Theater unter den Kuppeln
: Freilichttheater im Winter – es wird geputzt, repariert und aussortiert

Im Stettener Theater unter den Kuppeln wurde in den vergangenen Wochen aufgeräumt und alles winterfest gemacht. Es gibt im Januar aber auch zwei Theaterproduktionen.
Von
Armin Friedl
Stuttgart
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Eindruck von einem der großen Aufräumtage im Theater unter den Kuppeln.

Hernandez Blazquez

Die gute Nachricht für viele: Im Januar 2026 schneit es auf jeden Fall. Zumindest in Stetten im Theater unter den Kuppeln. Denn dort wird dann die Mundart-Produktion „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner gespielt. Wie viel Schnee es sein wird und was im Einzelnen geschieht, darüber wollen Nikolaus Weißenhorn und Irina Kunzi-Watolla nicht allzu viel verraten. Sie inszenieren das Stück für das Theater unter den Kuppeln. Doch das Duo verspricht eine spektakuläre Winterlandschaft, während das Publikum die Aufführungen in der gut beheizten Innenbühne des Theaters verfolgen kann.

Mundartstück und Gerichtsdrama

Das Theater unter den Kuppeln im Leinfelden-Echterdinger Stadtteil Stetten ist vor allem bekannt als großes Sommertheater mit der Freilichtbühne. Da gibt es dann stets eine spektakuläre Musicalproduktion zu sehen, die ohne weiteres mit den anderen Produktionen dieses Genres im Stuttgarter Raum mithalten kann. Und es läuft jedes Jahr auch ein Stück, das vor allem die jüngeren Besucher interessiert.

Doch auch jetzt, wenn niemand wirklich auf die Idee kommt, Theater im Freien sehen zu wollen, haben die Akteure nicht spielfrei: Die Mundartproduktion hat Premiere am 10. Januar. Und am 25. Januar ist die Premiere der Schauspielproduktion „Terror“ von Ferdinand von Schirach. Möglich sind die Aufführungen, weil noch zwei weitere Bühnen gibt – komplett als geschlossene Räume.

Probenszene aus „Drei Männer im Schnee“

Foto: Wolf

Im Theater wird repariert über den Jahreswechsel

Den Dezember über wird schon fleißig geprobt, doch der Jahreswechsel wird auch genutzt, um aufzuräumen und zu reparieren. Oder Inventur zu machen. Wer im Rahmen von Führungen schon einmal in die Requisiten- und Kostümräume schauen konnte, der bekommt schnell den Eindruck, dass die Dinge eher aufgehoben als weggeworfen werden. Wohl dem, der sich in diesem gewaltigen Fundus noch gut auskennt.

In den eigenen Werkstätten wird alles selbst gemacht

Das liegt natürlich auch daran, dass im Theater unter den Kuppeln in den eigenen Werkstätten alles selbst gemacht wird. Angefangen beim großen Bühnenelement, das im Sommer auf die Drehbühne im Freien kommt. Bis hin zum Schnürsenkel, sollte ein Regisseur besondere Wünsche haben.

Die Sommerbühne wird winterfest gemacht

An zwei Aufräumtagen helfen alle etwa 120 Theatermitglieder mit. „Die Technikcrew verstaut Lampen, Scheinwerfer und Kabel, die den Sommer über auf der Freilichtbühne benötigt wurden. Mikrofone werden sortiert, Lautsprecher eingelagert, Kabel werden aufgewickelt“, erklärt Pressesprecherin Miriam Hernandez-Blazquez. Im Freien werden die Kulissen abgebaut, die Podeste zerlegt und die Bauteile markiert. Auch die Theaterkinder helfen mit.

Generell ist viel im Freien zu tun: „Laub wird zusammengeharkt, in Schubkarren geladen und aus den Zuschauerbereichen entfernt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene fegen Wege, räumen Beete auf und schneiden Sträucher zurück“, erzählt Hernandez-Blazquez. Allein im November seien zwei Container Laub zusammengekommen.

Das Theater bekommt eine Grundreinigung

„Während draußen gearbeitet wird, kümmern sich andere um die Innenbühnen, Lagerräume, Werkstätten und Büros. Sie werden geputzt, geordnet und neu strukturiert. Alles bekommt eine Grundreinigung.“ Und dann gibt es noch das gemeinsame Mittagessen für die gut 120 Theaterleute – auch das will organisiert und zubereitet sein. Hernandez-Blazquez: „Theater entsteht nicht nur während der Aufführungen. Es entsteht durch Menschen jeden Alters, die mit Herzblut mit anpacken. Groß und klein, alt und jung: Alle gemeinsam unter den Kuppeln.“

Und jetzt im Dezember kommt noch die weihnachtliche Deko des Foyers dazu. Von der bekommt das Publikum freilich nichts mit, das ist ein Bonus rein für die Theaterleute. „Das macht vor allem unsere Jugendgruppe sehr gerne“, verrät Peter Löwy, der wie viele andere dem Theater in den verschiedensten Funktionen verpflichtet ist.

Viele Verwechslungen in einem Ski-Hotel

Und dann gibt es ja auch schon wieder Theater für die verschiedenen Geschmäcker. „Drei Männer im Schnee“ ist eine turbulente Verwechslungskomödie in einem exklusiven Ski-Hotel. „Unsere Inszenierung spielt in der Nachkriegszeit“, betonen Weißenhorn und Kunzi-Watolla, „und auch wenn es eine Mundartproduktion ist, verstehen es alle gut, die nicht besonders gut Schwäbisch können. Es werden verschiedene Dialekte gesprochen. Jeder spricht den, den er am besten kann, damit es nicht aufgesetzt wirkt.“

Ganz anders dagegen „Terror“ von Ferdinand von Schirach. Ein Gerichtsdrama, das auf die Frage zuläuft: Soll ein Kampfjet-Pilot ein entführtes Flugzeug mit 164 Menschen an Bord abschießen, um dessen geplanten Absturz in ein voll besetztes Fußball-Stadion mit 70 000 Menschen zu verhindern? Eine Frage, bei der auch das Publikum zur Abstimmung aufgefordert ist. Und je nach Urteilsspruch endet die Inszenierung auf die eine oder andere Weise.

Aufführungen im Theater unter den Kuppeln von Januar bis März

Mundart
Die Premiere der Inszenierung von Erich Kästners Stück „Drei Männer im Schnee“ in der Inszenierung von Nikolaus Weißenhorn und Irina Kunzi-Watolla ist am Samstag, 10. Januar, um 20 Uhr. Es folgen 15 weitere Aufführungstermine bis zum 21. März jeweils um 20 Uhr.

Drama
Die Premiere von Ferdinand von Schirachs Stück „Terror“ in der Inszenierung von Natalie Schleicher, Zina Sielaff und Theo Manz ist am Sonntag, 25. Januar, um 18.30 Uhr. Es folgen weitere sieben Aufführungstermine jeweils um 18.30 Uhr – bis zum 22. März.

Service
Karten gibt es online unter https://karten.tudk.de oder an der Theaterkasse dienstags und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie eine Stunde vor jeder Vorstellung. Telefonisch ist die Kartenbestellung möglich unter 07 11/ 795 111 immer dienstags und freitags von 15 bis 18 Uhr.

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