Wie geht indisches Butter Chicken?: Neue Kochschule und Eventlocation in Leinfelden eröffnet

Und Spaß darf es auch machen: Redakteurin Rebecca Anna Fritzsche (links) mit Kochschulenchefin Ritika Blankenhorn.
Markus BrändliAuf der Arbeitsfläche steht schon alles bereit, was gleich benötigt wird: Butter, Sahne, frischer Koriander, und die berühmten indischen Gewürze, die das Gericht besonders machen. Im Kühlschrank wartet das Hühnchen, das schon über Nacht in Joghurt, Ingwer, Knoblauch und Gewürzen eingelegt wurde. Heute kocht Ritika Blankenhorn mit der Reporterin Butter Chicken – ein bekanntes Gericht der indischen Küche, das fast immer auf den Karten indischer Restaurants steht. „In Indien wird das aber nur zu besonderen Anlässen zubereitet“, verrät Ritika Blankenhorn. Hühnchen wird allerdings viel in Indien gegessen, sowie Lamm und Fisch. Rind und Schwein so gut wie nie – die Hindus halten die Kuh selig und essen daher kein Rindfleisch, und die Muslime essen kein Schweinefleisch. Das eingelegte Hühnchen kommt jetzt bei hoher Temperatur in den Ofen.
Wir stehen in der neuen Küche von Ritika Blankenhorns „OM Indian Cooking Academy“ in Leinfelden, die Kochschule und Eventlocation zugleich ist. Hier bietet sie Kochkurse für kleine oder große Gruppen an, auch für Junggesellenabschiede, Weihnachts- oder Geburtstagsfeiern. Wer möchte, kann die Räume auch mieten und ein eigenes Event stattfinden lassen. „Schon vor drei Jahren haben wir den Vertrag unterschrieben“, erzählt Ritika Blankenhorn, dann habe sich der Bau aber verzögert, erst jetzt ist alles fertig geworden. Am vorigen Standort in Steinenbronn war sie Mieterin, „das hier ist jetzt wirklich unseres, hier bleiben wir“. Mit dem Kochen hat Ritika Blankenhorn „vor 30 Jahren“ angefangen, da war sie Studentin in Heidelberg. „Da gab es viele Studentenpartys, und irgendwann wurde ich gefragt, ob ich indisch kochen möchte dafür“, erinnert sie sich. Seit 2015 betreibt sie ihre Kochschule. Kochen hat sie in ihrer Kindheit in Indien von ihrer Großmutter und Mutter gelernt, und ihre Rezepte über Jahre verfeinert.

Jetzt bloß nichts fallen lassen ... Das Hühnchen kommt aus dem Ofen und hinein in die Soße
Foto: Markus BrändliWie koche ich indisches Butter Chicken?
So auch das Butter Chicken, das wir jetzt angehen: In der Pfanne wird Butter geschmolzen, dann kommt die Ingwer-Knoblauchpaste dazu, die Blankenhorn vorbereitet hat. „Die bräunt jetzt langsam“, erklärt sie. Dann folgen passierte Tomaten, noch mehr Butter, Sahne, und weitere Gewürze: Blankenhorn verwendet Gewürzmischungen aus Indien, die in Neu-Delhi hergestellt werden. „Ich erinnere mich daran, wie meine Großmutter inmitten dieser vielen Gewürze saß und sich selbst alles zusammengemischt hat“, sagt sie. Diese Arbeit zumindest kann sie sich erleichtern. Was auf gar keinen Fall ausgelassen wird, ist, den Reis zu waschen: „Mindestens sechs bis sieben Mal“, sagt Ritika Blankenhorn, „bis das Wasser klar ist.“ So wird überflüssige Stärke herausgewaschen, und der Reis klebt später nicht zusammen. „Es ist ganz wichtig, einen guten Reis zu nehmen“, sagt die Köchin, „und bitte nicht salzen! Sonst schmeckt man den Reis nicht mehr.“
Dann kommt das Hühnchen aus dem Ofen und wandert zur Soßengewürzmischung in der Pfanne. „Das muss jetzt zwei Stunden lang köcheln“, erklärt Ritika Blankenhorn. Der Reis kocht auch bereits; wir machen jetzt Linsenbrote, Poppers nennt Blankenhorn sie: Die sind aufwendig in der Herstellung, müssen lange an der Luft trocknen, bis sie in der Pfanne in heißem Öl ganz kurz ausgebacken werden. Und selbst das birgt seine Schwierigkeiten: Ich nehme das Linsenbrot mit einer Nudelzange und lege es ins heiße Öl – nur ganz kurz, damit es nicht verbrennt. Eine Ecke habe ich dabei aber übersehen, und Ritika Blankenhorn entgeht nichts: „Das muss nochmal rein.“ Also geht es ein zweites Mal ins Ölbad, aber nur mit der bisher unerreichten Ecke, damit der Rest des Fladens nicht zu dunkel wird. Fast fertig sind wir jetzt – der frische Koriander muss noch gehackt werden.
Garnieren in der OM Indian Cooking Academy

Sieht gut aus und schmeckt lecker: Ritika Blankenhorns Butter Chicken
Foto: Markus BrändliJetzt geht’s ans Anrichten: Ein paar Löffel Reis kommen in eine Tasse, die auf den Teller gestürzt wird, so gibt das ein ansehnliches Häufchen. Drumherum das Butter Chicken in seiner Soße, am Rand etwas Dekoration mit frischem Koriander und extra Chilipulver. Oben in den Reis hinein steckt sie ein Stück des ausgebackenen Linsenbrots. Schick sieht das aus! Ich versuche mich auch daran, scheitere aber schon am Reis: Statt des hübschen Häufchens flutscht der Reis über den halben Teller, die Soßenkurve daneben sieht längst nicht so schick aus wie bei Ritika Blankenhorn, und das Linsenbrot will partout nicht im Reis stecken bleiben, sondern fällt dauernd um.
Sei’s drum – es muss ja schmecken, und das tut es auch! Butter Chicken habe ich schon manches Mal in indischen Restaurants gegessen – dies hier schmeckt viel besser, die Schärfe ist genau richtig, und die Gewürze entfalten in der Soße ihre Wucht. Wunderbar schmeckt das. Blankenhorn gibt mir das, was wir nicht aufessen, für meine Kinder zum Mittagessen mit – und die sind ebenso begeistert wie ich: „Mama, gehst du bald mal wieder für die Arbeit kochen?“
Die OM Indian Cooking Academy ist im Internet auf www.indiancookingacademy.de zu finden. Hier stehen auch die Termine für die nächsten Kochkurse, freie Plätze gibt es unter anderem noch am 25. Oktober oder am 30. November.
