Wohnungsnot in Esslingen
: Braucht Esslingen eine städtische Wohnungsbaugesellschaft?

Die Fraktion der Grünen fordert für Esslingen eine eigene Wohnungsbaugesellschaft. Die Idee ist nicht ganz neu, wurde aber immer mal wieder aufs Neue verworfen. Wird es dieses Mal anders sein?
Von
Johannes M. Fischer
Esslingen
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Wohnungen sind in Esslingen knapp und teuer. Hier ein Foto aus der Weststadt, wo in den vergangenen Jahren etliche Wohnungen gebaut wurden.

Ines Rudel

Die Fraktion der Grünen in Esslingen fordert in einem Antrag an die Verwaltung die Gründung einer eigenen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Die Anzahl geförderter oder bezahlbarer Wohnungen in Esslingen reiche bei Weitem nicht aus, um die wachsende Bevölkerung mit geeignetem Mietwohnraum zu versorgen, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion.

Diverse Instrumente wie etwa das Wohnraummanagement, Zweckentfremdungsverbot oder Quotenmodell seien zwar erfolgreich, aber würden nicht ausreichen. „Nur mit einer eigenen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft haben wir die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum selbst in der Hand“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Carmen Tittel.

Kann eine alte Wohnungsgesellschaft in Esslingen reaktiviert werden?

Carmen Tittel bringt eine neue alte Idee ins Spiel.

Foto: Roberto Bulgrin

„Der Wohnungsmarkt in Esslingen ist und bleibt angespannt. Mit einer Neugründung oder Reaktivierung der Wohnbau Stadt Esslingen (WSE) können wir genau entlang des Bedarfs unserer Bevölkerung bauen und sind nicht alleine auf Investoren und deren Renditeerwartungen angewiesen.“ Die Stadt müsse wieder eine größere Rolle auf dem Wohnungsmarkt spielen, Grundstücke aufkaufen und selbst entwickeln, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Andreas Fritz.

Neben Bezahlbarkeit und langfristiger Planbarkeit sollen in einer solchen Gesellschaft auch die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz stärker in den Vordergrund rücken. „Der Bau- und Gebäudesektor ist für rund 50 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich“, so Ben Baecker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft könnten Themen wie Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz ganz anders gesteuert werden als bisher.

Die Wohnungsdiskussion in Esslingen geht schon seit Jahren

Seit Jahren wird bereits über eine städtische Gesellschaft in Esslingen diskutiert. Bereits vorhanden ist die WSE, die 2022 schon abgewickelt werden sollte. Zuletzt forderte die Fraktion der Linken im August, die WSE „zu entwickeln, anstatt sie abzuwickeln“.

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