Pfingstmarkt in Köngen: Krämer, Rettungshunde und Schießbuden

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Stuttgarter ZeitungNeben den mehr als 200 Ständen auf dem Krämermarkt gab es Fahrgeschäfte und einen Festzeltbetrieb mit musikalischer Unterhaltung sowie die Vorführungen der Rettungshundestaffel Nürtingen-Kirchheim. Auf dem Pfingstmarkt in Köngen genossen am Montag tausende Besucher die Sonne, die Angebote, das Flair und die Unterhaltung.
An einem gut besuchten Pfingstwochenende strömen laut Gemeinde rund 30 000 Menschen ins Zentrum des 10 000-Seelen-Ortes. An den vielen Ständen wurden allerlei Waren feilgeboten. Von Bürsten aller Art über Kleidung, Lederwaren und bunten Luftballons bis hin zu Gewürzen oder Kunsthandwerk. Hinzu kam das umfangreiche kulinarische Angebot. Wer beim fröhlichen Flanieren hungrig oder durstig, womöglich sogar beides, geworden war, musste nicht lange leiden. Grillbuden und Imbissstände boten Eis, kühle Getränke, frische Früchte, Gegrilltes und Gebackenes an. Die Marktbeschicker bestanden aus professionellen Händlern, örtlichen Vereinen und Organisationen sowie Einzelhändlern. Auch zahlreiche Geschäfte hatten am Montag bis in den Nachmittag hinein geöffnet.
Ein Highlight waren besonders für viele Familien die stündlichen Vorführungen der Rettungshundestaffel Nürtingen-Kirchheim. Beim Schloss zeigten die talentierten Vierbeiner, wie sie im Unglücksfall den Rettungsdiensten helfen. Zugute kommen den Tieren ihre scharfen Sinne. Sie können beispielsweise verunglückte Menschen finden und den menschlichen Helfern den Fundort anzeigen.
Viehmarkt wird zum Krämermarkt
Auf dem Festplatz stand die Unterhaltung im Vordergrund. Schieß- und Losbuden lockten mit spaßigen Spielen. Die Fahrgeschäfte hatten vom Kinderkarussell bis zum Auto-Scooter für alle Altersgruppen ein passendes Angebot. Im Festzelt eröffnete am Montag die Kapelle des Musikvereins Ebersbach den Vormittag mit zünftiger Blasmusik.
Die Geschichte des Pfingstmarktes reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. „Im Jahr 1787 erteilte die Behörde erstmals die Erlaubnis eines Marktes während der Pfingstfeiertage“, erklärt die Gemeinde auf ihrer Internetseite. Damals sei der Viehhandel im Vordergrund gestanden. Der Markt sei im 19. Jahrhundert immer beliebter und größer geworden. Allerdings litt der Ruf der Tiermärkte immer wieder unter Viehseuchen. Weil die Seuchen die örtlichen Bauern belastet hätten, habe der Tiermarkt in Köngen mitunter keinen guten Ruf gehabt, so die Gemeinde.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts hätten die Vieh- und Schweinemärkte schließlich immer weiter an Bedeutung verloren, sodass der Pfingstmarkt zu einem reinen Krämermarkt geworden sei. Der Begriff „Krämer“ wird inzwischen nur noch selten verwendet, weil das Berufsfeld ausstirbt. Als Krämer wurden Kleinhändler bezeichnet, die Waren des täglichen Bedarfs in einem kleinen Laden oder als Reisende auf Märkten anboten.
Das Wort „Kram“ hatte früher keinen abwertenden Touch
Das Wort „Kram“ steht inzwischen eher abwertend für kleine Dinge. In der Vergangenheit hatte der Begriff diesen negativen Touch noch nicht. Gekramt wird bis heute gerne. Der Pfingstmarkt ist ein Höhepunkt des Jahreskalenders in Köngen. Neben den Besuchern kommen viele Einwohner jedes Jahr gerne zu der Veranstaltung. Pfingsten ohne diesen Markt sei für die Einwohner inzwischen sogar unvorstellbar, heißt es auf der Internetseite der Gemeinde.
Gleichzeitig ist die Großveranstaltung für manch einen Einwohner auch eine Belastung. Vor allem die Verkehrseinschränkungen treffen den einen oder anderen hart. Eine Herausforderung ist die Logistik. In den Wohngebieten um den Pfingstmarkt herum drehten viele Autofahrer mit Kennzeichen aus Stuttgart, Heidenheim, Göppingen oder Tübingen ihre Runden auf der Suche nach einem Parkplatz. Die Chancen auf einen Parkplatz an der Straße waren jedoch gering. Wer von außerhalb stressfrei zum Markt kommen wollte, kam ohne Auto nach Köngen oder nutzte einen der großen ausgeschilderten Parkplätze. Es gab sogar Shuttle-Busse aus Wendlingen und Neuhausen.