Nach der Schocknachricht
: Schließung des Leonberger Krankenhauses? Das sind die Reaktionen im Netz

In den Sozialen Medien kommentieren fassungslose Nutzerinnen und Nutzer die Neuigkeit: Die Leonberger Klinik soll 2028 möglicherweise komplett dichtmachen.
Von
Marius Venturini
Leonberg
Leonberg - Aussenansicht Krankenhaus

Das Krankenhaus in Leonberg: Droht im Jahr 2028 die Schließung?

Simon Granville
  • Leonberger Klinik könnte 2028 schließen, Bettenzahl soll auf Null sinken.
  • Statt stationärer Versorgung sind nur noch ambulante Leistungen geplant.
  • In sozialen Medien gibt es deutliche Kritik und Sorge um Notfallversorgung.
  • Nutzer verweisen auf Unfälle am Autobahndreieck und längere Rettungswege.
  • Es gibt Aufrufe zu Widerstand und Hinweise auf frühere Petitionen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf den Schock folgen die Reaktionen: Am Mittwoch hat unsere Zeitung enthüllt, dass der  Ältestenrat des Kreistages in Böblingen sich dafür ausgesprochen hat, die Zahl der Betten im Leonberger Krankenhaus auf Null zu fahren. Stattdessen sollen in Zukunft nur noch ambulante Leistungen vorgehalten werden. In dem Gremium sitzen führende Kräfte der einzelnen Fraktionen und die Spitze des Landratsamtes.

In den Sozialen Medien benutzen einige den Begriff des „Worst-Case“-Szenarios – für sie treten also die schlimmstmöglichen Befürchtungen ein. Auf Instagram kommentiert eine Frau: „So oft, wie wir jetzt schon hier in der Notaufnahme sind… Es wäre ein echt schlimmes Szenario auch für umliegende Gemeinden. Nicht tragbar, eine solche Entscheidung!“ Ebenfalls auf Instagram schreibt eine Userin: „Das Schließen der Notaufnahme wäre der Supergau. Aber das Geld wird wohl für die Großklinikträume auf dem Flugfeld benötigt.“

Harte Kritik an Landrat Bernhard

Kritik an Landrat Roland Bernhard bleibt nicht aus. Eine Nutzerin schreibt auf Instagram dazu: „Das ist der Wille unseres Landrates. Er wollte schon lang das Klinikum Leonberg schließen, um sich in Böblingen mit der Flugfeldklinik ein Denkmal zu setzen! Seit langer Zeit schon versucht er, das Leonberger Krankenhaus in die Knie zu zwingen. Das war schon immer sein großes Ziel.“ Auf Facebook kommentiert eine Userin: „Wie kann oder darf ein Landrat darüber entscheiden? Vielleicht mal an die Bevölkerung denken, ist nicht zu viel verlangt.“

Ein anderer Facebook-User sieht die Situation vor Ort. Er schreibt: „Laut Statistik ist das Leonberger Autobahndreieck in Deutschland auf Platz 1, was Unfälle angeht. Es geht um Menschenleben einfach. Wenn der Krankenwagen länger fahren muss, ist das schlecht bis tödlich für den Patienten. Tunnel ist ja andauernd zu. Besser neues und größeres Krankenhaus bauen in Leonberg.“

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Auch eine ehemalige Kommunalpolitikerin meldet sich auf Instagram zu Wort. Inge Horn, einst Erste Bürgermeisterin in Leonberg, schreibt: „Das muss und wird Widerstand auslösen.“ Ins selbe Horn stößt ein weiterer Instagram-User: „Vor Jahren wurde doch schon eine Petition gestartet, bei der man es abwenden konnte. Wird Zeit, dass wir Bürger uns wehren.“

Kein Krankenhaus mehr? „Dann gleich auf den Friedhof“

Wieder andere flüchten in bitteren Zynismus. „Dann musst' nicht mehr ins Krankenhaus gefahren werden beim Notfall. Kannst gleich auf den Friedhof“, entfährt es einem Facebook-Nutzer. Ebenfalls auf Facebook schreibt eine Userin: „Es wird immer besser im Landkreis Böblingen.“ Eine ironische These gibt's von einem weiteren Instagram-Nutzer: „Ich werde nie verstehen, wie ein KH in Insolvenz gehen kann. Fachkräftemangel auf oberster Führungsebene?!“

Sollten, wie offenbar angedacht, die Türen zum 1. Januar 2028 zugemacht werden, gäbe es in der Großen Kreisstadt Leonberg mit ihren 50.000 Einwohnern und einem beträchtlichen Einzugsgebiet ein noch schlechteres Angebot als in Herrenberg. Dort wurde zwar das Krankenhaus im Mai geschlossen. Im jetzigen „Integrierten Gesundheitszentrum“ existieren jedoch noch 46 Betten. Für Leonberg ist wohl kein einziges vorgesehen.