Marode Kirche in Esslingen: Sandsteine und Putz bröckeln – Sanierung wird teuer

Die Liebfrauenkirche in Mettingen steht derzeit im Gerüst.
Evangelische Kirche/Ulrike Rapp-HirrlingerDer Putz fiel in großen Platten ab, als Fachleute die losen Stellen abgeklopfte: Laut Florian Hartmann, Leiter der Bauabteilung der Esslinger Gesamtkirchengemeinde, hat sich der Außenputz am Turm der Liebfrauenkirche in Esslingen-Mettingen maroder heraus gestellt als gedacht. Auch der Austausch schadhafter Sandsteine wird wesentlich aufwendiger – und die Kosten für die geplante Sanierung des Bauwerks aus dem 15. Jahrhundert werden wohl mehr als doppelt so hoch, wie ursprünglich gedacht.
Das Ausmaß der Schäden im Bereich von Chor, Turm und Kirchenschiff ist nach Angaben der Kirche erst ersichtlich geworden, als das Gerüst stand. Denn bei der letzten Sanierung 1989 waren unter anderem wohl schadhafte Steine nicht komplett ausgetauscht worden. „Das war nur Kosmetik. Aus heutiger Sicht würde man das nicht mehr so ausführen“, sagt Hartmann.
Baukosten der Kirche in Esslingen mehr als verdoppelt

Defekte Ecksteine und schadhafte Steine an der Liebfrauenkirche in Mettingen.
Foto: Evangelische Kirche/Florian HartmannWar man ursprünglich von etwa 525 000 Euro ausgegangen, müssen nun dem weiteren Bericht zufolge rund 1,28 Millionen investiert werden. Der Eigenanteil der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen als Eigentümerin verdoppele sich von 263 000 Euro auf 521 000 Euro. Zuschüsse gebe es von der Evangelischen Landeskirche und dem Kirchenbezirk Esslingen. Auch beim Landesdenkmalamt seien Fördergelder beantragt worden.
Die Statik der Kirche sei durch die Schäden an den Sandsteinen nicht gefährdet, sagt Bauabteilungsleiter Hartmann. „Aber da die Steine nicht halten, besteht die Gefahr, dass sie sich lösen und herunterfallen. Es gibt also keine Alternative.“ Insgesamt rund 370 Ecksteine am Turm und im Chorbereich seien betroffen.
Arbeiten an Kirche in Essllingen dauern wohl bis 2026
Darüber hinaus muss den weiteren Angaben zufolge der Putz an zwei Turmseiten komplett erneuert werden und weitere Schäden an anderer Stelle behoben werden. Und eine Photovoltaikanlage soll Anfang September installiert werden. Statt wie geplant in diesem Spätsommer, werden die Arbeiten wohl erst im Frühjahr 2026 abgeschlossen sein. Zeitweise müssen laut Gemeinde auch Glasfenster herausgenommen und die Öffnungen durch Holzkonstruktionen verschlossen werden. Die Kirche könne aber weiterhin ohne große Einschränkungen genutzt werden.