Hitze in und um Leonberg
: Hitze-Limit für Hunde – Warum Mops und Bulldogge besonders leiden

Wenn die 30-Grad-Marke geknackt wird, geraten kurznasige Rassen schnell in Lebensgefahr. Eine Tierärztin erklärt, warum Gassi-Zeiten und das richtige Abkühlen jetzt überlebenswichtig sind.
Von
Sophia Herzog
Leonberg
Italien - Wetter: 17.06.2026, Italien, Turin: Ein Hund liegt an einem Brunnen, um sich abzukühlen. Eine Hitzewelle hat das Piemont erreicht. Die kommenden Tage sollen heiß werden, mit Temperatuten bis deutlich über 30 Grad. Foto: Mauro Ujetto/LaPresse via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Hund liegt in Turin an einem Brunnen, um sich abzukühlen.  Die kommenden Tage sollen auch hier heiß werden, mit Temperatuten bis deutlich über 30 Grad.

Mauro Ujetto/LaPresse via ZUMA Press/dpa
  • Hitzeperiode um Leonberg: Temperaturen knacken erneut die 30-Grad-Marke.
  • Tierärztin warnt: Kurznasige Hunde wie Mops und Bulldogge überhitzen besonders schnell.
  • Gassi besser morgens oder abends, kein Sport, Schatten und Wasser bereitstellen.
  • Kühlung: kühles Haus, Kühlmatten, nasses Tuch kurz anwenden – Stauwärme vermeiden.
  • Hunde nie im Auto lassen, auch nicht kurz. Erste Anzeichen: starkes Hecheln, apathisches Verhalten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es bleibt heiß: In den kommenden Tagen knacken die Temperaturen laut Prognose rund um Leonberg erneut die 30-Grad-Marke, und die satt scheinende Sonne lockt so manchen sich nach Sommer sehnenden Bürger aus dem Haus. Aber wo Menschen die wärmenden Strahlen gerne auskosten, haben ihre flauschigen Haustiere andere Herausforderungen. Auf die Vierbeiner sollte man dieser Tage ein besonderes Auge haben – und sie vor Überhitzung schützen.

Eine große Gefahr für Hunde sind im Sommer Autos. Denn die wärmen sich im Innenraum wahnsinnig schnell auf – und werden für Vierbeiner schnell zur gefährlichen Hitzekammer. „Viele unterschätzen das gnadenlos“, berichtet Birgit Kordisch, die Vorsitzende des Ditzinger Tierschutzvereins. Birgit Kordisch ist seit mehr als 40 Jahren im Tierschutz aktiv – und hat dabei schon vieles erlebt. Ist ein Hund im Auto eingesperrt, ruft sie sofort die Polizei. „Man sollte den Hund niemals im Auto lassen, auch nicht zwei Minuten“, sagt sie. Schon bei 20 Grad Außentemperatur könne sich das Auto gefährlich erhitzen.

Überhitzt am Ende ein Hund doch, gibt es einige Anzeichen, auf die Tierbesitzer achten können. Hecheln ist das erste Symptom. Weil Hunde wenig schwitzen, hecheln sie und geben so überschüssige Wärme ab. Wenn sich Schleimhäute oder Zunge sehr dunkel oder hell färben, kann das ein Zeichen für Überhitzung sein. Und: Wenn sich die Tiere hinlegen, wenig reagieren und wie apathisch sind. Dann sollte es schleunigst zum Tierarzt gehen.

Wasserschalen für Wildtiere und Insekten

Mit der Hitze haben im Sommer indes nicht nur Haustiere zu kämpfen – sondern auch Wildtiere sind von hohen Temperaturen betroffen. Auch Eichhörnchen, Vögel, Igel und Insekten brauchen dann ebenso dringend Wasser wie Menschen bei Hitze. Tierschützerin Birgit Kordisch empfiehlt deshalb: Wasser aufstellen. „Am besten legt man Steine oder Zweige in die Schalen“, sagt sie – zum Festhalten, damit auch kleine Tiere, Hummeln oder Bienen an das Wasser kommen, ohne zu Ertrinken.

Wasser ist im Sommer nicht nur für Hunde lebenswichtig.

Foto: Robin Loznak/dpa

Das gleiche gilt im Übrigen auch für Plansch- oder Schwimmbecken im Garten. Eine kleine Planke rette Wildtieren hier manchmal das Leben. Gibt es im Garten keinen Schatten, kann man laut Kordisch auch kleine Häuschen als Zuflucht aufstellen. Und ganz allgemein gelte: „Die Natur Natur sein lassen.“ Je grüner der Garten, desto mehr Schatten- und Zufluchtsorte gibt es.

Zurück zu den Vierbeinern: Während Katzen etwas selbstständiger sind und sich auch mal von allein ein schattiges Plätzchen suchen, sind besonders Hunde anfällig für Probleme mit Hitze, besonders kurznasige Hunderassen, wie französische Bulldoggen oder Mopse, erklärt eine Tierärztin aus Renningen. Bei jenen Hunderassen, die oft überzüchtet sind, sind die Atemwege ohnehin schon eingeengt. „Die haben nicht das Körpersystem, sich herunterzukühlen. Die Nase ist ihr Kühlungssystem“, sagt sie.

Gassi gehen? Lieber morgens oder abends

Deshalb hat sie auch ein paar hilfreiche Tipps parat, um es gar nicht erst zu brenzligen Situationen kommen zu lassen: „Nicht Radfahren mit den Hunden, keine sportlichen Aktivitäten“ - und schon gar nicht in der Mittagshitze. Die Gassirunde sollte man besser ganz in den frühen Morgen oder späten Abend legen. Außerdem helfe es, die Hunde im kühlen Haus zu halten. „Nicht im Garten in der prallen Sonne liegen lassen“, sagt sie.

Schatten und ausreichend Wasser sind derweil nicht nur für Hunde wichtig, die heißen Tage zu überstehen, sondern auch für andere Kleintiere, Meerschweinchen beispielsweise. Wird es richtig heiß, könne man für die Tiere auch Kühlmatten auslegen oder versuchen, sie mit einem nassen Tuch abzukühlen. Lange eingewickelt lassen sollte man die Vierbeiner gleichwohl nicht. Das erzeuge Stauwärme.

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