Nach Unfall an S-Bahn-Baustelle
: Gestörte Ampel wurde ausgetauscht

Eine Grundschülerin wurde in Bernhausen an einer ausgefallenen Ampel angefahren. Die Stadt und die SSB bedauern den Unfall und haben reagiert.
Von
Natalie Kanter
Stuttgart
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Die Ampeln und Überwege entlang der S-Bahn-Baustelle sind weiterhin alles andere als kindgerecht, bemängelt ein Vater aus Bernhausen.

Natalie Kanter

Der Bau der S-Bahn-Verlängerung nach Sielmingen und Neuhausen verlangt den Menschen, die in Bernhausen leben, viel ab. Das gilt auch für Grundschüler, die aus dem Süden des Stadtteils täglich zur Bruckenackerschule laufen. Eltern hatten bereits vor einem knappen Jahr bemängelt, dass die Absperrungen entlang der Baustelle teils so hoch gebaut wurden, dass die Kinder nicht drüber sehen und so auch nicht auf die Straße schauen konnten. Und dass sich ihre Kinder immer wieder auf Änderungen des Schulweges einstellen mussten. Denn die beiden Fußgänger-Querungen über die Karlstraße auf Höhe der Gartenstraße und der Mühlestraße mussten in der Vergangenheit immer versetzt werden.

Mädchen wird von Auto erfasst

Am Dienstag vergangener Woche ist in Bernhausen nun ein Mädchen auf dem Heimweg von der Schule angefahren worden – just am Übergang über die S-Bahn-Baustelle. Die Polizei hatte dazu mitgeteilt, dass die Achtjährige mit ihrem Tretroller auf dem Gehweg der Karlstraße unterwegs war. Das Mädchen wollte an einer ausgeschalteten Fußgängerampel über die Straße fahren. Hierbei wurde das Kind von dem Auto einer 71-Jährigen erfasst. Die Fahrerin konnte das Mädchen aufgrund der Baustelle erst beim Überqueren der Fahrbahn erkennen. Das verletztes Mädchen musste nach einem Verkehrsunfall in eine Klinik gebracht werden, ist aber mittlerweile wieder zuhause.

So sieht die S-Bahnbaustelle derzeit von oben aus.

Foto: Natalie Kanter

Der Vater einer Mitschülerin des verletzten Kindes hat sich aufgrund dieses Unfall bei unserer Zeitung gemeldet. Er sagt, dass die Ampel schon einige Tage nicht funktioniert habe. Und bemängelt, dass die Ampeln und Überwege entlang der S-Bahn-Baustelle immer noch alles andere als kindgerecht seien. An der Mühlenstraße würden große Fahrzeuge den nicht abgesetzten Gehweg schneiden. An der Gartenstraße sehe kein Autofahrer die Kinder – und die Kinder würden auch die Autos nicht sehen. Und tatsächlich: Die Filderstädter Stadtverwaltung und die SSB als Bauherrschaft der S-Bahn-Verlängerung S 3 sind von der Landespolizei informiert worden, dass an jenem Dienstag die mobile Fußgängerampel an der Ecke Karlstraße/Gartenstraße ausgefallen war und nur noch gelb blinkte, teilen sie auf Nachfrage in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Über Christi Himmelfahrt und das anschließende Wochenende sei die Ursache der Störung mit Hochdruck untersucht worden. Mittlerweile sei die komplette Anlage samt Verkabelung und Taster getauscht worden und wieder auf Dauerstrombetrieb umgestellt worden.

Der Filderstädter Oberbürgermeister Christoph Traub und auch die SSB bedauern den Unfall sehr. „Selbstverständlich sorgt uns die Verkehrssicherheit, dabei die Schulwegsicherheit in besonderem Maß. Vorangestellt wünschen wir dem verletzten Mädchen eine gute Genesung“, teilen sie mit.

Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Filderstadt würden mit den Projektpartnern zur Verlängerung der S-Bahn S 3 kontinuierlich an guten Lösungen für die Verkehrssicherheit an der Baustelle arbeiten, schreiben sie. Im Jahr 2024 sei für den Fußgänger- und Schülerverkehr neben der Fußgängerampel auf Höhe der Martinstraße zusätzlich eine mobile Fußgängersignalanlage über die Nürtinger Straße eingerichtet worden. Seit Mitte Februar gebe es entlang der Karlstraße zwischen dem Fildercenter und dem Bernhausener Bahnhof auch wieder einen Gehweg.

Die Querungen des Baufeldes an der Karlstraße auf Höhe der Gartenstraße und der Mühlenstraße hätten aufgrund der Ausbildung der Baugrube zunächst wechselseitig gesperrt werden müssen. Beide Überwege seien seit diesem Februar aber dauerhaft in Betrieb und mit Ampeln ausgestattet. Die Funktionsfähigkeit der mobilen Signalanlagen werde durch den beauftragten Verkehrssicherer täglich überprüft. Im Rahmen einer Kontrolle der Straßenverkehrsbehörde seien diesen Montag zum Schulbeginn beide Anlagen in Betrieb gewesen.

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