Nach Brand in Leinfelden
: Wie geht es in der Filderhalle weiter?„Wir wollen nicht den Kopf in den Sand stecken“

Am Tag nach dem Brand in der Filderhalle ist das Team im Krisenmanagement. Was sagt Kevin Goldberg, der zusammen mit Stephan Wieland Geschäftsführer ist, wie es weitergehen kann, und wie haben die Chefs den gestrigen Tag erlebt?
Von
Rebecca Anna Fritzsche
Leinfelden-Echterdingen
Die Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen am Tag nach dem Brand

Die Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen am Tag nach dem Brand. Noch ist unklar, wie groß der Schaden ist.

Markus Brändli
  • Nach dem Brand in der Filderhalle läuft Krisenmanagement, der Schaden ist noch unklar.
  • Am Donnerstag ist eine Begehung geplant – dann sollen die Auswirkungen bewertet werden.
  • Veranstaltungen im Panoramasaal könnten weiter stattfinden, endgültig ist das offen.
  • Die Sanierung läuft seit Februar, die Wiedereröffnung war für September vorgesehen.
  • Feuerwehr löschte bis spätabends mit 120 Kräften, die Polizei ermittelt zur Ursache.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Tag 1 nach dem verheerenden Brand in der Filderhalle ist für Kevin Goldberg und Stephan Wieland, die beiden Geschäftsführer der Filderhalle, ein normaler Arbeitstag - und doch ist nichts wie sonst.

Morgens ist gleich eine Krisensitzung mit dem ganzen Team angesetzt. Wie geht es jetzt weiter? „Wir hatten definitiv schon bessere Tage“, sagt Kevin Goldberg und bemüht sich, nach vorne zu schauen: Das Feuer ist gelöscht, nun muss der Schaden in Augenschein genommen werden. „Wir wollen nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern weitermachen.“ Am morgigen Donnerstag soll eine Begehung stattfinden, bei der die Auswirkungen des Feuers genau besprochen werden können.

Nach dem Brand in der Filderhalle: Begehung für Donnerstag geplant

„Wir sind verhalten optimistisch, dass die geplanten Veranstaltungen im Panoramasaal stattfinden können, da es hier weder von Feuer noch vom Wasser einen Schaden gibt“, sagt Kevin Goldberg, „aber wir wissen es einfach noch nicht.“ Da die Filderhalle seit Februar großflächig saniert wird, sind es nicht so viele geplante Events wie sonst: denn während der Umbauzeit können Veranstaltungen lediglich im Panoramasaal - dem 2019 errichteten Anbau - stattfinden. Für September war die Wiedereröffnung der Filderhalle geplant. „In neun Wochen hätte alles fertig sein sollen, wir lagen gut im Zeitplan, und wir wollten durchstarten“, sagt Kevin Goldberg. Was mit den Veranstaltungen ist, die bereits für den Herbst geplant sind, kann er noch nicht sagen. „Wir stehen im Austausch mit allen, die bis Ende des Jahres Veranstaltungen bei uns haben. Wir kümmern uns darum, dass sie informiert werden, und natürlich auch um Alternativen, falls es nicht anders gehen sollte.“

Die Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen am Tag nach dem Brand

Teile des Daches mussten entfernt werden, um an alle Glutnester heranzukommen.

Markus Brändli

Goldberg lobt den Zusammenhalt im Filderhallen-Team. „Wir wussten natürlich, dass wir tolle Mitarbeiter haben, aber in einer solchen Ausnahmesituation merkt man es sehr deutlich“, erzählt er. Bei einem Vorfall wie dem gestrigen Brand sei es leicht, „eine gewisse Ohnmacht zu fühlen, so als ob man alleine in der Situation ist. Aber wir sind es ja nicht.“

Wie haben die beiden Geschäftsführer den gestrigen Tag erlebt? „Wir waren zusammen auf einem Fachkongress in der Pfalz“, erzählt Kevin Goldberg. Als eine Mitarbeiterin sie benachrichtigte, dass ein Feuer ausgebrochen sei, „haben wir uns sofort ins Auto gesetzt und sind zurückgefahren“. Als sie ankamen, habe das Dach bereits in Flammen gestanden. „Da hatten Feuerwehr und Polizei bereits übernommen“, sagt Goldberg. Er und Mitgeschäftsführer Stephan Wieland sind froh, dass die Mitarbeiter geistesgegenwärtig gehandelt und alle – Mitarbeiter und die Besucher der laufenden Veranstaltung – aus dem Gebäude gebracht haben. „Die Ludwig-Uhland-Schule und der Schwabengarten haben uns unterstützt und die Veranstaltungsteilnehmer aufgenommen“, berichtet Goldberg, auch das Hotel am Park habe viele mit Getränken versorgt. Das Team der Filderhalle sei sehr dankbar für diese Unterstützung, „auch für die vielen Nachrichten, die wir bekommen haben, die uns Hilfe zusichern.“

Am Dienstagmittag war das Feuer in der Filderhalle ausgebrochen. Die schwierigen Löscharbeiten haben sich bis spätabends hingezogen. Die Feuerwehr war mit 120 Kräften und 23 Fahrzeugen aus Leinfelden, Kirchheim und Esslingen im Einsatz. In der sengenden Hitze arbeiteten sie unter schwierigen Bedingungen. Um alle Glutnester zu finden, musste sogar das Dach des Hallenfoyers geöffnet werden. Kurz nach 19 Uhr hieß es von der Feuerwehr: „Feuer aus.“ Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

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