Kandidaten für die Landessynode: Kirchenwahlkreis wird vergrößert

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Stuttgarter ZeitungDie Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden sind am 30. November zur Wahl der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie der Kirchengemeinderäte der 30 Gemeinden im Kirchenbezirk Geislingen/Göppingen aufgerufen. Wahlberechtigt sind laut Martinus Kuhlo, Pfarrer im Ruhestand und Mitglied im Vertrauensausschuss des Wahlkreises Geislingen/Göppingen/Ulm/Biberach (WK Göppingen/Ulm) für die Synodalwahl, ungefähr 60.000 Mitglieder der Gemeinden ab dem Alter von 14 Jahren.
Die Bezeichnung des Wahlkreises zeigt schon eine wesentliche Neuerung bei der Wahl zum württembergischen Kirchenparlament. Das Dekanat Göppingen/Geislingen bildet zusammen mit den Dekanaten Ulm und Blaubeuren einen gemeinsamen Wahlkreis. Bei der Synodalwahl vor sechs Jahren war der Landkreis noch ein eigenständiger Wahlkreis mit vier Synodalen in der 90-köpfigen Landessynode.
Unterschiedliche Listen für Laien und Theologen
Der nun größere Wahlkreis erhält sieben Sitze in der Synode. Eine Besonderheit ist, dass zwischen Geistlichen und Laien unterschieden wird. Von den 90 zu wählenden Sitzen der Landessynode sind 30 für Theologen, also ordinierte Pfarrerinnen und Pfarrer, reserviert und 60 für Laien (dazu Infobox). Heruntergerechnet auf den hiesigen Wahlkreis bedeutet das, dass zwei Geistliche und fünf Laien zu wählen sind. Die Zahl der Sitze bestimmt auch die Stimmen, die ein Wahlberechtigter hat. Im neuen WK Göppingen/Ulm hat jeder Wahlberechtigte zwei Stimmen, mit denen auf der Liste der Theologen abstimmt werden kann, und fünf Stimmen für die Laienliste.
Im Kirchenparlament gibt es vier verschiedene Strömungen oder Glaubenskreise, vergleichbar den Fraktionen im politischen Parlament. Allerdings gibt es bei der Kirchenwahl keine nach diesen Glaubenskreisen getrennten Wahllisten. Vielmehr gibt es jeweils eine Liste für die Laien und eine für die Pfarrer. Dort werden jeweils die Synodalen nach dem Mehrheitsprinzip gewählt. Die Zahl der Bewerber im großen, neuen Wahlkreis ist übersichtlich: Bei den Pfarrern bewerben sich drei Kandidaten um die beiden Sitze, bei den Laien kandidieren sieben Personen um die fünf Sitze.
Die vier Kirchenkreisen sind die Fraktionen des Kirchenparlaments
Die Mitglieder der Landessynode organisieren sich aktuell nach vier Gesprächskreisen mit unterschiedlichen theologischen und gesellschaftlichen Vorstellungen. Größte Gruppe ist die „Lebendige Gemeinde“, die derzeit 32 Sitze hat. Sie tritt zum Beispiel für den Schutz des Lebens, Ehe und Familie und Mission ein. Der Glaube an Jesus und die Bibel wird hervorgehoben. Der „Offenen Kirche“ gehören 31 Synodalen an. Sie sehen den Menschen in seiner Vielfalt, betonen ihren Widerstand gegen Rassismus und engagieren sich für den Erhalt der Schöpfung, für Friede und Gerechtigkeit.
Der Gesprächskreis „Evangelium und Kirche“ will „das Ganze“ im Blick haben. Es soll nicht um einzelne Frömmigkeitsrichtungen und Zielgruppen gehen. Der Gruppe ordnen sich 15 Synodalen zu. Zwölf Sitze hat die Gruppe „Kirche für Morgen“, der es als „progressiver Kraft“ um eine Reform der Landeskirche geht, die Menschen aus allen Lebenswelten einen Zugang geben soll, auch Nichtmitgliedern.
Die Kandidaten der beiden Listen
Im Wahlkreis Göppingen/Ulm treten auf der Liste der Laien Ulrike Bauer (Lebendige Gemeinde), Gerald Buss (Evangelium und Kirche), Lorenz Balthasar Hoffmann (Offene Kirche), Micha Schradi (Offene Kirche), Markus Siegele (Lebendige Gemeinde), Renate Simpfendörfer (Offene Kirche) und Ulrich Straub (Lebendige Gemeinde) an. Bei den Theologen kandidieren Pfarrerin Yasna Crüsemann (Offene Kirche), Pfarrer Johannes Heisler (Lebendige Gemeinde) und Pfarrerin Britta Stegmaier (Evangelium und Kirche).
