Musikfestival mit Flair in Aichwald: Volle Besucherreihen beim Start des Goldgelb in Krummhardt
Ein wenig Mühe, die Zuhörerinnen und Zuhörer auf die Beine zu bringen, hat der erste Act beim Goldgelb-Festival immer. Auch an diesem Donnerstagabend zum Start des fünftägigen Musikevents brauchte es mehrere Aufrufe zum Mitsingen, die Hände in die Höhe strecken und eine kleine Tanzstunde des Sängers Pez, bis die Stehplätze direkt vor der Bühne sich füllten und viele Zuhörerinnen und Zuhörer nachtanzten. Es geht auch beim elften Festival auf dem Sonnenblumenfeld nun mal entspannt zu. Doch der Countrymusiker ist um lustige Bemerkungen nicht verlegen und spätestens, als gegen 20 Uhr Amy Macdonalds Folk-Hit „This is the Life“ anklang, wurden Lied-Texte mitgesungen. Und als der Depeche-Mode-Klassiker „Break the Silence“ auf Country gedreht wurde, wurde mehr als nur gewippt im Publikum.
Schon weit vorher, um 18.30 Uhr, war der Acker beim Wasserturm in Krummhardt gut besucht, an den Bierbankgarnituren unter dem großen Sonnensegel fand sich kaum mehr ein freier Platz. In den ruhigeren Ecken etwas abseits der Bühne, die der veranstaltende Kulturverein Krummhardt zwischen Sonnenblumen und unterschiedlich bekleideten Strohpuppen anlegt, hielten sich zahlreiche Familien und Freundesgruppen auf, um etwas zu essen, zu trinken und sich zu unterhalten. Anita Geyer, im Verein für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit zuständig, zeigte sich erleichtert, dass auch diesmal das Festival wie geplant starten konnte. „Jetzt lässt die Anspannung nach“, so Geyer. Sie und die mehr als 150 anderen Helferinnen und Helfer an diesem Abend freuten sich auf die kommenden fünf Tage.
Wetterprognosen haben Auswirkungen auf Ticketvorverkauf
Die Veranstalter sind guter Dinge, dass diese Goldgelb-Saison bessere Besucherzahlen mit sich bringt als 2022, das an mehreren Tagen regengeplagt war. „Es ist super Wetter, die Leute sind super, die Stimmung ist super“, sagte Jürgen Zeiträg, erster Vorsitzender des Kulturvereins. Dass die Wetterprognosen gut seien, schlage sich in den Vorverkaufszahlen nieder: Am Donnerstag waren für den ersten Abend 2000 Karten vorab weg, und für alle fünf Tage 8000 – ständig kämen weitere hinzu. Besonders am Samstag werde es voll, so Geyer. Aber auch wenn es online keine Karten mehr gebe, gebe es noch ein gewisses Kontingent an der Abendkasse.
Hinter den Kulissen ging es am ersten Abend entspannt zu. Das ehrenamtliche Helfer-Team verbessert die Prozesse ständig. Eine Lehre vom vorangegangenen Festival ist, dass die eigens angelegten Fahrstraßen im zentralen Versorgungsbereich hinter den Snack- und Getränkeständen eingeschottert sind – 2022 hätten sich Lastwagen auf dem regennassen Boden festgefahren. Derweil herrschte in den Besucherbereichen reges Leben. Im nördlichen Teil des Geländes gibt es eine Ecke für Kinder, die im Stroh toben können. Darunter die vierjährige Tochter von Frank und Franzi Mensch. Es sei mit das kinderfreundlichste Festival, das er kenne, sagte der 44-Jährige. Die Familie war schon 2022 beim Festival. „Wir waren total geflasht, was der Verein auf die Beine stellt.“ Das wolle man honorieren, aber auch die Bandauswahl und das Flair genießen. Zu dieser Zeit tanzte Margit Henzler bereits als erste vor der Bühne zur Musik von „Pez“. Die 70-Jährige ist langjährige Goldgelb-Besucherin. Sie genieße die Stimmung, das Flair und das Tanzen. „Ich habe hier immer nette Begegnungen.“
Künstler loben den veranstaltenden Verein
Während Pez auf der Bühne stand, entspannte der folgende Act im Rückzugsbereich für Bands hinter der Bühne, ausgestattet mit Couch, anderen Sitzgelegenheiten und umsorgt vom Goldgelb-Team. „Wahnsinn“, urteilte Tom Stalla, Leadsänger der Band Willy and the Poor Boys, die die Hits von „Creedence Clearwater Revival“ spielen. Er halte das Goldgelb für eines der „Spitzenfestivals“. Der Backstagebereich sei spitze, die Ausstattung sehr liebevoll und der Empfang freundlich. Als Stalla und seine Bandkollegen später auf die Bühne traten, hatte Pez die Menge bereits aufgeheizt. Als die ersten Töne von „Born on the Bayou“ und „Green River“ erklangen, tanzte das Publikum auch ohne Aufforderung.









