Anwohner entlasten
: Parken rund ums Blüba kostet auch an Feiertagen

Um Anwohner zu entlasten und die städtischen Finanzen zu stabilisieren, kommen auf Ludwigsburger Neuerungen beim Parken zu.
Von
Anna-Sophie Kächele und Sabine Armbruster
Ludwigsburg
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Nicht nur in der Mömpelgardstraße werden künftig auch am Wochenende Parkgebühren fällig.

Werner Kuhnle

Zum 1. März steigen die Parkgebühren in Ludwigsburg. Theoretisch zumindest. Denn zunächst müssen die Parkautomaten in der Stadt umgestellt werden, was voraussichtlich bis zum 20. März geschehen sein wird.

Die Stadt möchte so eine bessere Steuerung des Parksuchverkehrs erreichen, die Nutzung von Parkhäusern fördern und natürlich, räumt Bürgermeister Sebastian Mannl ein, sei die Erhöhung der Parkgebühren auch „eine notwendige Maßnahme, um die Finanzen der Stadt zu stabilisieren“.

Parken rund ums Blüba kostet auch an Sonn- und Feiertagen

Zuzüglich zu den gestiegenen Parkkosten wird rund um das Blühende Barock die Zahlungspflicht auf Sonn- und Feiertage ausgeweitet. Der Bereich reicht von der Fasanen- und Mömpelgardstraße im Westen bis zur Ost- und Neckarstraße im Osten, von der Friedrichstraße im Süden bis zur Marbacher Straße im Norden.

Darüber hinaus will die Stadtverwaltung im gesamten Stadtgebiet – soweit rechtlich möglich und inhaltlich sinnvoll – Parkraumbewirtschaftung und Bewohnerparken einführen. Das stellte sie am Donnerstagabend Mitgliedern des Mobilitätsausschusses vor. „Es geht nicht darum, alles teurer zu machen, sondern um ein geordnetes Parken“, sagt Matthias Knobloch, Fachbereichsleiter Nachhaltige Mobilität. Die Forderung danach komme regelmäßig in Stadtteilausschüssen auf. Das Quartier Bismarckstraße, Fuchshof/Stadionquartier und Grünbühl/Sonnenberg sind bereits in der Bearbeitung und werden voraussichtlich 2026 umgesetzt.

Für Bewirtschaftung bräuchte es ein externes Gutachten

Mit der StVO-Novelle von Oktober 2024 können künftig auch Bereiche bewirtschaftet werden, in denen Parkraummangel droht statt bisher schon nachgewiesen ist. Die Voraussetzung: Für ein gesamtstädtisches Parkraumkonzept braucht es ein externes Gutachten. Nach Abzug einer 75-prozentigen Förderung des Landes würde die Stadt aktuell für rund 200 000 Euro der Kosten aufkommen müssen. Auf Grundlage des Untersuchung könne man die Bewirtschaftung dann nach und nach einführen, so Christoph Beil, stellvertretender Fachbereichsleiter Nachhaltige Mobilität. Weitere Ziele seien das Abschaffen ungenutzter Ticketautomaten und die maximale Digitalisierung bei Kontrollen.

Parken in Ludwigsburg – ein Dauerbrenner.

Foto: Simon Granville

Aktuell würden sich nicht beziffern lassen, was die Stadt durch die Bewirtschaftung einnehmen würde. Dass es deutlich mehr wäre als bisher, sei aber unzweifelhaft, sagt Beil. Stadträte aller Parteien äußerten sich dem Vorhaben gegenüber kritisch. Hauptpunkte waren dabei, dass dem kommunalen Ordnungsdienst schon jetzt Personal für die notwendigen Kontrollen fehle und es in manchen Gebieten keinen Parkdruck gebe. „Wir hätten jetzt einmal die Möglichkeit, das gesamte Stadtgebiet mit der Förderung untersuchen zu lassen“, sagt Bürgermeister Sebastian Mannl. Es sei ein bisschen nach dem Rasenmäher-Prinzip, gibt er zu, „aber das ist Pragmatismus“. Stadträte und Stadtverwaltung einigten sich schlussendlich darauf, in einem Workshop Stadtgebiete zu bestimmen, für die das Gutachten aufgesetzt wird.

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