Rückkehr der identitätsstiftenden Wahrzeichen
: Die Hirschlander Edelstahlkrieger sind zurück

Die Hirschlander Tore erstrahlen in neuem Glanz: Mehr als zweieinhalb Jahre waren die bedeutsamen Kunstwerke des Ditzinger Ortsteils weg, nachdem sie gestohlen worden waren.
Von
Stefanie Köhler
Ditzingen
Mitarbeiter der Firma Mauser mit einer Silhouette des Hirschlander Kriegers

Mitarbeiter der Firma Mauser mit einer Silhouette des Hirschlander Kriegers. Das Unternehmen aus Heimerdingen hat die Platten nach der alten Vorlage wiederhergestellt und auch angebracht.

Stadt Ditzingen
  • Hirschlanden hat seine Edelstahl-Silhouetten des „Hirschlander Kriegers“ zurück.
  • Firma Mauser spendete Rekonstruktion und Montage der vier Platten an den Ortseingangstoren.
  • Die Tafeln waren in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar 2024 gestohlen worden.
  • Bürgerinnen und Bürger forderten die Wiederherstellung, der Ortschaftsrat gewann Mauser als Partner.
  • Der Krieger ist ein Symbol des Ortsteils – das Original steht im Landesmuseum Württemberg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Vorfall „löste in der Bürgerschaft große Betroffenheit aus“, daran erinnert man sich im Ditzinger Rathaus auch zweieinhalb Jahre später noch genau: In der Nacht vom 28. auf den 29. Januar 2024 entwendeten Unbekannte vier Edelstahlplatten mit den Silhouetten des „Hirschlander Kriegers“. Sie waren jeweils links und rechts der beiden Ortseingangstore angebracht – große Torbögen aus Metall. Nun gibt es Grund zur Freude: Dank der Spende und des Einsatzes der Firma Mauser aus Heimerdingen hätten nun alle vier Silhouetten erfolgreich rekonstruiert und installiert werden können, informiert die Stadtverwaltung am Donnerstag via Pressemitteilung.

Darin heißt es weiter, nach dem Diebstahl hätten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an den Ortschaftsrat gewandt mit der Bitte, die identitätsstiftenden Wahrzeichen wiederherzustellen. „Trotz angespannter Haushaltslage gelang es Ortschaftsrat Schäuffele mit der Firma Mauser einen Partner zu gewinnen, der die Reproduktion der Silhouetten als auch deren technisch anspruchsvolle Montage übernahm.“

Entstehungsgeschichte geht auf eine Bürgerinitiative zurück

Mit der Rückkehr der vier Silhouetten erhält Hirschlanden laut der Stadtverwaltung ein prägendes Element zurück. „Nun grüßt der ‚Hirschlander Krieger‘ wieder bei der Ein- und Ausfahrt. Für Hirschlanderinnen und Hirschlander ebenso wie für Gäste ist er damit erneut ein sichtbares Zeichen der Geschichte des Ortsteils.“

Die charakteristischen Silhouetten des „Hirschlander Kriegers“ prägen das Hirschlander Ortsbild seit zwei Jahrzehnten. Nach der Inbetriebnahme der Südrandstraße im Jahr 2001 setzte sich die Bürgerinitiative „Gemeinsam für Hirschlanden“ das Ziel, die Ortsmitte sowie die Eingangsbereiche gestalterisch aufzuwerten. Dieses Engagement führte 2004 zur Installation der Kunstwerke – „dank maßgeblicher Unterstützung des Unternehmens Trumpf und unter Beteiligung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger“, so die Stadtverwaltung.

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Weit über die Region hinaus von archäologischer Bedeutung

Der „Hirschlander Krieger“ ist weit über die Region hinaus von archäologischer Bedeutung: Die 1,50 Meter große Sandsteinskulptur entstand zwischen 600 und 450 vor Christi in der späten Hallstattzeit und wurde 1963 in Hirschlanden entdeckt. Sie gilt als älteste menschengestaltige Großskulptur Mitteleuropas. Das Original befindet sich im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. „Für Hirschlanden ist der Krieger jedoch mehr als ein bedeutendes Zeugnis der frühen Eisenzeit“, betont die Ditzinger Stadtverwaltung: Durch seinen Fundort, die zahlreichen Darstellungen und Repliken sei er zu einem identitätsstiftenden Symbol des Ortsteils mit seiner Geschichte geworden.

Der Vorfall im Januar 2024 war nicht der erste mit dem „Hirschlander Krieger“ im Mittelpunkt. Im Sommer 2019 war die Kopie der 2500 Jahre alten Skulptur von ihrem Sockel gefallen – oder gestoßen worden. Sie hatte im Westen des Ortes nahe des Steinbruchs gestanden und steht dort inzwischen wieder.