Tierbetreuer aus Filderstadt
: Metalfan als Katzensitter: Michael Heinz kommt nicht auf leisen Pfoten

Michael Heinz aus Bernhausen hat den Tierbetreuungsservice „Katzilla“ gegründet. Wie kommt der langhaarige Metal- und Filmfan zu diesem Business?
Von
Caroline Holowiecki
Esslingen
Jetzt in der App anhören

Michael Heinz hat ein Faible für Katzen.

Caroline Holowiecki

Bedrohlich schaut die monströs große Katze mit bösem Blick auf das eigentlich so idyllische Filderstadt herab, aus ihren Katzenaugen schießen lila Blitze auf einen Mann herunter, der schreiend und rennend versucht, sich irgendwo in Sicherheit zu bringen. Das ist keine Filmszene, sondern ein Werbebild, das aktuell für Gesprächsstoff in Filderstadt sorgt. Beworben wird damit „Katzilla“, ein „monstermäßiger“ Tierservice. Das Konzept: Während die Halterin oder der Halter im Urlaub oder auf Geschäftsreise ist, wird das Haustier daheim in seiner gewohnten Umgebung versorgt. Füttern, Katzenklo reinigen, streicheln und spielen, Blumen gießen oder Briefkasten leeren erledigt derweil „Katzilla“ gegen Bezahlung.

Katzenfan hat ein Diplom in Spielfilmregie

Manche können gar nicht genug von Katzen kriegen – so wie Michael Heinz.

Foto: Silas Stein/dpa

Der langhaarige Metalfan, der auf dem Foto vor dem kuscheligen Ungeheuer flüchtet, ist Michael „Heinze“ Heinz aus Bernhausen. Er hat den Tierbetreuungsservice neu gegründet. Eigentlich ist der 49-Jährige gelernter Film- und Kommunikationsdesigner mit einem Diplom in Spielfilmregie. Filmbegeistert ist er obendrein, daher auch die Anspielung auf Godzilla. „Ich habe alle Godzilla-Filme gesehen“, sagt er grinsend. Vor zwei Jahren jedoch hat er seinen Job an den Nagel gehängt und ist aus familiären Gründen in die alte Heimat zurückgekehrt. Nun, da er in Bernhausen ortsgebunden ist, arbeitet er auf selbstständiger Basis, bietet sich als Dienstleister in Sachen Video- und Filmproduktion an. Und jetzt ist eben „Katzilla“ dazugekommen.

Eine Ausbildung im Bereich Tierpflege hat Michael Heinz nicht. Was er weiß, hat er sich über die Jahrzehnte angeeignet. „Ich kann halt mit Katzen und Tieren gut“, sagt er. Dass das zumindest auf seine beiden eigenen Kater zutrifft, stellt Michael Heinz gern unter Beweis. Jason und Freddy, die 13-jährigen Katzenbrüder, kommen auf Zuruf, maunzen und miauen, streifen ihm um die Beine und vollführen das eine oder andere Kunststück. Michael Heinz sagt, dass er seit dem Grundschulalter stets Katzen hatte. „Die erste stand vor der Tür.“ Dass er tatsächlich ziemlich katzenverrückt ist, merkt man an vielerlei Dingen. So hat er zum Beispiel ein eigenen Song aufgenommen. „Die Katze hat Hunger“ soll zeitnah auf der „Katzilla“-Homepage veröffentlicht werden. Dort sind bereits mehrere Katzen-Selfies zu sehen.

Auch andere Tiere will Michael Heinz versorgen

Die schräge Fotomontage mit dem menschenmordenden Katzen-Ungetüm, an der sich auch mancher Tierliebhaber in Filderstadt stößt, hat Michael Heinz „mit einem Augenzwinkern“ erstellt. „Ich wollte etwas machen, das originell ist und hängenbleibt.“ Zumal: Dass Katzen durchaus auch mal ihren eigenen Kopf haben und die Krallen ausfahren können, das zeigt ein frischer Kratzer an Michael Heinz’ Hand. Auszumachen scheint ihm das nichts, der „Katzilla“-Gründer will es vielmehr gern auch mit anderen Stubentigern aufnehmen. In einem Radius von etwa zehn Kilometern versorge er bei Bedarf aber auch andere Tiere, „wenn man mir erklärt, wie es geht“.