Ehemalige Klinik in Geislingen
: Kein Käufer gefunden – was wird aus dem Helfenstein-Areal?

Kritiker der Verkaufspläne haben Recht behalten: Noch immer ist kein Investor für das Helfenstein-Areal in Sicht. Wie es jetzt weitergehen soll.
Von
Ruben Wolff
Göppingen
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Das Gesundheitszentrum in Geislingen stand zum Verkauf, aber niemand interessierte sich für die alte Klinik. Die Frist des Bieterverfahrens ist nun abgelaufen. Eigentümerin des Areals ist das Alb-Fils-Klinikum.

Markus Sontheimer

Die Leitplanken für den Verkauf der ehemaligen Helfenstein-Klinik in Geislingen waren gesetzt. Der Kreistag hatte den Weg im März freigegeben. Mit einem Lastenheft wollte man sicherstellen, dass sich ein Käufer der Klinik an gewisse Vorgaben hält. So ging es beispielsweise darum, dass mindestens 50 Prozent der Fläche mit Gesundheitsangeboten belegt sind. All die Einrichtungen, die heute im Gesundheitszentrum sind, sollten dort auch bleiben. Ein Investor, der weniger bietet, wäre sofort raus gewesen aus dem ganzen Verfahren.

Nun ist bekannt: Es ist noch gar kein Investor in Sicht. Das bestätigt Frank Westbomke, Pressesprecher des Alb-Fils-Klinikums (AFK). Dabei hatte man die Frist für das Bieterverfahren vom 10. Juli auf den 31. Juli verlängert. Intern und in den zuständigen Gremien soll nun das weitere Vorgehen erörtert werden. Weitere Informationen werden öffentlich nicht geteilt. Die nächsten Schritte sollen abgestimmt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. AFK, Landratsamt und Lenkungsgruppe wollen sich so schnell wie möglich zusammensetzen, einen genauen Zeitraum kann auch der Pressesprecher aber nicht nennen.

Projektentwickler will auf frühere Interessenten zugehen

Projektentwickler Albrecht Römpp von Optimedis gibt dagegen einen ersten kleinen Einblick. Im Gespräch offenbart er, dass sich ganz am Anfang des Prozesses durchaus Interessenten gemeldet hätten. Letztlich habe „aber keiner von ihnen seinen Hut in den Ring geworfen“. Das AFK könnte nun also auf die Interessenten zugehen und sie nach den genauen Gründen fragen. Das dürfte also ein erster Ansatz für die nächsten Schritte sein. Im Moment gehe es zudem um juristische Fragen, da es sich um kein bedingungsloses Verfahren gehandelt habe, erklärt Römpp. Schon im Frühjahr stand auch der Preis fest, den ein neuer Eigentümer zahlen müsste: Das gesamte Klinikareal sollte für einen Mindestverkaufspreis von 18 Millionen Euro verkauft werden. Der Wert des alten Klinikareals lag bei sieben Millionen Euro für das Gebäude und das Grundstück.

Hinzu kommt das heute voll ausgelastete Ärztehaus im modernisierten Klinikteil, dessen Wert bei elf Millionen Euro liegt und das komplett erhalten bleiben soll. Eigentümerin des Ärztehauses ist die „Gesundheitszentren des Landkreises Göppingen GmbH“, die jeweils zur Hälfte dem Alb-Fils-Klinikum (AFK) und der Kreisbau Filstal GmbH gehört. Als letztere im April zugestimmt hatte, ging es im Mai los mit dem Bieterverfahren. Obwohl die Kreisräte lange über das Lastenheft diskutiert und beraten hatten, herrschte bereits im Frühjahr kein uneingeschränkter Optimismus vor. Zwar hatte Wolfgang Rapp (CDU) davon gesprochen, „mehrere gute Angebote zu erwarten“, andere wie Georg Gallus (FDP) zweifelten daran, überhaupt jemanden zu finden. Er sollte recht behalten. Christian Stähle (Linke) hatte damals die Frage gestellt, die sich auch heute viele stellen: „Was ist, wenn wir es nicht loswerden?“

Kernsanierung dürfte mehr als 40 Millionen Euro kosten

Die Antwort von Wolfgang Schmid lautete zwar, dass es dann so bleibe, wie es ist, und dass man nur das Nötigste an Reparaturen erledigen würde, um das Gebäude zu erhalten – dass aber eine Kernsanierung eines Tages nötig sei. Damals hieß es im Kreistag, dass diese mehr als 40 Millionen Euro kosten dürfte. An diesen Aussagen habe sich bis heute nichts geändert, sagte jetzt Frank Westbomke. Er betont, dass dies auch für die Ziele gilt: Man wolle das Gebäude möglichst erhalten und zudem möglichst viele gesundheitsbezogene Angebote im Gesundheitszentrum haben.