Am Schloss Ludwigsburg: Was tun bei Feuer oder Wasserschaden? Übung mit speziellem Notfallcontainer für Kulturgutschutz

Der vor allem durch ein Erbe finanzierter Container steht normalerweise bei der Feuerwehr Ludwigsburg.
Schlösser und Gärten- Notfallübung am Residenzschloss Ludwigsburg: Erstversorgung von Kulturgütern nach Schaden
- 16 Teilnehmende testeten den bei der Feuerwehr stationierten Notfallcontainer
- Fokus auf Aufbau, Ausstattung, Arbeitsabläufe – inkl. Nutzung für 3D-Objekte
- Stationen: Vorsortierung, analoge und digitale Doku, Nassreinigung, Verpackung
- Zitat: Der Container ist Werkzeug, dessen Wert Übung entfaltet – weitere Übungen geplant
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie lassen sich Kulturgüter nach einem Brand oder Wasserschaden schnell und sicher erstversorgen? Dieser Frage widmeten sich 16 Teilnehmende bei einer Notfallübung beim Residenzschloss in Ludwigsburg. Das teilt die Schlossverwaltung mit. Gemeinsam mit dem Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut des Landesarchivs erprobten Restauratorinnen und Restauratoren sowie Archivreferendare den Notfallcontainer für Kulturgutschutz. Im Mittelpunkt standen Aufbau, Ausstattung und Arbeitsabläufe – und die Frage, wie sich der vor allem für Archiv- und Bibliotheksgut ausgelegte Container auch für dreidimensionale Objekte nutzen lässt.
Der bei der Feuerwehr Ludwigsburg stationierte Notfallcontainer dient als mobile Arbeitsstation für die Erstversorgung geschädigter Kulturgüter. Betrieben durch die Württembergische Landesbibliothek und das Institut für Erhaltung, wurde der Container zu großen Teilen aus dem Nachlass von Robert Matzek finanziert. Im Schadensfall bringt die Feuerwehr den Container zum Einsatzort. Darin stehen Arbeitsplätze, Geräte und Materialien zur Verfügung. Benjamin Zech, Leiter des Instituts für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut, erklärt: „Ein Notfallcontainer ist kein Lager, sondern ein Werkzeug. Seinen Wert entfaltet er in den Händen derer, die den Umgang damit üben.“
Abläufe kennenlernen und proben
Die eintägige Übung begann mit einer theoretischen Einführung. Nach einer Sicherheitseinweisung wurde der Container gemeinsam betriebsbereit gemacht. An vier Stationen erprobten die Teilnehmenden die Vorsortierung geschädigter Objekte, ihre analoge und digitale Dokumentation, die Nassreinigung an der Spülstraße sowie die sachgerechte Verpackung und Weiterbehandlung.
Der Container ist vor allem auf Schriftgut, Bücher und Papier ausgerichtet. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG) als Schlossverwalter setzten daher eigens vorbereitete dreidimensionale Übungsobjekte verschiedener Materialität ein. Damit wurde geprüft, welche Abläufe sich auf Möbel, Skulpturen, gefasste Objekte und andere historische Ausstattungsstücke übertragen lassen und welche zusätzlichen Materialien und Verfahren benötigt werden.

Dank der Materialien in dem Container können Bücher schnell verpackt werden.
Schlösser und GärtenAnnemie Danz, Referatsleiterin Restauratorische Aufgaben bei den SSG, betont: „Für unsere Monumente müssen wir die Strukturen des Kulturgutschutzes auf die besonderen Anforderungen historischer Ausstattungen übertragen. Die Übung zeigt konkret, was der Container leisten kann und wo wir für dreidimensionale Objekte zusätzliche Lösungen entwickeln müssen.“ Die gemeinsame Übung soll wiederholt und weiterentwickelt werden.

