Neuffen
: Bürger machen Druck: Entscheidung zu Freibad am Albtrauf gefallen

Der Druck der Bürger hat gewirkt: Trotz rechtlicher Bedenken öffnet das Freibad in Neuffen wieder. Künftig übernimmt ein Dienstleister, was Kosten sparen soll.
Von
Corinna Meinke
Esslingen
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Stuttgarter Zeitung

Bis vor wenigen Tagen sah es noch so aus, als würde die Freibadsaison 2026 in Neuffen ins Wasser fallen. Doch der Gemeinderat hat das Ruder herumgerissen und grünes Licht gegeben, obwohl Bürgermeister Matthias Bäcker beim Blick auf die Finanzlage der Kleinstadt am Fuß der Schwäbischen Alb kalte Füße signalisiert hatte.

Der Bürgermeister hatte angesichts des zu erwartenden Andrangs die Gemeinderatssitzung in die Stadthalle verlegt und diese war mit 300 Menschen voll besetzt. Alle wollten erleben, wie es mit dem idyllisch gelegenen Freibad in diesem Jahr weitergehen wird. Auf Plakaten und bei Wortmeldungen machten die Menschen ihren Protest deutlich und es wurde dringend auf die Wiedereröffnung auch in diesem Jahr gedrungen „für unsere Kinder, für unsere Familien“ stand dort zu lesen.

Freibad Neuffen wird doch geöffnet

Entgegen des Verwaltungsvorschlags wird das Freibad Neuffen 2026 nun doch wieder geöffnet und es bleibt bei den bisherigen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag. Zunächst stand der Vorschlag im Raum, nur noch Donnerstag bis Sonntag zu öffnen, um Kosten zu sparen.

Kalte Füße hatten der Bürgermeister und sein Kämmerer bekommen, weil es in Neuffen für dieses Jahr noch keinen Haushalt gibt und die Stadt erneut mit einem Defizit rechnen müsse. Eine derart teure freiwillige Leistung für das Freibad auf den Weg zu bringen, berge rechtliche und finanzielle Risiken, machte die Verwaltung klar.

Wie teuer wird das Freibad Neufen?

Für den Gemeinderat gelte es zwischen diesen Risiken und dem politischen Wunsch nach Sicherstellung eines regulären Freibadbetriebs abzuwägen. Und Bäcker sicherte sich zusätzlich in der Vorlage ab: „Ein Beschluss zugunsten der Vergabe erfolgt ausdrücklich gegen die fachliche Empfehlung der Verwaltung.“

Mit Neuffen verbinden viele Ausflügler die Festung Hohenneuffen, die einen weiten Blick ins Albvorland bietet.

Foto: Markus Brändli

Schließlich votierte der Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme für die nächste Badesaison und damit für eine Freiwilligkeitsleistung der Kommune, auch wenn im Gegensatz zu Kindergärten, Schulen und Straßen der Unterhalt eines Bades nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben zählt.

Nachdem es immer wieder Personalprobleme gegeben hatte, wird nun das Unternehmen Bäderlife aus Walldorf mit der Bäderleitung und Personalausstattung beauftragt. Das wird die Kommune in diesem Jahr 175 000 Euro kosten.

Da auch längst klar ist, dass das Höhenfreibad sanierungsbedürftig ist und die Pumpen unrund laufen, ist dieses Jahr vorbereitend für die späteren Arbeiten eine Planungsrate von 100 000 Euro im Haushalt vorgesehen und ab 2030 ist die Sanierung im Investitionsprogramm eingestellt, erläutert Bürgermeister Bäcker, der außerdem die Entscheidung über den Haushalt für die Sitzung am 24. März ankündigt.

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