Skandal an Hochschule Esslingen
: Staatsanwaltschaft lässt sich weiter Zeit

Die Hochschule Esslingen hatte 2008 Leistungsbezüge an Dozenten ohne ausreichende Prüfung gewährt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ziehen sich in die Länge.
Von
Simone Weiß
Esslingen
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Die Hochschule Esslingen hat 2008 Leistungsbezüge wohl in Höhe von 1,6 Millionen Euro an Professoren ohne ausreichende Prüfung ausbezahlt.

Roberto Bulgrin

Die Ermittlungen scheinen sehr aufwendig zu sein, denn sie ziehen sich gewaltig in die Länge. Bereits im Oktober 2022 hatte die Hochschule Esslingen zugegeben, dass sich ein Anfangsverdacht bestätigt hatte: 2008 waren unter dem damaligen Rektor Bernhard Schwarz Leistungsbezüge ohne jede oder ohne eine ausreichende Prüfung an Professorinnen und Professoren vergeben worden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte sich mit der Sache befasst – bislang ohne Ergebnis.

Die Antwort der Pressestelle der Staatsanwaltschaft Stuttgart fällt denkbar knapp aus: „Die Ermittlungsverfahren betreffend die Hochschule Esslingen dauern noch an“, teilt erste Staatsanwältin Stefanie Ruben auf Anfrage unserer Zeitung mit. In diesem und anderen anstehenden Verfahren könne in zwei bis vier Wochen nochmals nachgefragt werden.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen die Hochschule Esslingen.

Foto: Roberto Bulgrin

Angaben zu den Gründen für die lange Dauer der Ermittlungen werden nicht gemacht. Nachgefragt wird von unserer Zeitung in regelmäßigen Abständen – bisher ohne Ergebnis. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte die Ermittlungen im Januar 2022 aufgenommen.

Leistungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro soll die Hochschule Esslingen gewährt haben

Die Hochschule Esslingen war im Oktober 2021 nach eigenen Angaben darauf aufmerksam geworden, dass im Jahr 2008 in insgesamt 52 Fällen fehlerhaft Leistungsbezüge gewährt worden waren. Im Januar 2022 hatte sie den Fall öffentlich gemacht. Die Leistungsbezüge waren ohne oder ohne ausreichende Bewertung und Überprüfung ausbezahlt worden. Die Leistungen an die Dozentinnen und Dozenten beliefen sich nach Angaben des Wissenschaftsministeriums auf eine Summe von insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro.

Für die Hochschule Esslingen ist die Aufarbeitungsphase des Falles abgeschlossen, hatte Rektor Christof Wolfmaier bereits im Juni gesagt. Glücklicherweise habe eine aufwendige Evaluation der vor seiner Amtszeit liegenden Ereignisse ergeben, dass die Professorinnen und Professoren die ausbezahlten Gelder zu Recht erhalten hätten.

Alle Fälle hätten rekonstruiert und nachvollzogen werden können und die Zahlungen hätten einer Überprüfung standgehalten. Diese Ergebnisse hatte die Hochschule auch im Oktober 2022 veröffentlicht. In regelmäßigen Abständen würde bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart der aktuelle Stand der Ermittlungen abgefragt, so der Rektor. Aber auch ihm liegen keine Ergebnisse vor.

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