Parken in Leonberg: Kameras erfassen im Bahnhofsparkhaus jedes Auto

Im Parkhaus am Leonberger Bahnhof werden die Autos jetzt per Kamera erfasst.
Simon Granville- Im Bahnhofsparkhaus Leonberg erfasst ein Kamerasystem Kennzeichen und Parkzeiten.
- Bezahlt wird per Kennzeichen am Automaten – nur Karte oder Handy, kein Bargeld.
- Wer nicht zahlt, riskiert 45 Euro Bußgeld; 30 Minuten sind kostenlos, danach 1,50 Euro.
- Gründe sind Kostensenkung und defekte alte Automaten – weniger Wachpersonal nötig.
- Altstadt-Parkhaus bleibt bei Tickets mit vorher gewählter Zeit – erste 30 Minuten frei.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer ins Parkhaus am Leonberger Bahnhof fährt, muss erst einmal überhaupt nichts tun. Einfach das Auto abstellen und gehen. Kehrt der Parker zurück, so gibt er am Kassenautomaten sein Kennzeichen ein und erfährt, wie viel er bezahlen muss. Ist der Betrag beglichen, geht's dann einfach raus. Den Rest erledigen Kameras.
Denn die erfassen die Nummernschilder und den Zeitpunkt der einfahrenden Autos. Fährt ein Wagen wieder heraus, so „sieht“ die Kamera, ob vorher bezahlt wurde. Wenn nicht, droht ein stattliches Bußgeld von 45 Euro. Zwar können die Autos ungehindert ein- und ausfahren, doch ihre Kennzeichen sind auf jeden Fall erfasst.
Auch Supermärkte nutzen das System
Das System ist nicht neu: In den öffentlichen Garagen vieler Städte wird die Parkzeit per Kamera gemessen. Große Lebensmittelketten bedienen sich mittlerweile ebenfalls dieser Methode, auch um Dauerparker zu vertreiben. So wird in zwei großen Märkten in der Leonberger Römerstraße per Kamera kontrolliert, ob die Kundenstellplätze von Fremdparkern missbraucht werden
Im Bahnhofsparkhaus gibt es noch andere Gründe, die zur Umstellung geführt haben: Bisher musste Wachpersonal eingesetzt werden. Diese Kosten entfallen jetzt. Zudem waren die früheren acht Kassenautomaten in die Jahre gekommen und hatten einen hohen wie teuren Wartungsaufwand. Durch die nun wegfallenden Aufwendungen erhoffen sich die Stadtwerke mehr Effizienz: Es werde dringend Geld für „kontinuierliche Sanierungsarbeiten“ benötigt. Nach zehn Jahren gäbe es gerade beim Beton Reparaturbedarf. Auch durch die „Vermüllung in den Treppenhäusern und Vandalismus“ seien Instandsetzungen erforderlich.

Im Parkhaus am Bahnhof in Leonberg gilt jetzt die Erfassung per Kamera. Wer nicht zahlt, muss büssen.
Thomas SlotwinskiDie schlechte Nachricht, zumindest für Bargeldfreunde: Mit dem Nummernschild-System gibt es nur noch einen einzigen Kassenautomaten. Der allerdings nimmt keine Scheine und Münzen an. Bezahlt werden kann nur mit Karte oder per Handy. Die gute Nachricht: Wer schnell am Bahnhof jemanden abholen will, kann eine halbe Stunde kostenfrei parken. Die erste volle Stunde kostet dann 1,50 Euro, jede weitere einen Euro.
Ganz wichtig: Im anderen großen Parkhaus unter der Altstadt gilt das Kamerasystem nicht. Hier müssen die Kunden ihre benötigte Parkzeit abschätzen und dann ein Ticket ziehen, das zum Beispiel eine Stunde gilt. Dieses Prinzip hat schon öfter zu unschönen Überraschungen geführt. Dauern die Besorgungen oder der Arztbesuch doch etwas länger als angenommen, hat das leicht zur Folge, dass hernach ein Strafzettel an der Windschutzscheibe prangt. Im Altstadt-Parkhaus ist die erste halbe Stunde ebenfalls gebührenfrei.
Die Debatte um ein schrankenloses Parkhaus in Leonberg ist übrigens nicht neu. Bereits vor neun Jahren hatte der Gemeinderat in einem von der damaligen CDU-Fraktionschefin Elke Staubach initiierten Antrag für elektronische Bezahlmodelle im damals noch recht neuen Parkhaus am Bahnhof geworben. Jetzt nehmen die Bemühungen von damals konkrete Formen an.
