Leonberg nach dem Altstadt-Feuer
: Woher kamen die Knalle? Polizei ermittelt, Frage nach Standsicherheit

Auch in der Woche nach dem verheerenden Feuer in der Leonberger Altstadt bleiben Fragen offen. Die umliegenden Geschäfte mussten derweil einen weiteren Tag zu bleiben.
Von
Marius Venturini
Leonberg
Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

Marktplatz Leonberg: Das Dach des Brandhauses ist abgetragen.

Marius Venturini
  • Nach dem Dachstuhlbrand am Leonberger Marktplatz am Freitag, 26. Juni, laufen Sicherungen.
  • Polizei beschlagnahmt zwei Gebäude, um die Brandursache zu klären – Standsicherheit offen.
  • Rückbau und Sicherung beschädigter Teile dauern an, danach folgt ein Notdach und ein Bauzaun.
  • Geschäfte im direkten Umfeld bleiben geschlossen, Straße war am Dienstag von Fahrzeugen blockiert.
  • Mehrere Knalle wurden gehört; möglich sind Rauchgasdurchzündung oder platzende Spraydosen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem schweren Dachstuhlbrand am Leonberger Marktplatz am vergangenen Freitag, 26. Juni, laufen die Sicherungs- und Abstimmungsmaßnahmen weiterhin auf Hochtouren. „Oberste Priorität haben dabei die Sicherheit der Bevölkerung, die Stabilisierung der betroffenen Gebäude sowie die Aufklärung der Brandursache“, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung schreibt.

Stand Dienstagvormittag werden nach wie vor die stark beschädigten Gebäudeteile schrittweise zurückgebaut und gesichert. „Im Anschluss wird ein Notdach angebracht, um die verbleibende Gebäudesubstanz zu stabilisieren.“ Zusätzlich würden Schutzmaßnahmen gegen mögliche herabfallende Gebäudeteile umgesetzt.

Beide betroffenen Gebäude noch von der Polizei beschlagnahmt

Die beiden unmittelbar betroffenen Gebäude sind derzeit noch von der Polizei beschlagnahmt, um die Brandursache zu ermitteln. „Nach Abschluss der notwendigen Untersuchungen und der Freigabe durch die Ermittlungsbehörden kann die Standsicherheit der zwei Gebäude beurteilt werden“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Erst im Anschluss daran könne entschieden werden, welche Bereiche wieder freigegeben werden können und wann einzelne Geschäfte ihren Betrieb wieder aufnehmen können. „Ziel ist es, den oberen Marktplatz und die nicht betroffenen Bereiche so schnell wie möglich wieder zugänglich zu machen.“

  • Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

    Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

    Marius Venturini
  • Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

    Schweres Gerät: Das Dach des Brandhauses ist komplett abgetragen worden.

    Marius Venturini
  • Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

    Schutttransport: In der Wanne werden unter anderem verkohlte Balken nach unten gebracht.

    Marius Venturini
  • Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

    Notdach: Das Hölderlinhaus ist mit einer Plane abgedeckt worden.

    Marius Venturini
  • Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

    Hierher: Das Abtragen des Daches ist auch Präzisionsarbeit.

    Marius Venturini
  • Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

    Verbogene Rollläden: Die Hitze hat auch gegenüber ihre Spuren hinterlassen.

    Marius Venturini
  • Marktplatz Leonberg: Die Aufräumarbeiten nach dem Brand lagen am Dienstagnachmittag in den letzten Zügen.

    Schutt: Er wird gesichert, damit die Polizei nach der Brandursache forschen kann.

    Marius Venturini
1 / 7

Am Dienstagmorgen war die Straße nach wie vor von schweren Fahrzeugen blockiert gewesen. „Mit etwas Glück wird das Abbruchunternehmen bis heute Abend fertig“, lautete auf Nachfrage die Einschätzung Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann. Und tatsächlich: Am Dienstagabend konnte die Straße wieder geöffnet werden, nachdem das Brandhaus mit einer Plane abgedeckt und um den Ort des Geschehens ein Bauzaun aufgestellt worden war. Die Geschäfte direkt im Umkreis des Brandherdes hatten also noch einen weiteren Schließtag zu verkraften.

Bei dem Brand waren sowohl das Gebäude Markt 28 sowie das südliche Nachbarhaus, das historisch bedeutende Hölderlinhaus, schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Letzteres hatte bereits vor zwei Tagen ein Notdach erhalten, um es vor Regen zu schützen. Zur Ursache des Feuers können nach wie vor noch keine genauen Aussagen getroffen werden. Zeugen hatten am späten Freitagabend übereinstimmend von mehreren Knallen berichtet. Diese könnten laut Auskunft der Feuerwehr allerdings viele Ursachen gehabt haben.

„Bei einem Schwelbrand sammelt sich Rauch, der immer heißer wird und irgendwann die Zünd-Temperatur erreicht“, erklärt Wolfgang Zimmermann. Irgendwann findet schließlich eine sogenannte Rauchgasdurchzündung statt. „Dabei kann es auch die Fenster herausgeschlagen haben“, so Zimmermann weiter. Die anderen Knalle könnten laut Einschätzung des Kommandanten durch platzende Spraydosen oder ähnliches entstanden sein. Einen Gas-Anschluss habe das Gebäude nicht gehabt, betont Zimmermann.

Feuer am Marktplatz: Verletzt wurde niemand

Bei dem Einsatz waren allein von der Feuerwehr 120 Helfende mit rund 30 Fahrzeugen vor Ort, dazu der Rettungsdienst mit 13 ehren- und sechs hauptamtlichen Kräften und sechs Fahrzeugen, vier Beamte der Polizei sowie drei Mitglieder des Technischen Hilfswerks. Verletzt wurde niemand, auch eine Katze überstand das Feuer verängstigt, aber lebend.

StZ Leonberg-Strohgäu
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Leonberg, dem Strohgäu und Umgebung im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.