Nürtinger Autozulieferer
: Insolvenz Firma Hofer – „Weichen für stabile und zukunftsfähige Aufstellung“

Die Familie Hofer hat wichtige Teile des insolventen gleichnamigen Unternehmens übernommen. Was das für Mitarbeitende des Nürtinger Autozulieferers bedeutet.
Von
Greta Gramberg
Esslingen
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Das Unternehmen aus Nürtingen hat Standorte in Wolfsburg, Hepberg, München, Stuttgart, Österreich, England, USA und China.

Hofer

Der Nürtinger Automobilzulieferer Hofer AG war in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und hatte Insolvenz angemeldet. Nun sieht die Geschäftsführung „die Weichen für eine stabile und zukunftsfähige Aufstellung gestellt“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die bisherigen Mehrheitseigner, die Familie Hofer, haben wichtige Teile des Unternehmens aus der Insolvenz genommen. Was bedeutet das für Mitarbeitende?

Ende Juli stimmte der Gläubigerausschuss den weiteren Angaben zufolge dem Verkauf zu. Dabei ging es um zentrale Technologiefelder der Firma, insbesondere Batteriesysteme, elektrische Antriebssysteme, Elektronik und Software. Der Deal stelle sicher, dass „die Kontinuität im Unternehmen gewahrt bleibe“. Er sichere „die Fortführung aller Projekte durch die Übernahme der relevanten Mitarbeiter und Infrastruktur“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie alle wesentlichen Teams blieben in den laufenden Projekten eingebunden.

Einige Mitarbeitende verlieren ihren Job, Großteil der Stellen bleibt erhalten

Der Firmensitz von Hofer befindet sich in Nürtingen-Oberensingen.

Foto: Hofer

Allerdings verlieren auch einige Hofer-Mitarbeitende ihre Job – wie viele, dazu macht das Unternehmen auf Nachfrage keine Angaben. Es habe einen Stellenabbau gegeben, der Großteil der Arbeitsplätze bleibe aber erhalten, lässt eine Sprecherin mitteilen. An den Standorten Stuttgart, Hepberg und Nürtingen bleiben demnach 200 Stellen bestehen. Wie viele es zuvor gab und wie viele davon in Nürtingen erhalten bleiben, dazu informiert das Unternehmen nicht. Nach Angaben gegenüber der „Nürtinger Zeitung“ von Anfang Juli waren zu diesem Zeitpunkt etwa 100 Mitarbeitende am Standort beschäftigt. Dort werden demnach schwerpunktmäßig Batterien für E-Fahrzeuge entwickelt. Weitere Standorte sind laut Internetseiten der Firma in Wolfsburg, Hepberg, München, Stuttgart, Österreich, England, USA und China.

Eigenen Angaben zufolge beliefert die Hofer-Gruppe renommierte Kunden in Europa, den USA und Asien, mit besonderem Fokus auf elektrifizierte Antriebssysteme für rein elektrische und hybridisierte Fahrzeuge. Zum Umsatz macht das Unternehmen keine Angaben.

Autozulieferer Hofer: Herausfordernde Lage

„Wie viele Wettbewerber spürte auch die Hofer AG die Folgen des Strukturwandels in der Automobilbranche“, heißt es von einer Unternehmenssprecherin zur Begründung des Insolvenzantrags. Das Sanierungsverfahren war in Eigenverwaltung durch die Hofer-Geschäftsführung, unterstützt von den Sanierungsspezialisten der Firma Pluta, abgelaufen. Wie die Sprecherin weiter ausführt, belasteten verzögerte Investitionen, verschobene Projekte und politische Unsicherheiten das Unternehmen. „Trotz starker Marktposition geriet die Gesellschaft dadurch in eine herausfordernde Lage.“

„Mit dem erfolgreichen Abschluss des Asset Deals haben wir nach herausfordernden Monaten die Weichen für eine stabile und zukunftsfähige Aufstellung gestellt – und das mit großer Unterstützung unserer langjährigen Kunden“, wird Geschäftsführer Johann Paul Hofer in einer Pressemitteilung zitiert. „Unser Fokus bleibt klar auf E-Mobility und zukunftsrelevanter Antriebstechnik, die gefragter ist denn je und großes Potenzial für verschiedenste Märkte bietet. In der neuen, schlanken Struktur schaffen wir eine technologisch fokussierte Organisation, die die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärkt.“

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