Hohe Mauern in Esslingen: Geheimer Ort öffnet für einen Tag die Türen

Ein Ort, den kaum jemand kennt in Esslingen.
Roberto BulgrinEin verschlossener Friedhof mitten in Esslingen? Ja, den gibt es. Und für einen Moment wird er geöffnet sein, sodass er besichtigt werden kann.
Was hat es auf sich mit dem verschlossenen Friedhof von Esslingen? Im Jahr 1807 wurde in Esslingen ein jüdischer Friedhof außerhalb der damaligen Stadtmauer angelegt. Nachdem dieser Friedhof im Jahr 1874 voll belegt war, wurde auf dem Ebershaldenfriedhof ein jüdisches Gräberfeld ausgewiesen, auf dem bis zur NS-Zeit Menschen jüdischen Glaubens bestattet wurden. Der alte jüdische Friedhof an der Ecke Mittlere Beutau/Turmstraße wurde in der Zeit des Nationalsozialismus verwüstet. Nur wenige Grabsteine blieben erhalten und wurden später wieder aufgerichtet.
Der verschlossene Friedhof in Esslingen in mit einer hohen Mauer eingefasst
Der Friedhof ist heute mit einer hohen Mauer eingefasst und nicht öffentlich zugänglich.
Die SPD Esslingen öffnet nun für Interessierte das Tor zu dieser historischen Stätte. Am Dienstag, den 29. Juli, gibt es eine Führung. Gerhard Voß und Cedric Müllner vom Verein Denkzeichen erläutern die Geschichte des Friedhofes und stehen für Fragen zur Verfügung.
Treffpunkt ist um 17 Uhr beim Beutaubrunnen (hinter dem Neuen Rathaus). Einige Dinge sind zu beachten: Männer brauchen eine Kopfbedeckung. Wer das Angebot nutzen möchte, meldet sich per Mail unter: buero@spd-esslingen.de mit seiner Adresse an.
Politische Gespräche in Esslingen am Rande des Friedhof-Besuchs
Politischer Nebeneffekt: Am Rande des Termins stehen Vertreterinnen und Vertretern der SPD-Fraktion im Esslinger Gemeinderat bereit, um über kommunalpolitische, aber auch über Themen abseits der Politik zu diskutieren. Teilnehmen werden der Fraktionsvorsitzende Nicolas Fink und die Co-Vorsitzende der SPD Andrea Klöber, die die Führung initiiert und organisiert hat.