Ostfildern: Sorge wegen Unterkunft für Geflüchtete – „Keine weiteren Standortdiskussionen“

Ursula Zitzler vom Freundeskreis Asyl in Ostfildern kümmert sich um geflüchtete Menschen.
Ines RudelEin besorgter Vater meldete sich in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats Ostfildern zu Wort. Er wollte wissen, ob die Gerüchte stimmen, dass in die geplante Flüchtlingsunterkunft in Ruit nahe dem Weiherhag-Kindergarten 70 alleinstehende Männer einziehen. „Willkommenskultur ist uns allen wichtig.“ Doch er sieht Probleme mit den Kindern. Auch Grundschüler kommen täglich an den Wohncontainern vorbei.
„Es ist unser Ziel, die Unterbringung möglichst dezentral in den Stadtteilen zu organisieren“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay im Stadthaus im Scharnhauser Park. Am 18. März werde es eine umfassende Bürgerinformation geben. Da werde man die Sorgen und Nöte der Menschen erörtern und schauen, welche Lösungen es gibt.

Oberbürgermeister Christof Bolay
Foto: Ines Rudel/Ines RudelDa sieht Bolay den Freundeskreis Asyl in einer Schlüsselrolle. Allerdings stellte er klar, dass es keine weiteren Standortdiskussionen geben werde. „Wir bekommen eine bestimmte Anzahl Geflüchteter zugewiesen, die wir unterbringen müssen.“ Und es sei politischer Wille, dass Sporthallen, Bürgerhäuser und andere öffentliche Einrichtungen nicht belegt werden. An den anderen Standorten habe die Integration auch bestens geklappt.
In Kemnat haben sich die Befürchtungen zerstreut
In Kemnat hätten die Menschen auch zunächst große Sorgen gehabt, wie sich eine Unterkunft für Geflüchtete eingliedern lasse, sagte Bolay: „Die haben sich zerstreut.“ Allerdings leben dort Familien in der Unterkunft. In Ruit entstehen Container mit Zimmer, die jeweils 16 Quadratmeter Raum bieten. „Wir müssen die Integration gut begleiten“, sagte Christof Bolay. Da setzt er auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere auf den Freundeskreis Asyl, um die Menschen in die Stadtgesellschaft zu integrieren.