U-5-Verlängerung in Leinfelden
: Neue Siedlung, neue Endstation

Am 17. Oktober wird in Leinfelden die neue Endhaltestelle Neuer Markt der Stadtbahn U5 eröffnet. Sie rückt so näher zur Neubausiedlung Schelmenäcker.
Von
Armin Friedl
Stuttgart
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  • Es gibt noch einiges zu tun, bis die U5 die zusätzlichen 800 Meter Strecke in Leinfelden befahren kann.

    Ines Rudel
  • Aus dieser Kurve wird sie kommen: Die U 5 auf dem Weg von der bisherigen Endhaltestelle in Leinfelden zur neuen Endhaltestelle Neuer Markt.

    Ines Rudel/Ines Rudel
  • Und an der neuen Endhaltestelle ist noch viel zu tun: Rechts die Aussteigerampe  . . .

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  • . . . und hier rechts die Rampe in Richtung Innenstadt.

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  • Und die Strecke selbst will noch gefüllt werden mit dem Substrat „Lebensraum Stuttgarter Gleis“.

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  • Der S-Bahn-Betrieb ist davon nicht beeinträchtigt.

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  • Sven Reischl ist der SSB-Gesamtbauleiter Gleis.

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Wenn am 17. Oktober die knapp 800 Meter Verlängerung der Stadtbahnstrecke in Leinfelden eröffnet wird, freuen sich vor allem jene, die in der Neubausiedlung Schelmenäcker leben und arbeiten. Doch bis dahin ist noch viel zu richten an dieser Strecke. Und die SSB nutzt jetzt die aktuelle Bauphase mal, um zu zeigen, was da alles an Arbeit zusammen kommt, damit der Eröffnungstermin gehalten werden kann. 800 Meter von der jetzigen Endhaltestelle Leinfelden Bahnhof zur neuen Endhaltestelle Neuer Markt – das klingt zunächst mal nach nicht viel. Umso mehr aber die Zahl der Fahrgäste, denen man so eine bequeme Fahrt umsteigefrei in die Stadtmitte anbieten kann in 27 Minuten oder eben aus der Stadt raus ins Grüne: 4300 Menschen sollen dort einmal wohnen, wenn alles fertig ist in den Schelmenäckern. Und 1000 Arbeitsplätze sind dort ebenfalls gerade am Entstehen.

Lebensraum Stuttgarter Gleis

Eigentlich ist auf dieser zweigleisigen Trasse so ziemlich jeder Zentimeter verplant. Da sind vor allem die unzähligen Betonsockel, auf denen die Gleise verschraubt sind. Die Signalanlagen fehlen derzeit noch, der Oberleitungsbau ist auch noch nicht fertig. Aber die Vorrichtungen sind schon da und diese zeigen: Da ist noch einiges zu tun bis zur Betriebsübergabe. Eines fällt auf im Vergleich zu den parallel verlaufenden Gleisen der Deutschen Bahn für den S-Bahn-Verkehr: Es gibt bei der Stadtbahn keinen Schotteraufbau, es gibt keine Holzschwellen. Dafür gibt es reichlich diesen rotbraunen Sand. Dieses Substrat heißt „Lebensraum Stuttgarter Gleis“. Das wird dafür sorgen, dass sich die Gleisanlage optisch etwas harmonischer in die Umgebung einfügt, die ja doch noch etwas ländlich geprägt ist mit alten Obstbäumen und Wiesen drumherum. Ganz so üppig wuchern wie auf einer Viehweide wird das Grün zwar nicht auf der Gleisanlage. Aber optisch kommt das schon gefälliger rüber als der Schotteraufbau.

Niveaugleicher Zugang zur Haltestelle

Wer sich das mal genauer anschauen will: Auf der Strecke zwischen Wangen und Hedelfingen ist das seit einigen Jahren Realität. Sven Reischl, SSB-Gesamtbauleiter Gleis, macht noch auf einen anderen Aspekt aufmerksam: „Bei üblichem Grün müssen wir bis zu acht Mal im Jahr ausrücken zwecks Mäharbeiten. Hier genügt meistens einmal im Jahr“. So werden Kosten gespart, so werden aber auch zeitliche Streckensperrungen vermieden.

Ebenfalls noch ziemlich provisorisch wirkt die neue Endhaltestelle, das sind derzeit gerade mal zwei Betonrampen: Beschilderung, Unterstellmöglichkeiten, Servicekästen, Fahrkartenautomaten – von all dem noch keine Spur. Und doch ist schon vieles angelegt zum späteren Komfort der Fahrgäste. So ist der Haltestellenbau als Ganzes um einige Meter abgesenkt im Vergleich zum S-Bahn-Gleis daneben. Die Fahrgäste in Richtung Stuttgart werden das mal sehr zu schätzen wissen, denn der unmittelbare Haltestellenbereich ist dann niveaugleich mit den Wegen zur Wohnsiedlung, an der noch gebaut wird, ebenso zu den Industrieunternehmen und schließlich zur Schule und zum Kindergarten dort. Die Ankommenden müssen lediglich das Niveau des Hochbahnsteigs in Kauf nehmen.

Danach kommt Echterdingen

Die neue Haltestelle wird zunächst einmal auf den bisher üblichen U-5-Verkehr ausgelegt, also mit einem Doppeltriebwagen. Aber falls sich das ändert, kann diese neue Endhaltestelle ohne größere Probleme auch auf den doppelt so langen Wagenpark eingerichtet werden. Aufwendige Verlängerungsarbeiten wie etwa derzeit bei der U1 sind jedenfalls nicht notwendig. Und einer Weiterführung der Strecke an sich steht zumindest hier auch nichts im Weg. Doch da ist es mit weiteren 800 Metern nicht getan. Denn da folgt Echterdingen mit seinen knapp 15 000 Einwohnern. Und mit der Frage, wie die optimal mit der Stadtbahn versorgt werden können, muss sich erst mal der Gemeinderat gründlich beschäftigen.

Die Verlängerung der U 5 in Leinfelden

Planbeschluss
Im März 2022 wurde der für die Projektrealisierung erforderliche Planfeststellungsbeschluss durch das Regierungspräsidium Stuttgart erlassen. Mit dem Bau der Hauptmaßnahme wurde im zweiten Quartal 2022 begonnen. Die Gesamtbauzeit beläuft sich auf ungefähr 29 Monate. Bauherr und Betreiber ist die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB).

Neuer Markt
Die neue Endhaltestelle Neuer Markt hat zwei Überwege in Z-Form zur Anbindung des Mischgebietes sowie der Neubauten von Kita und Jugendzentrum. Südlich der neuen Wendeanlage entsteht ein neues Betriebsgebäude zur Stromversorgung der Stadtbahn. Da die SSB-Gleise teilweise niedriger als das Gleisniveau der Deutschen Bahn liegen, gibt es eine Böschung und Stützbauwerke zwischen den beiden Trassen.

Die Folgen der Verlängerung
Bis zum Ende der Bauzeit bleibt die S-Bahn-Unterführung für Fußgänger und Radfahrer als Verbindung des Neuen Markts mit der Max-Lang-Straße gesperrt. Die östliche P+R-Anlage am Bahnhof Leinfelden wird dauerhaft verkleinert.

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