Narrenbaumaufstellen
: Nach kurzem Schockmoment: 1000 Narren feiern in Neuhausen

Ein kurzer Schockmoment, mahnende Worte aber vor allem viele glückliche Gesichter: In Neuhausen haben 700 Hästräger und mehrere hundert Narrenfreunde das Narrenbaumaufstellen gefeiert.
Von
Sebastian Xanke
Esslingen
  • Das Narrenbaumaufstellen dauerte rund 50 Minuten – 700 Hästrägerinnen und Hästräger waren mit dabei..

    Markus Brändli
  • Von den Sauhag-Eichele über die Rotenhäne und die Wildsäue waren alle 15 Maskengruppen vertreten.

    Markus Brändli
  • Hästräger und Zuschauer warteten gespannt auf das Aufstellen des Narrenbaums.

    Markus Brändli
  • Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von den Bruggaklopfer und den ...

    Markus Brändli
  • ... Omägenis.

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  • Trotz wenig freundlichem Wetter war die Stimmung gut.

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  • Alt und Jung vereint in der Fasnet.

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  • Beim Kindertanz präsentierten sich die jungen Hästrägerinnen und Hästräger.

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  • Starke Kostüme – starke Musik.

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  • Die Gruppenfotos dürfen natürlich nicht fehlen.

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  • Zunftmeisterin Janina Wolf führte durch die Veranstaltung.

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  • Die Hästräger liefen gemeinsam auf den Schlossplatz.

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  • Nach und nach präsentierten sich die Gruppen.

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  • Währenddessen leisteten die Baumaufsteller schwere Arbeit.

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  • Rund 20 Männer waren im Einsatz.

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  • Zentimeter um Zentimeter richteten sie den Narrenbaum auf.

    Markus Brändli
  • Alles unter den gut gelaunten Blicken der Zuschauerinnen und Zuschauern.

    Markus Brändli
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Für einen kurzen Moment war die Lage kritisch. In Neuhausen auf den Fildern (Kreis Esslingen) haben Närrinnen und Narren am Samstagnachmittag feierlich ihren Narrenbaum aufgestellt. Zentimeter für Zentimeter wurde der 20 Meter hohe Stamm mit Seilen und Stützen aufgerichtet – bis er knapp vor der Senkrechten seitlich leicht abzurutschen drohte, ein paar Zuschauer rannten sogar erschrocken nach hinten. „Da war es kurz kritisch“, sagt auch Ronald Witt, Präsident des Narrenbundes Neuhausen.

Doch die rund 20 Baumaufsteller brachten den Baum schnell wieder unter Kontrolle und hievten ihn an seine traditionelle Position auf dem Schlossplatz. Eine „Meisterleistung der Jungs“, sagte Zunftmeisterin Janina Wolf. Rund 50 Minuten dauerte das Aufstellen, mehrere hundert Zuschauerinnen und Zuschauer trotzten dem wenig freundlichen Wetter. Statt des vorhergesagten Sturms waren vor Neuhausens Rathaus viele glückliche Gesichter zu sehen.

„Fasnet ist Heimat, es ist unser Brauch“, sagte Wolf und begrüßte 700 prunkvoll verkleidete Narren auf dem Platz. „Die ganze Pracht unserer Hästräger läuft ein.“ Von den Hexen über die Rotenhäne und die Wildsäue waren alle 15 Maskengruppen vertreten – musikalisch begleitet von den Omägenis und den Bruggaklopfer.

Fasnet in Neuhausen: Brauchtum statt reiner Ballermann

1447 wurde die Fasnet in Neuhausen erstmals urkundlich erwähnt und so war es Präsident Ronald Witt wichtig, die Bedeutung von Tradition und Brauchtum hervorzuheben: „Wir haben nicht nur eine reine Ballermann-Party, wie es leider in machen anderen Vereinen ist, sondern wir haben einen Brauchtum, der uns wichtig ist.“ Dazu zählten auch karitative Pflichten. „Im vergangenen Jahr hat unser Prinzenpaar 13 000 Euro für ein Kinderhospiz gesammelt. Außerdem besuchen wir Altenheime“, so Witt und weiter: „Das macht die Fasnet auch aus. Jedem zur Freud, niemand zu Leid.“

Eben diese Werte wolle der Narrenbund an künftige Generationen weitergeben. Zur jungen Generation gehören Philip, Johannes und Ole. Die drei Freunde stehen am Samstagnachmittag auf dem Schlossplatz und sprechen miteinander. „Ich bin schon seit 15 Jahren bei den Narren“, sagt Philip. Wie alt er ist? „15“, sagt der Junge im Hexenkostüm und lacht. Auch Johannes (14) gibt an, dass er seit der Geburt im Narrenverein ist – bei beiden waren es schon die Eltern vor ihnen. Ole dagegen ist erst seit sechs oder sieben Jahren dabei. Warum er sich dazu entschieden hat? „Weiß ich nicht, ich fand die einfach cool.“ Philip springt ihm zur Seite und erklärt: „Man lernt hier neue Leute kennen und kennt auch schon viele, mit denen man sich gut verständigen kann. Das ist cool.“

Für Ronald Witt, den Präsidenten des Narrenbunds Neuhausen, ist es die letzte Fasnet-Kampagne als Präsident.

Foto: Markus Brändli

Neuhausener Narren: „Terrorabwehr sollte nicht unsere Aufgabe sein.“

Gute Laune, Tradition und Werte: Die Stimmung beim Narrenbaumaufstellen war gut. Präsident Ronald Witt sprach allerdings auch ein unbequemes Thema an: „Die Auflagen für Umzüge werden immer schwieriger umzusetzen. Es kann nicht sein, dass es unsere Aufgabe ist, für Terrorabwehr zu sorgen.“ Bereits seit Jahren beklagen Vertreter der Narrenzünfte im Land zu hohe finanzielle Belastungen wegen der Vorschriften. Viele Umzüge könnten deshalb gar nicht mehr stattfinden, sagt Witt.

Für ihn ist es die letzte Fasnet-Kampagne als Präsident des Narrenbunds Neuhausen. 17 Jahre stand er an der Spitze, jetzt sei es an der Zeit, Platz zu machen. „Es müssen auch andere Leute die Chance haben, Dinge umzusetzen“, sagt Witt. Auf die kommenden Wochen freue er sich aber sehr. Weiter geht es in Neuhausen am 23. und 24. Januar sowie am 30. und 31. Januar mit Prunksitzungen. Am 25. Januar steigt die Kinderfasnet, worauf am 12. Februar der Schmotzige Donnerstag mit dem traditionellen Hexentanz folgt. Am 15. Februar findet der große Umzug statt, den Abschluss macht der Kinderumzug am 17. Februar.

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