Ostfildern-Nellingen
: Aus für beliebten Treffpunkt – Der Erdi-Biomarkt schließt nach 18 Jahren

Nach 18 Jahren schließt Erdi den Biomarkt in Nellingen. Viele Stammkunden lässt das enttäuscht zurück. Die Hintergründe.
Von
Elisabeth Maier
Esslingen
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Aus den Gerüchten wurde Gewissheit: Der Erdi-Biomarkt in Nellingen schließt.

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Kunden hatten die Gerüchte schon lange verbreitet, aber jetzt steht es fest. Der Erdi-Markt in der Bismarckstraße 41 in Nellingen schließt nach 18 Jahren. „Leider können wir diesen Standort nicht mehr dauerhaft wirtschaftlich betreiben“, ist auf dem Plakat am Eingang zu lesen. Da wird die Schließung des Marktes zum 31. März angekündigt. Die anderen Märkte in der Region sind nicht betroffen.

Viele Stammkundinnen und -kunden macht das Aus für das beliebte Bio-Geschäft in der Ortsmitte traurig. Noch bis einschließlich 31. März läuft der Ausverkauf. Da gibt es 25 Prozent „auf fast das gesamte Sortiment“. Dass der Markt in Nellingen geschlossen werden soll, hat der Betreiber erst spät kommuniziert.

Auf mehrfache Nachfragen unserer Zeitung hat die Geschäftsleitung von Erdi nicht reagiert. Das Unternehmen betreibt mehrere Biomärkte in Stuttgart und auf den Fildern. Die nächsten Märkte sind in Bernhausen in der Bernhäuser Hauptstraße 2 und in Echterdingen in der Stangenstraße 8 – da muss die Kundschaft aus Ostfildern künftig ausweichen.

Den Erdi-Markt in der Neckarstraße in Stuttgart betreibt Samuel von Pokrzywnicki. Dort läuft das Geschäft bestens. Der Chef des Geschäfts am Stöckach bestätigt, dass der Biomarkt mit breitem regionalem Sortiment sehr gut ankommt. Der Unternehmer Karl Hässner, der die Geschäfte seit 1979 aufgebaut hat, ist für sein regionales Biomarkt-Konzept ausgezeichnet worden und schrieb eine Erfolgsgeschichte.

Das nachhaltige Biomarkt-Konzept prägt die Philosophie von Erdi.

Foto: privat

„In Nellingen kann es an fehlender Kundschaft nicht gelegen haben“, vermutet eine Kundin. „Erdi war für viele nicht nur ein Einkaufsort, sondern ein Treffpunkt mit familiärer Atmosphäre.“ Sie berichtet von engagierten Mitarbeitenden, lobt die große Auswahl hochwertiger Bio-Produkte, faire Preise und persönliche Beratung. Mit der Schließung gehe ein Stück regionaler Bio-Geschichte verloren – „gerade in Zeiten, in denen nachhaltige und regionale Versorgung immer wichtiger wird.“

Sie hätte sich gewünscht, dass die Stadt Ostfildern aktiv wird. „Städte haben Gestaltungsspielräume und sollten lokale, nachhaltige Strukturen wie Bioläden aktiv unterstützen.“ Mit dem Rückgang des Einzelhandels „schwinden Lebensqualität und Attraktivität des Ortskerns.“

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