Sicherheit für Radfahrer
: Rasche Verbesserungen für Radfahrer angemahnt

Die Liste Engagierter Bürger/Demokratie in Bewegung drückt aufs Tempo. Sie will Verbesserungen für Radfahrer am Kreisverkehr Rohrer-, Stuttgarter- und Bahnhofstraße.
Von
Philipp Braitinger
Stuttgart
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Stuttgarter Zeitung

Die Umsetzung des Radverkehrsprogramms in Leinfelden-Echterdingen kommt nur schleppend voran, was viele Radler aufregt. Eine der Ideen, die länger als geplant dauern könnten, ist die Umgestaltung des Kreisverkehrs an der Rohrer-, Stuttgarter und Bahnhofstraße in Leinfelden. Die Liste Engagierter Bürger/Demokratie in Bewegung drückt nun aber aufs Tempo. Die Fraktion beantragt, dass über die Umgestaltung für mehr Radfahrersicherheit zeitnah entschieden wird. „Wir halten die Durchführung der Maßnahmen, die für mehr Sicherheit sorgen, für unumgänglich“, so die Fraktion.

Im Technischen Ausschuss wurde im April 2025 eine Musterlösung des Landes für die Umgestaltung des beschriebenen Kreisverkehrs vorgestellt. Darin würden die bestehenden Zebrastreifen um einen Radfahrstreifen ergänzt – eine vergleichsweise kostengünstige Lösung, wie sie vielerorts bereits gebaut ist und die sich nach Ansicht des Landes auch bewährt hat. Kosten würde die Maßnahme 157 119 Euro. Dennoch wollten sich einige Stadträte die Situation an dem Kreisverkehr vor der Entscheidung nochmals vor Ort ansehen. Die Entscheidung wurde vertagt.

Viele Unfälle an dieser Stelle

Begründet hatte die Stadtverwaltung die Verbesserungen auch damit, dass es rund um den Kreisverkehr zu vielen Unfällen mit der Beteiligung von Radfahrern gekommen sei. Es ist sogar von einem „Unfallschwerpunkt“ die Rede. Laut dem Polizeisprecher Christian Wörner gab es im Jahr 2022 in der Polizeistatistik drei Unfälle mit Radfahrern. Im Jahr 2023 sei es noch ein Unfall mit einem Radfahrer gewesen, zu welchem die Polizei hinzugezogen worden war. Seitdem habe es an dem besagten Kreisverkehr keinen Unfall mit einem Radfahrer mehr gegeben, der die Anfahrt der Polizei notwendig gemacht hätte. Darüber hinaus habe es weitere Unfälle mit Fußgängern gegeben.

Doch warum wird der Kreisverkehr nun als Unfallschwerpunkt bezeichnet? „Von einer Unfallhäufungsstelle innerorts spricht man, wenn sich an einer Örtlichkeit innerhalb eines Jahres fünf Unfälle – egal ob mit Sach- oder Personenschaden – desselben Typs (zum Beispiel Vorfahrtsverletzung), oder fünf Verkehrsunfälle mit Personenschaden, egal welchen Unfalltyps – innerhalb von drei Jahren ereignet haben“, erklärt Polizeisprecher Wörner. Aufgrund von sieben Unfällen (vier davon Radfahrer) mit leicht Verletzten in dem Dreijahres-Zeitraum ist der Kreisverkehr derzeit noch als Unfallhäufungsstelle bei der Straßenverkehrsbehörde gemeldet. Sollte es aber nicht in absehbarer Zeit wieder vermehrt Unfälle geben, dürfte der Kreisverkehr bei der nächsten Bewertung – dann drei Jahre nach dem jüngsten Unfall – die bisherige Einstufung verlieren.

Für die Fraktion Liste Engagierter Bürger/Demokratie in Bewegung ist die Zahl der Unfälle aber nicht allein entscheidend. „Nur weil in den letzten Monaten keine gefährlichen Situationen gemeldet wurden, heißt das nicht, dass sich die Gefahrenlage ohne Zutun verbessert hat. Es war einfach Glück, dass es zu keinem schweren Unfall gekommen ist“, schreiben die Stadträte. Ferner sei die Kreuzung Teil des offiziellen Rad- und Schulwegenetzes der Stadt. Daher solle nicht weiter abgewartet und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen werden, meint die Fraktion.

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