Ostern im Garten
: Tipps vom Profi für den Garten: „Wo ein Baum steht, müssen auch Stauden ran“

Michael Moll von Stauden Moll in Echterdingen ist stolz auf die vielfältigen Eigengewächse. Seiner Pfingstrosen wegen kommen Leute sogar aus der ganzen Region auf die Fildern.
Von
Armin Friedl
Stuttgart
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Michael Moll führt seinen Betrieb seit 35 Jahren auf den Fildern.

Friedl

Allein der Duft ist betörend. Und da genügt es, in etwa einem halben Meter Abstand langsam an dem Setzling vorbeizulaufen – schon ist die Umgebung erfüllt von intensivem Rosmarin-Duft. Michael Moll, Geschäftsführer von Stauden Moll in Leinfelden-Echterdingen, ist sichtlich stolz auf seine Pflanzen, die derzeit allerdings noch in einem frühen Wachstumsstadium sind.

So befinden sie sich einerseits in einer offenen Scheuer, bekommen also viel mit von frischer Luft, Sonne und Feuchtigkeit. Und sind doch gleichzeitig geschützt vor allzu heftigen kalten Winden, die jetzt eben doch noch zur Jahreszeit gehören. Wer will, kann auch rausfahren zu den Aussiedlerhöfen Bliensäcker, kann sich dort seine Blumen und Pflanzen für die Osterdeko und die Zeit danach auswählen, sowohl für drinnen wie für draußen.

„Wir verzichten weitgehend auf Torf, und auch die Plastiktöpfe sind zu hundert Prozent aus Recyclingmaterial.“

Michael Moll, Geschäftsführer Stauden Moll

Was man damit allerdings konkret machen will, was aus ästhetischen Gründen gut zueinander passt, da ist auch die Kreativität der Kundschaft gefragt. Denn der Familienbetrieb sieht seine Aufgabe vor allem in der Aufzucht der Pflanzen und versorgt jetzt und in den nächsten Wochen die Blumengeschäfte in der näheren und der weiteren Umgebung.

Aber Tipps gibt Moll natürlich trotzdem gerne, etwa diesen: „Es müssen ja nicht immer Primeln sein, wie wäre es mal etwa mit Goldlack“. Den intensiven Rosmarin-Geruch nimmt er auch zum Anlass, um auf andere Kräuter hinzuweisen: „Lorbeer duftet auch sehr intensiv, das wäre doch mal was anderes“, findet Moll.

Und damit die Kunden zufrieden sind mit dem Angebot und den Pflanzen, legt Moll sehr viel Wert auf ein solides Wachstum seiner Pflanzen.Genauso viel Wert legt er darauf, dass die in einem möglichst natürlichen Umfeld gedeihen. Die Fildern eignen sich dazu sehr gut als Standort, das wird bei einer kurzen Besichtigung des Betriebs bei den Aussiedlerhöfen Bliensäcker offensichtlich.

Wobei der korrekte Begriff dafür Stauden sind und das will sagen: Die wachsen und blühen nicht nur über eine Saison hinweg, sondern über mehrere Jahre hinweg als Wiederblüher. Und schon jetzt wird vieles beachtet: „Wir verzichten weitgehend auf Torf“, so Moll, „und auch die Plastiktöpfe sind zu hundert Prozent aus Recyclingmaterial.“

Leinfelden-Echterdingen ist eine Vorzeigekommune

Dann schaut Moll aufs Größere, auf die Kommunen, wenn die demnächst damit beginnen, ihre Grünflächen zu bepflanzen. Sein Credo lautet: „Wo ein Baum steht, müssen auch Stauden ran“. Aus optischen Gründen natürlich, aber auch unter dem Aspekt der Natur: Stauden sind eine sehr wichtige Nahrungsquelle für Insekten aller Art. Da hat Moll schon im vergangenen Jahr darauf aufmerksam gemacht, indem er im großen Stil in Leinfelden-Echterdingen kostenlos Blühsamen an die Bevölkerung verteilt hat. Eine Aktion, die sehr viel Anklang gefunden hat.

Da hat auch Moll viel zu loben: „In Sachen öffentliches Grün ist man in Baden-Württemberg weit vorne im Bundesvergleich. Filderstadt ist da ganz stark mit dabei, bei Leinfelden-Echterdingen kann man schon von einer Vorzeigekommune sprechen“. Moll meint da nicht nur die reine Menge an Blühflächen, sondern auch deren Bearbeitung das ganze Jahr über.

Schnittblumen und Spargel bei Stauden Moll

Was es bei Moll deshalb nicht gibt, sind Schnittblumen. Seine Rechnung sieht so aus: „Damit die so heranwachsen wie gewünscht, benötigt man Treibhäuser. Und in denen muss man entsprechende klimatische Bedingungen schaffen. Das macht das Ganze teuer. Diese Kosten kann man sich hier nicht mehr leisten, also muss man die aus dem Ausland beschaffen. Und das muss natürlich auch bezahlt werden vom Kunden.“

Diese Pflanzen verlassen jetzt Stauden Moll.

Foto: Friedl

Also gibt es bei Moll keine Schnittblumen. Und doch gibt es eine Ausnahme: Die Pfingstrose. Moll: „Die blüht bei uns auf den Fildern nur wenige Wochen von Ende Mai bis Anfang Juni. Und die hat dann stets ein etwas anderes Aussehen. Da gibt es Leute, die kommen speziell nur wegen der Pfingstrosen zu uns.“

Moll vergleicht das mit dem Spargelessen: Viele haben an diesem Gemüse kein größeres Interesse, andere schwören darauf und greifen zu, solange es Spargel gibt. Die Zeit, in der es frisch gestochenen Spargel gibt, ist ja überschaubar. Moll kann da seine Kunden gut einschätzen: Seit 35 Jahren führt er diesen Betrieb auf den Fildern, inzwischen ist auch der Sohn bestens eingeweiht.

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