Kurioser Diebstahl in Leonberger Teilort: Gestohlene Bahnhofsuhren: Höfingen ist kein Einzelfall

Keine große Uhr mehr: Der Zeitanzeiger, der links neben dem Fußweg zum Höfinger Bahnsteig hing, ist gestohlen worden.
Simon Granville- Mehrere Bahnhofsuhren wurden gestohlen – betroffen sind Höfingen, Goldberg und Nellmersbach.
- Die Uhren hingen über den Bahnsteigen und wiegen rund 18 Kilogramm je Stück.
- In Höfingen soll der Diebstahl am Samstag, 29. August, erfolgt sein.
- Die Polizei vermutet mindestens zwei Täter und schließt Zusammenhänge nicht aus.
- Nutzung der Uhren außerhalb der Bahn-Infrastruktur ist unmöglich, Schaden etwa 10.000 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Aufwand, den die Täter betrieben haben, ist nicht von schlechten Eltern – immerhin hing das Diebesgut in einer Höhe von gut zweieinhalb Metern. Das hielt die Unbekannten aber weder in Leonberg-Höfingen, noch zuvor in Böblingen-Goldberg und jüngst in Leutenbach-Nellmersbach (Rems-Murr-Kreis) von ihren Taten ab. Sie montierten Uhren ab, die über den Bahnsteigen der S-Bahnhöfe in den jeweiligen Gemeinden hingen: die wohlbekannten Zeitmesser mit klassischem, weißen Zifferblatt.
In Böblingen-Goldberg hatte sich offenbar zunächst ein Fahrgast beschwert. Wie der SWR berichtet, dachte der Reisende, die Bahn habe die Uhren abmontiert. Daraufhin habe man am 1. September festgestellt, dass sie tatsächlich fehlten – aber offenbar gestohlen wurden. Der Diebstahl in Leonberg-Höfingen wiederum ereignete sich laut Polizeibericht wohl am Samstag, 29. August.
Zielstrebigkeit bei den Tätern, auch beim Abtransport der Beute
Eine gewisse Zielstrebigkeit ist für diese Art von Taten durchaus vonnöten. Nicht nur die Montagehöhe, auch das Gewicht der Zeitmesser spielt eine Rolle: Sie wiegen jeweils rund 18 Kilogramm, wie die Bundespolizei im Nellmersbacher Fall betont, der an diesem Dienstagmorgen publik wurde. Daher geht die Bundespolizei derzeit davon aus, dass jeweils mindestens zwei Personen an der Tat beteiligt gewesen sein könnten.
In Leonberg-Höfingen liegt der S-Bahnhof zudem im Tal. Die Straßen und Wege, die von dort wegführen, führen steil nach oben und unten. Das Diebesgut dürfte also kaum zu Fuß oder mithilfe einer Schubkarre abtransportiert worden sein. Der in Nellmersbach entstandene Schaden beträgt laut Schätzungen der Polizei rund 10.000 Euro. In Höfingen und Goldberg dürfte er in einer ähnlichen Höhe liegen.
„Bei den entwendeten Bahnhofsuhren handelt es sich nicht um gewöhnliche Funkuhren“, wie die Bundespolizei in ihrem Bericht außerdem erwähnt. Die Zeitmesser werden über ein Stromkabel an das entsprechende Netz der Deutschen Bahn angeschlossen. „Eine Nutzung außerhalb der dafür vorgesehenen technischen Infrastruktur ist daher nicht möglich“, erläutert die Polizei.
Diebstähle an verschiedenen S-Bahnlinien
Bei ihren Diebeszügen beschränkten sich die Täter bislang nicht auf eine einzelne S‑Bahnlinie. Die Haltestelle Goldberg wird von der S1 angesteuert, Höfingen von S6 und S60. Nellmersbach – viel weiter östlich gelegen – wird von der S3 bedient. „Ob die Taten miteinander in Verbindung stehen, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen und kann nicht ausgeschlossen werden“, heißt es im Polizeibericht.
Eine Bahnsprecherin betont auf Nachfrage unserer Zeitung, dass man die Uhren an den jeweiligen Bahnhöfen so schnell wie möglich ersetzen werde. Einen genauen Zeitplan habe man dafür jedoch noch nicht.
Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts des besonders schweren Falls des Diebstahls und bittet Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben oder sonstige Hinweise geben können, sich unter der Telefonnummer 0711/55049-1020 oder per E-Mail an bpoli.stuttgart.oea@polizei.bund.de zu melden.
