Plattenhardt
: Was soll der 46-Meter-Mast am Uhlbergturm?

Ende August wird der Energieversorger Netze BW mit dem Bau eines großen Funkmasts im Wald bei Plattenhardt beginnen. Das ist der Hintergrund.
Von
Caroline Holowiecki
Esslingen
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Dere neue Mast soll höher werden als der bestehende, hier gezeigte Mast.

Horst Rudel

Es ist eine kurze Notiz, die womöglich viele Menschen überblättert haben. Letztlich enthält das rot umrahmte Kästchen auch nur einen einzigen Satz. „Die Stadt Filderstadt informiert ihre Bürgerinnen und Bürger, dass die Netze BW GmbH – als Bauherrin – auf dem Flst. Nr.5314 in der Nähe des Uhlbergturms voraussichtlich Mitte August mit dem Bau eines 45,98 Meter hohen Schleuderbetonmastes mit zwei Plattformen sowie Systemtechnik auf Fundamentplatte zur Versorgung mit 450 Megahertz beginnen“, heißt es im Amtsblatt der Stadt Filderstadt.

Der Uhlbergturm ist 25 Meter hoch, das heißt, dass der neue Mast ihn deutlich überragen wird. Warum wird so ein Riese mitten im Wald gebaut? Tatsächlich, das enthüllt eine Sprecherin der Netze BW, hätte der Mast sogar direkt auf dem Uhlbergturm stehen sollen, „jedoch ist dieser bereits statisch ausgelastet“, teilt sie mit. Durch die Vorgaben des Suchkreises von 450connect habe sich dieser Standort ergeben. Die Standorte lägen etwa 15 Kilometer voneinander entfernt.

Digitalisierung der Energiewirtschaft soll vorangetrieben werden

Die Kölner 450connect GmbH ist bundesweit die alleinige Betreiberin der 450-Megahertz-Funkfrequenzen und hat die Aufgabe übernommen, ein bundesweites leistungsfähiges Mobilfunknetz auf LTE-Basis aufzubauen. Ziel: die Digitalisierung der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft sowie weiterer kritischer Infrastruktursysteme. 450connect will bis Ende dieses Jahres ein branchenübergreifendes 450-Megahertz-Funknetz mit rund 1600 Funkstandorten aufbauen. Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Stromnetzbetreiber sollen so die Möglichkeit haben, Energieerzeugung, -transport und -verbrauch in Echtzeit zu kontrollieren und zu steuern.

Zudem sollen sich dezentrale Wind-, Photovoltaik- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, aber auch Ladestationen und Ampeln deutlich besser als bisher ins Gesamtsystem einbinden lassen, heißt es in einem Netze-BW-Informationsblatt. Durch das 450-Megahertz-Funknetz gewährleiste 450connect die sichere und hochverfügbare Kommunikation von Millionen kritischer Maschine-zu-Maschine-Anwendungen sowie die ausfallsichere Sprachkommunikation in Notfällen und Krisen. Die Netze BW realisiert im Rahmen einer Versorgerallianz alle Funkstandorte in Baden-Württemberg. Der 100. wurde jüngst fertiggestellt, zum Jahresende rechne man mit rund 95 Prozent Funkabdeckung.

Forst hat keine Einwände gegen den neuen Mast

Der Uhlbergturm ragt über die Baumwipfel hinaus. (Archivbild)

Foto: imago/Depositphotos

Die Stadt Filderstadt wurde im Rahmen des Bauantrags vom Esslinger Landratsamt angehört. Sandra Gmehling, die Leiterin des örtlichen Baurechtsamts, erklärt, dass es sich bei dem Grundstück nördlich des Uhlbergturms um Staatswald handelt. Dennoch ist die Stadt nicht außen vor. „Die Baugenehmigung erteilt die Stadt als Verfahrensträgerin“, sagt sie, der Gemeinderat sei ebenfalls zumindest in Kenntnis gesetzt worden über die Pläne. Die Naturschutzbehörde und auch der Forst hätten keine Einwände gegen den Mast an sich und die dazu notwendige Rodung geäußert.

Laut der Netze BW soll der Bau voraussichtlich Ende August starten, die Inbetriebnahme ist fürs vierte Quartal geplant. Sandra Gmehling geht davon aus, dass die Bauarbeiten im Wald für einiges Aufsehen sorgen werden, immerhin ist das Landschaftsschutzgebiet rund um den Uhlbergturm ein beliebtes Naherholungsgebiet. „Spätestens mit Baubeginn werden die Leute anrufen.“

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