Bahnhof Kornwestheim
: Geplanter Riesenbau – Bahn reagiert auf Kritik aus dem Rathaus

Nachdem die Stadt Kritik an den Plänen der Bahn für ein neues Gebäude am Kornwestheimer Bahnhof geäußert hat, reagiert nun der Konzern. Hoffnung auf ein Entgegenkommen macht das nicht.
Von
Frank Ruppert
Ludwigsburg
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An dieser freien Fläche am Kornwestheimer Personenbahnhof soll ein 23 Meter hohes Gebäude entstehen.

Werner Waldner

Selbst in der Eisenbahnstadt Kornwestheim, mit ihrem Umschlagbahnhof ein Zentrum des Güterverkehrs in Süddeutschland, scheint die Beziehung zwischen Kommune und Staatskonzern nicht sehr eng zu sein. Auf Kritik der Verwaltungsspitze an einem geplanten Riesenbau mit 23 Metern Höhe am Kornwestheimer Bahnhof reagiert die Bahn kühl.

Das geplante Gebäude sei Teil der deutschlandweiten Betriebssteuerungsstrategie der DB InfraGO, teilt ein Bahn-Sprecher mit. Bei der DB InfraGO handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, das für Infrastruktur verantwortlich ist.

Der neue Bau unterliege standardisierten Vorgaben sowie sicherheitsrelevanten Anforderungen, die, weil sie zur kritischen Infrastruktur gehörten, zwingend einzuhalten seien. „Eine enge Beteiligung von Kommunen ist deshalb grundsätzlich nicht möglich; das ist auch der Stadt Kornwestheim frühzeitig mitgeteilt worden“, so der Bahn-Sprecher weiter.

Das neue Gebäude der Bahn soll die gleiche Höhe haben wie das Salamander-Areal gegenüber.

Foto: Werner Kuhnle

Trotzdem habe es mehrere Termine und Gespräche mit Vertretern der Stadt Kornwestheim gegeben. Dazu sollen eine Projektvorstellung Ende 2023 sowie ein Vor-Ort-Termin 2024 gehört haben. Dass ein Austausch möglich war, hatte die Stadt nicht geleugnet, lediglich, dass auf städtische Hinweise und Wünsche überhaupt nicht eingegangen worden sei.

Von einem vom Ersten Bürgermeister Daniel Güthler ins Spiel gebrachten möglichen Grundstückstausch, sei der Bahn nichts bekannt, sagt der Unternehmenssprecher auf Anfrage dieser Zeitung. Die Stadtverwaltung hatte einen Tausch mit einem ihrer Grundstücke ins Spiel gebracht, um den laut Güthler „Klotz“ gegenüber dem Salamander-Areal zu verhindern.

Das Problem der Stadt ist, dass das geplante 23 Meter hohe Gebäude zwischen Gleisen und Eastleighstraße nicht in die städtebauliche Vorstellung der Kommune passt. Seit mehreren Jahren hat die Stadt in bislang nicht öffentlichen Gesprächen mit der Bahn versucht, die Pläne zu verhindern oder abzumildern, aber ohne Erfolg.

Nun blieb der Stadt nichts weiter übrig, als eine Stellungnahme im Rahmen des Verfahrens zum Bau des Gebäudes abzugeben, verhindern kann sie den Bau nicht. Das Eisenbahnbundesamt entscheidet, ob die Bahn so bauen darf, wie sie will. Ein Zeitplan für den Bau gibt es laut Bahnsprecher derzeit noch nicht. Der befinde sich „in Abstimmung“.

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