Vorfall in Echterdingen
: Schüsse am Bahnhof: Flammt der Bandenkrieg wieder auf?

Zwei Männer sind in Leinfelden-Echterdingen aneinandergeraten. Nach Tätlichkeiten fielen drei Schüsse. Was bislang über den Vorfall bekannt ist.
Von
Simone Weiß
Kreis Esslingen
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Bundespolizei am Bahnhof Symbolbild

Die Bundespolizei ist für die Sichereit an Bahnhöfen zuständig. (Symbolbild)

Sven Hoppe/dpa
  • Am Bahnhof Echterdingen fielen am Samstagnachmittag drei Schüsse – zwei Männer stritten zuvor.
  • Laut Bundespolizei gibt es bisher keinen klaren Bezug zu früheren Banden-Schüssen, nichts ist ausgeschlossen.
  • Ein 19-Jähriger soll mit einer Schreckschusswaffe geschossen haben und flüchtete, er wurde festgenommen.
  • Der zweite Beteiligte ist unbekannt und flüchtig. Es läuft ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.
  • Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Stuttgart unter 0711/55041020 oder per Mail entgegen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Samstagnachmittag sind Schüsse am Bahnhof von Echterdingen gefallen. Die Polizei schreibt in ihrem Bericht von einer „öffentlichkeitswirksamen Auseinandersetzung“. Erinnerungen an die Gewaltserie durch zwei rivalisierende Banden auch im Kreis Esslingen, die die Region monatelang in Atem hielten, drängen sich auf. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen?

Eine Sprecherin der für polizeiliche Aufgaben und die Sicherheit an Bahnhöfen zuständigen Bundespolizei erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Ermittlungen gerade erst aufgenommen worden seien. Bisher sehe es nicht so aus, als ob der Vorfall am Bahnhof von Echterdingen etwas mit den Schüssen zweier rivalisierender Gangs zu tun haben könne. Es könne aber nichts ausgeschlossen werden. Ermittelt werde in alle Richtungen. Die Hintergründe der Auseinandersetzung sowie der genaue Tatablauf müssten erst noch geklärt werden.

Am Samstagnachmittag gegen 16.43 Uhr waren ein 19-Jähriger und ein bislang unbekannter Mann nach Polizeiangaben am Bahnhof von Echterdingen wohl miteinander in Streit geraten. Es soll zu Drohungen, einer körperlichen Auseinandersetzung sowie gegenseitigen Körperverletzungen gekommen sein. Kurz darauf soll der 19-Jährige drei Schüsse aus einer Schreckschusswaffe abgegeben haben und anschließend in Richtung Stadtgebiet geflüchtet sein. Der bislang unbekannte andere Mann soll ebenfalls die Flucht ergriffen haben.

Schüsse in Echterdingen: 19-Jähriger festgenommen

Eine Streife der Landespolizei nahm den 19-Jährigen kurze Zeit später vorläufig fest, so die Bundespolizei. Bei ihm sei eine Schreckschusswaffe aufgefunden und sichergestellt worden. Der zweite Tatverdächtige wurde bislang nicht festgestellt. Ein Ermittlungsverfahren auch wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung wurde eingeleitet.

StZ Kreis Esslingen
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In den vergangenen Jahren hatte ein Bandenkrieg die Region erschüttert. Im Mai hatte die Pressestelle des Landgerichts Stuttgart das vorläufig letzte Urteil in diesem Zusammenhang vermeldet. Ein 26‑Jähriger war wegen versuchten Mordes durch Schüsse auf einen Mann in einem Imbiss in Stuttgart-Möhringen im Januar 2025 zu sieben Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Ein weiteres Verfahren war zu diesem Zeitpunkt am Landgericht nicht anhängig.

ARCHIV - 28.01.2025, Baden-Württemberg, Stuttgart: Polizei sind im Einsatz hinter einer Absperrung. Im Stuttgarter Stadtteil Möhringen war im Januar ein damals 27-Jähriger mit schweren Verletzungen gefunden worden. Er war nach Polizeiangaben durch einen Schuss in einem Imbiss getroffen worden. Die Tat war Teil des seit lange grassierenden Bandenkriegs im Raum Stuttgart. (zu dpa: «Wieder Bandenkrieg: Anklage erhoben nach Schuss in Imbiss») Foto: Marius Bulling/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In den vergangenen Jahren gab es verschiedene Vorfälle im Rahmen eines Bandenkriegs - hier etwa in Stuttgart-Möhringen.

dpa (Archivbild)

Begonnen hatte die Prozessserie gegen Mitglieder der beiden konkurrierenden Gangs laut Pressestelle im März 2023. Insgesamt sei in 21 Verfahren gegen 43 Angeklagte verhandelt worden, wobei einzelne Angeklagte mehrfach angeklagt worden seien, so die Pressestelle. Die Zahl der Hauptverhandlungstage wird mit 239 beziffert. Insgesamt seien Freiheitsstrafen im Umfang von knapp 150 Jahren verhängt worden. In geringem Umfang seien in diese Zahl auch Verurteilungen eingeflossen, die nicht im Kontext der Bandenauseinandersetzung stehen.

Hinweise zu dem Vorfall in Echterdingen nimmt die Bundespolizeiinspektion Stuttgart unter der Rufnummer 0711/5 50 49 10 20 oder bpoli.stuttgart.oea@polizei.bund.de  entgegen.