Unfall am Esslinger Bahnhof: Lastwagen reißt O-Bus-Leitung herunter: „Glück im Unglück“

Das Tiefbauamt rückte sofort an, um erste Schäden zu beseitigen.
Roberto BulgrinDas hätte böse enden können: Ein Lastwagen hat am Montagvormittag beim Esslinger Bahnhof die Oberleitung für den O-Bus-Verkehr schwer beschädigt. Nach ersten Informationen der Stadtverwaltung war der Lkw mit seinem Kranausleger am Querträger eines Oberleitungsmasts an der Einmündung der Berliner Straße in die Eugenie-von-Soden-Straße und die Neckarstraße hängengeblieben. Weil die Metallstrebe daraufhin die Oberleitung der angrenzenden Bahnlinie kurz touchiert hat, kam es zu einer Überspannung, die die Ampelanlagen und das Parkleitsystem im Umfeld lahmlegte. „Wir hatten Glück im Unglück, dass nach bisherigen Erkenntnissen niemand zu Schaden kam“, sagt Uwe Heinemann, der Leiter des städtischen Tiefbauamts, mit Blick auf die hohen Spannungen in der Oberleitung.
Esslinger Tiefbauamt rechnet mit aufwendiger Reparatur

Fachleute des städtischen Tiefbauamts machten sich mit ihren Spezialfahrzeugen rasch an die Reparatur der Oberleitung.
Foto: privatDer Busverkehr war nach dem Unfall beeinträchtigt, es kam zu Verspätungen. Auf der Eugenie-von-Soden-Straße und der Neckarstraße gab es in Richtung Plochinger Straße und Schlachthausstraße Rückstauungen. Zeitweise musste der Verkehr ganz gestoppt werden, damit die Fachleute mit ihren Spezialfahrzeugen ungehindert an der schwer beschädigten Oberleitung arbeiten konnten. Die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen-Besatzungen vor Ort war, musste Fahrzeuge im Bereich des zentralen Busbahnhofs umleiten. Dagegen meldet die Deutsche Bahn auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es auf der angrenzenden Bahnstrecke Stuttgart – Tübingen keine Behinderungen durch den Unfall auf der Eugenie-von-Soden-Straße gegeben habe.
Die genaue Höhe des Schadens lässt sich noch nicht beziffern. Sicher ist nur, dass vor allem die aufwendige Steuertechnik durch die kurzzeitige Überspannung Schaden genommen hat. Ersetzt werden muss auch der Querträger der Bus-Oberleitung, der durch die Kollision stark verformt worden war. Auch dafür muss Ersatz beschafft werden, der nicht einfach „von der Stange“ zu bekommen ist, so Konstantinos Petikis, Sachgebietsleiter im Tiefbauamt für die Verkehrsausstattung. Petikis geht angesichts der komplexen Steuertechnik und der erforderlichen Ersatzteile davon aus, dass es Wochen dauern wird, bis sämtliche Schäden beseitigt sind.
Stadt Esslingen will rasch Behelfsampeln aufstellen

Die Polizei musste die Eugenie-von-Soden-Straße zeitweise sperren.
Foto: Roberto BulgrinDie Stadt wird dort, wo die fest installierten Lichtsignalanlagen auf absehbare Zeit ausfallen werden, möglichst rasch Behelfsampeln aufstellen lassen. Doch das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, weil die Verkehrsbeziehungen in diesem Bereich komplex sind und weil vor allem der Verkehr am benachbarten zentralen Busbahnhof so wenig wie möglich beeinträchtigt werden darf.

Die Ampeln im Umfeld sind durch die kurzzeitige Überspannung ausgefallen.
Foto: privat„Nach der Vollsperrung am Montagvormittag konnte die Kreuzung um 13 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden“, teilte die Stadtverwaltung mit. „Die vorhandenen Verkehrszeichen regeln den dortigen Verkehr.“
Vorfahrt haben Fahrzeuge auf der Neckarstraße, Fahrzeuge aus der Berliner Straße müssen Vorfahrt gewähren. Nach Möglichkeit sollte die Kreuzung großräumig umfahren werden, etwa über den Altstadtring und die Maillekreuzung. Fußgängerinnen und Fußgänger dürfen die Straße an der Kreuzung von Berliner Straße, Eugenie-von-Soden-Straße und Neckarstraße vorerst nicht überqueren, weil die Kreuzung aus Sicherheitsgründen für sie gesperrt ist.