Thermoscanner am Engelbergtunnel
: Fast 700 Grad: Diesmal geht's für die Ditzinger Feuerwehr wirklich heiß her

Nach zig Einsatzfahrten, bei denen die Helfer nicht tätig werden mussten, sah es am Donnerstagmittag etwas anders aus. Ein Gefahrgut-Laster war heißgelaufen, die Weiterfahrt unmöglich.
Von
Marius Venturini
Leonberg/Ditzingen
Thermoscanner vor dem Engelbergtunnel: Die Ditzinger Feuerwehr sieht sich diesmal mit einem tatsächlich überhitzten Gefahrgut-Lkw konfrontiert.

Der Thermoscanner vor dem Engelbergtunnel schlug an: Die Ditzinger Feuerwehr sah sich diesmal mit einem tatsächlich überhitzten Gefahrgut-Lkw konfrontiert.

Feuerwehr Ditzingen
  • Thermoscanner vor dem Engelbergtunnel meldete zwei Alarme innerhalb von 30 Minuten.
  • Beim zweiten Alarm war ein Gefahrgut-Lkw an der Abgasanlage kritisch überhitzt.
  • Feuerwehr traf nach drei Minuten ein – gemessene Temperatur lag bei knapp 700 Grad.
  • Durchfahrt durch den Engelbergtunnel wurde untersagt, die Polizei leitete den Lkw ab.
  • Seit Sommer 2024 viele Fehlalarme, Standort am Parkplatz Engelberg ohne Abkühl-Schleusen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele Male ist die Ditzinger Feuerwehr in diesem Jahr bereits vergebens zum Thermoscanner vor dem Engelbergtunnel ausgerückt. So gut wie nie mussten die Helferinnen und Helfer eingreifen, wenn die Anlage an einem Gefahrgut-Lkw ein heißes Bauteil ausgemacht hatte. Allerdings kam es nun zu einem Einsatz, bei dem ein Laster tatsächlich im kritischen Bereich heißgelaufen war.

Wie Andreas Häcker, Pressesprecher der Ditzinger Wehr, mitteilt, habe es am Donnerstagmittag gleich zwei Alarmierungen des Thermoscanners gegeben – und das in weniger als einer halben Stunde. „Gegen 11.32 Uhr hatte die Anlage ein Fahrzeug gemeldet, bei dem die maximal gemessene Temperatur unter 250 Grad lag und in kurzer Zeit um 50 Grad abfiel“, so Häcker. Eine Brandgefahr habe sich damit ausschließen lassen. „Business as usual“ also für die Ditzinger Brandschützer.

Erster Einsatz ist wie gewohnt – aber dann...

Auf der Rückfahrt zum Feuerwehrhaus habe der Scanner jedoch erneut Alarm geschlagen. „Bei einem weiteren Gefahrgut-Lkw hat er eine kritische Überwärmung im Bereich der Abgasanlage festgestellt“, berichtet Häcker. Als die Feuerwehr bereits drei Minuten später erneut am Einsatzort auf dem Autobahnparkplatz Engelberg eingetroffen sei, habe die gemessene Temperatur tatsächlich bei knapp 700 Grad gelegen.

„Eine Passage des Engelbergtunnels konnte damit nicht gewährt werden“, berichtet Häcker. Ohne weiteres Eingreifen der Feuerwehr wurde der Gefahrgutzug von der Polizei von der Autobahn geleitet – und die Wehrleute konnten schließlich den Rückweg antreten.

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„Bei der 19. Alarmierung innerhalb von sechs Wochen ergaben sich aus der Thermografie damit erstmals wieder Konsequenzen für den gescannten Lastzug“, fasst Häcker zusammen. Seit die Ditzinger Feuerwehr im Sommer 2024 die Zuständigkeit für den Thermoscanner übernommen hat, musste sie rund 60 Mal dorthin ausrücken – und nur in außerordentlich wenigen Fällen tätig werden. Die Alarmflut verursacht bei den Helfern einige Sorgenfalten. Zurzeit spielen dabei auch die hohen Außentemperaturen eine Rolle.

Bis Mitte 2024 hatte der Scanner vor dem Südportal der Oströhre des Engelbergtunnels gestanden – in einer Anordnung mit zwei „Schleusen“, die es Lastwagen ermöglichte, ohne Alarm für die Feuerwehr abzukühlen und ihre Fahrt schließlich fortzusetzen. Dies sei laut Betreiberin, der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, am aktuellen Standort aus Platzgründen nicht möglich.

Thermoscanner: Grund ist die Gegenverkehrsregelung

Der Thermoscanner steht auf dem Autobahnparkplatz Engelberg und damit knapp einen Kilometer vor dem Nordportal des Engelbergtunnels an der A 81 in Fahrtrichtung Karlsruhe/München. Gefahrgut-Lkw werden mit niedriger Geschwindigkeit von der Autobahn zum Scanner geleitet. Wenn dieser ein überhitztes Bauteil erkennt, sendet er einen Alarm an die Feuerwehr.

Der Grund, weshalb die Anlage überhaupt errichtet wurde, ist die derzeitige Gegenverkehrsregelung in der Weströhre des Tunnels. Wenn die Sanierung des Engelbergtunnels abgeschlossen ist und der Verkehr wieder nur in eine Richtung pro Röhre rollt, soll der Thermoscanner abgebaut werden.