STZ+STZ+Retter proben Ernstfall
: Kerosin-Leck und acht Verletzte – große Pipeline-Übung im Kreis Göppingen

Plötzlich tritt Kerosin aus, Arbeiter werden verletzt, Bäche sind bedroht: Im Landkreis Göppingen haben Feuerwehren, Rettungsdienst, THW und Spezialkräfte den Ernstfall geprobt.
Von
Kerstin Auernhammer,
SDMG / Süddeutsche Medienges.FW UG
Kreis Göppingen
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Kreis Goeppingen: Einsatzkraefte proben Kerosin-Austritt aus Pipeline: 

Ein Leck an einer Treibstoffpipeline, austretendes Kerosin und mehrere Verletzte: Mit einem aufwendigen Schadensszenario haben zahlreiche Einsatzkraefte am Mittwoch im Landkreis Goeppingen fuer einen moeglichen Ernstfall geuebt. Feuerwehren aus zahlreichen Kommunen, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk und Spezialkraefte waren an der gross angelegten Uebung beteiligt.<br />
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Das angenommene Szenario hatte es in sich: Bei Arbeiten an der durch den Landkreis verlaufenden Pipeline war es zu einer Beschaedigung der Leitung gekommen. Kerosin trat aus, mehrere Arbeiter befanden sich im Gefahrenbereich und mussten gerettet werden. Gleichzeitig bestand die Gefahr, dass der ausgetretene Kraftstoff ueber das Gelaende und angrenzende Gewaesser weitergetragen wird.<br />
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„Wir haben im Landkreis Goeppingen eine Pipeline, die quer durch unseren Landkreis verlaeuft“, erklaerte Kreisbrandmeister Prof. Dr.-Ing. Michael Reick. Ueber die Leitung wuerden Kerosin beziehungsweise Mineraloelprodukte transportiert. Komme es zu einer Leckage, bestehe eine der ersten Aufgaben der Feuerwehren darin, die Austrittsstelle ueberhaupt zu lokalisieren.<br />
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Rund 100 Kraefte suchen Pipeline nach Leck ab<br />
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Dazu wurden bei der Uebung zahlreiche Feuerwehren als Suchtrupps entlang der Pipeline eingesetzt. Rund 100 Einsatzkraefte waren nach Angaben des Kreisbrandmeisters unterwegs, um die Strecke mit ihren Fahrzeugen abzufahren beziehungsweise abzugehen und die angenommene Leckage moeglichst schnell zu finden.<br />
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Beteiligt waren unter anderem die Feuerwehren aus Schlierbach, Albershausen, Uhingen, Ebersbach, Rechberghausen, Wangen, Birenbach, Boertlingen und Waeschenbeuren. Damit erstreckte sich die Uebung ueber einen grossen Bereich des Landkreises.<br />
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Nachdem die angenommene Schadensstelle lokalisiert worden war, galt es vor allem, den weiteren Austritt des Kraftstoffs zu begrenzen und die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie moeglich zu halten.<br />
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Fuenf vorbereitete Oelsperren im Landkreis<br />
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Eine wichtige Rolle spielte dabei der Gewaesserschutz. An insgesamt fuenf vorbereiteten Stellen wurden Oelsperren eingesetzt. Sie sollen im Ernstfall verhindern, dass ausgetretenes Kerosin oder andere Mineraloelprodukte ungehindert ueber Baeche weitertransportiert werden.<br />
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Die Einsatzkraefte trainierten damit nicht nur die direkte Arbeit an einer beschaedigten Pipeline, sondern gleichzeitig die Massnahmen, die kilometerweit von der eigentlichen Leckage entfernt notwendig werden koennen.<br />
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Acht Verletzte muessen gerettet und dekontaminiert werden<br />
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Parallel dazu wurde eine groessere rettungsdienstliche Lage simuliert. Nach Uebungsannahme hatten sich bei Reparaturarbeiten mehrere Mitarbeiter unmittelbar im Bereich der Pipeline befunden.<br />
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Insgesamt acht Beschaeftigte der Pipelinegesellschaft galten als verletzt. Die Feuerwehr Uhingen musste die Personen zunaechst aus dem Gefahrenbereich retten. Anschliessend wurden sie dekontaminiert, um anhaftendes Kerosin zu entfernen, bevor sie an den Rettungsdienst uebergeben werden konnten.<br />
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Die angenommenen Verletzungen waren unterschiedlich schwer, sodass neben der technischen Gefahrenabwehr auch die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst unter realitaetsnahen Bedingungen geprobt werden konnte.<br />
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Allein an der angenommenen Schadensstelle waren laut Reick rund 50 Einsatzkraefte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk eingesetzt.<br />
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Spezialkraefte sollen austretendes Kerosin stoppen<br />
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Unterstuetzt wurden die oertlichen Feuerwehren durch speziell fuer Gefahrstoff- und Mineraloelschaeden ausgeruestete Einheiten. Dazu gehoerte unter anderem die Werkfeuerwehr Zeller+Gmelin mit spezieller Technik zur Aufnahme von Mineraloelen.<br />
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Ebenfalls eingesetzt war der Gefahrstoffzug der Feuerwehr Salach. Dessen Spezialkraefte verfuegen ueber Moeglichkeiten, beschaedigte beziehungsweise unter Druck stehende Rohrleitungen abzudichten. Ziel ist es, bei einem tatsaechlichen Schadensfall den Austritt so schnell wie moeglich einzudaemmen.<br />
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Neben dem unmittelbaren Schutz von Menschen steht bei einem solchen Ereignis insbesondere der Umweltschutz im Mittelpunkt. Grosse Mengen ausgetretener Mineraloelprodukte koennten sich ueber Boeden und Gewaesser schnell ueber den eigentlichen Schadensbereich hinaus ausbreiten.<br />
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Auch Bundeswehr in Fuehrungsstruktur eingebunden<br />
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Auch die Bundeswehr war bei der Uebung vertreten. Sie ist laut Reick mit einem Verbindungselement in die Fuehrungsstruktur eingebunden. Sollte bei einer realen Grossschadenslage Unterstuetzung oder spezielles Geraet der Bundeswehr benoetigt werden, steht damit ein direkter Ansprechpartner zur Verfuegung.<br />
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Gemeinsam mit THW, Rettungsdiensten und Feuerwehren wird diese Zusammenarbeit regelmaessig trainiert. Dabei geht es nicht nur um die eigentliche technische Arbeit am Schadensort, sondern insbesondere um die Kommunikations- und Fuehrungsstrukturen zwischen den verschiedenen Organisationen.<br />
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Genau diese Abstimmung kann bei einer tatsaechlichen Grossschadenslage entscheidend sein.<br />
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Pipeline-Szenario wird nur alle fuenf bis sieben Jahre geuebt<br />
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Uebungen dieser Groessenordnung finden nicht jedes Jahr statt. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Reick wird ein solches Szenario an der Pipeline etwa alle fuenf bis sieben Jahre trainiert.<br />
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Dabei geht es darum, die bestehenden Einsatzkonzepte praktisch zu ueberpruefen: Wie schnell wird ein moegliches Leck gefunden? Funktioniert die Alarmierung entlang der Strecke? Koennen Oelsperren rechtzeitig eingerichtet werden? Funktioniert die Zusammenarbeit zwischen oertlichen Feuerwehren, Spezialkraeften, Rettungsdienst, THW und weiteren Organisationen?<br />
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Denn waehrend es sich am Mittwoch lediglich um ein angenommenes Schadensereignis handelte, muessen im Ernstfall innerhalb kuerzester Zeit zahlreiche Massnahmen gleichzeitig anlaufen – von der Menschenrettung ueber die Abdichtung der Pipeline bis zum Schutz von Boden und Gewaessern.

Feuerwehren, Rettungsdienst, THW und weitere Organisationen haben im Kreis Göppingen eine große Übung abgehalten.- Simuliert wurde der Anschlag auf eine Kreosin-Pipeline, die durch den Kreis führt.

SDMG / Woelfl