Tierschutz in Esslingen
: Nonnenklinge: Warum das Naturparadies in Gefahr ist

Früher wurde in der Nonnenklinge Sand abgebaut. Nach dem Ende der Bewirtschaftung haben sich dort seltene Arten angesiedelt. Nun wird die Idylle von einem bestimmten Tier bedroht.
Von
Simone Weiß
Esslingen
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Wildromantisch: Die Nonnenklinge oberhalb von Esslingen-Wäldenbronn ist Heimat von Arten wie der Gelbbauchunke oder der Zauneidechse.

Roberto Bulgrin

Wildromantisch sieht es aus. Von dem Steinbruch, der früher im Bereich der Nonnenklinge oberhalb von Esslingen-Wäldenbronn betrieben wurde, ist nicht mehr viel zu sehen. Üppige Vegetation, viel Grün, grasende Ziegen und ein idyllischer Blick in die Ferne machen das Tal zu einem Naturparadies. Doch das Paradies ist gefährdet.

Auch in den 1970er Jahren war es hier schon schön. Laut Sascha Arnold vom städtischen Grünflächenamt war das gesamte Areal bewaldet. Dank einer Sondergenehmigung durften die Bäume gefällt und das Gebiet industriell genutzt werden. Sand wurde abgebaut. Die Genehmigung lief 2004 aus. Nach dem Ende der Bewirtschaftung sollten die Flächen wieder aufgeforstet werden. Ein Plan zur Rekultivierung lag bereits vor.

Sascha Arnold vom Grünflächenamt der Stadt Esslingen.

Foto: Roberto Bulgrin

Doch es kam anders. Nachdem die Nutzung als Steinbruch beendet war, wurden laut Sascha Arnold Zauneidechsen, Gelbbauchunken, Wechselkröten, Ringelnattern, Blindschleichen oder Vögel wie der Neuntöter entdeckt. Diese Arten sollten erhalten werden. Lange Zeit sei darüber gesprochen worden, ob nun eine Wiederaufforstung erfolgen oder das Tal mit Blick auf die seltenen Tiere ohne Bäume im Ist-Zustand verbleiben sollte. Der Artenschutz behielt am Ende die Oberhand – die Nonnenklinge wurde in ein Biotop umgewandelt.

Waschbär ist eine Gefahr für die Esslinger Nonnenklinge

Diese Aufgabe übernahm auch der Landschaftserhaltungsverband (LEV) im Landkreis Esslingen. Eine Gefahr für den Artenschutz sei allerdings der Waschbär, der das Gebiet für sich entdeckt habe, sagt LEV-Geschäftsführer Alexander Sommer.

Diese ursprünglich aus Nordamerika stammenden Raubtiere, so ergänzt Sascha Arnold, seien aus Pelzfarmen ausgebrochen und hätten sich ausgebreitet. Auch in der Nonnenklinge hätten sich die Tiere breit gemacht. Sie würden Amphibien und Reptilien fressen und Vogelnester ausrauben. Die Waschbären hätten eine hohe Reproduktionsrate, vermehrten sich also rasant, verfügten über eine große Anpassungsfähigkeit und bedrohten die im Bereich der Nonnenklinge lebenden Arten.

Daher werde nun der Jagddruck auf die Tiere erhöht. Sie würden lebend gefangen. Je nach Geschlecht würden sie dann entweder erschossen oder laufen gelassen. Weibchen, vor allem trächtige Tiere, würden in der Regel wieder in die Freiheit entlassen.

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