim. Schon gut eine Stunde vor Beginn des „Beauty Jungle Mädchenflohmarkts“ stehen die ersten Schnäppchenjägerinnen Schlange, trotz Regens und Temperaturen unter zehn Grad. Bis sich die Tore öffnen, ist die Schlange mehrere hundert Meter lang und reicht bis auf den Parkplatz. Mit 300 Ausstellern hat das Event, das zum wiederholten Mal in Berkheim stattfand, eine neue Bestmarke aufgestellt. Veranstalter ist das Göppinger Unternehmen „Beauty Jungle“, das sich seit seiner Gründung 2017 deutschlandweit in die Top Ten in Sachen Secondhandmode vorgearbeitet hat. „Inzwischen sind wir in acht Bundesländern an 44 Standorten von Rostock bis Lindau am Bodensee vertreten“, sagt „Beauty Jungle“-Gründer Hakan Gökkaya stolz. Er rechnet in Berkheim mit rund 800 Besuchern: „Wäre das Wetter besser, wären es sicher noch mehr.“
„Beauty Jungle“ plant Expansion als Plattform für Secondhand-Mode
Bereits nach drei Wochen war der Flohmarkt von Ausstellerseite her ausgebucht. Das Konzept, trendige Mode unter dem Nachhaltigkeitsaspekt zu verkaufen, funktioniert: „2025 hatten wir deutschlandweit 50 000 Besucher“, bekräftigt Gökkaya, der weiter expandieren will: „Bis 2030 soll Beauty Jungle die Nummer-eins-Plattform für Secondhand-Mode und Nachhaltigkeit in Deutschland werden.“ Das Prinzip ist einfach: Bei entspannter Atmosphäre schöne Dinge günstig erstehen, dazu gibt’s Musik, eine Matcha-Bar und Snacks. Es gehe darum, den Flohmarkt-Gedanken für jüngere Leute cool zu machen: „Sie sollen merken, dass Secondhand-Mode nicht altbacken sein muss“, sagt Gökkaya.
Das Angebot reicht von Markenkleidung über hochwertige Accessoires bis hin zu Schmuck. Wie am Stand von Yesim Uzun: Bereits zum vierten Mal hat die junge Frau aus Ostfildern ihre Schränke für den Flohmarkt ausgemistet und einen Stand aufgebaut. Uzuns teuerstes Stück ist eine dunkelbraune Lederhandtasche eines italienischen Luxuslabels – 170 Euro will sie dafür haben: „Aber handeln ist auch in Ordnung, meine Schmerzgrenze bei der Tasche liegt bei 150 Euro.“ Der Großteil ihres Erlöses wird erst einmal gespart, ein Teil soll jedoch an eine Tierschutzorganisation gespendet werden.

Vor Beginn des Mädchenflohmarkts in Esslingen hat sich eine lange Schlange Wartender vor der Osterfeldhalle gebildet.
Foto: Kerstin DannathBezahlt werden kann bei Uzun wie bei vielen anderen Ständen auch via Online-Bezahldienst – so zücken viele Besucherinnen ihr Handy statt des Geldbeutels. Wie Sabine Mayer, die mit ihrer besten Freundin einen entspannten Nachmittag in Berkheim verbringt. Ergattert hat sie ein neues Sweatshirt einer großen Sportmarke: „Sogar das Preisschild aus dem Laden ist da noch dran“, freut sich die 31-Jährige über ihr grell pinkes Schnäppchen. Neben der Gelegenheit, schöne Sachen für kleines Geld zu bekommen, ist den beiden Freundinnen auch der Nachhaltigkeitsgedanke wichtig. Schließlich stehe Secondhand für Ressourcenschonung, weniger Textilabfall und bewussten Konsum, betonen die beiden Frauen aus dem Remstal.
Piercings und Naturkosmetik als Highlights beim Mädchenflohmarkt
Aber auch einige Stände mit Neuwaren sind vertreten. Neben selbstgemachtem Schmuck gibt es zum Beispiel Naturkosmetik aus Österreich. Und wer Lust hat, kann sich am Stand von Kiki ein Piercing verpassen lassen: „Wir stechen unter höchsten hygienischen Standards“, erklärt die 28-Jährige, die in Stuttgart-Vaihingen ein Piercing-Studio führt. Gepierct wird übrigens jedes Körperteil: „Wir machen hier auch Intimpiercings“, sagt Kiki. Das kommt offenbar an: Sie sei schon seit zwei Jahren mit dem Team von „Beauty Jungle“ unterwegs, sagt die Piercing-Anbieterin.