Blühendes Barock Ludwigsburg: Märchenhafte Wettbewerbe locken Besucher an
„Rapunzel, lass dein Haar herunter“, ruft die Mutter mit lässig zu einem Pferdeschwanz zusammen gebundenen Haaren. „Du musst das etwas lauter machen“, fordert ihr Sohn sie mit den Augen zwinkernd auf. Die Brünette formt die Hände zu einem Trichter und ruft noch einmal hinauf. Tatsächlich, plötzlich senkt sich der bekannte, hellblonde geflochtene Zopf über die Turmmauer herab, so wie es schon Generationen erlebt haben. Als die Haarpracht jedoch, wie immer, auf halbem Weg stoppt, sagt die Mutter schmunzelnd: „In den letzten 30 Jahren sind die Haare aber auch nicht gewachsen.“
Nachwuchs-Rapunzel-Wettbewerb im Märchengarten
Nur weniger Meter weiter, unterhalb der Emichsburg im Märchengarten des Blühenden Barock, versammelten sich am Wochenende derweil etliche Nachwuchs-Rapunzel zum Wettbewerb unter dem Motto: „Wer hat das längste Haar?“ Diese Frage beschäftigte am Wochenende im Rahmen des Märchenfestes nämlich so einige – größtenteils weibliche – Besucher. Nachdem Petra Herrling, Chefin des Blühenden Barock, höchst persönlich das Märchen vorgetragen hatte, wollte natürlich keines der Mädchen mehr lange warten. Aufgeregt tänzelten die Mädchen von einem Bein auf das andere und drehten ihre Zöpfe durch die Finger. Alea, Clara, Hannah, Mira und noch viele mehr traten nacheinander nach vorne. Allesamt ließen sie sich mit Spannung von Mister Singh das Maßband an den Haaren anlegen. Und jener Mister Singh – seinerseits mit unechtem weiß-lila geflochtenem Zopf – nahm seinen Job ganz genau. Kein Zentimeter sollte falsch vermessen werden, deshalb musste zum Beispiel Olivia auch noch einmal zu Oma Ursula zum Haare flechten zurück. Denn ohne Zopf keine Maßgarantie.
Der Rapunzel-Wettbewerb war jedoch nicht das einzige Highlight am Wochenende im Blüba. Für den Jungen gab es den Froschkönig-Wettbewerb. Und während das gerade einmal dreimonatige Turmfalken-Mädchen Tilly und der dreijährige Gerfalke Bey unter der Leitung von Falkner Tom die Federn und Flügel den staunenden Gästen zeigten, wuchteten bei der nächsten Station Max und Lisa die bereitgestellten kleinen Schubkarren mit den roten Sandsäcken durch den Parcours.

Erinnerungsfotos für das Familienalbum sind beim Märchenfest im Blühenden Barock auch entstanden.
/Simon GranvilleHüpfen wie ein Frosch beim Märchenfest im Blühenden Barock
Ohne Rücksicht auf Verluste bretterten die zwei um die Hütchen herum. Letztendlich überkreuzte Lisa als erste die Ziellinie und stellte zufrieden die Schubkarre ab. Weniger kämpferisch, aber ähnlich athletisch war es augenscheinlich bei der Froschhüpf-Aktion. Hier mussten die jungen Besucherinnen und Besucher die kleinen weißen Hürden zunächst mit Froschsprüngen hinter sich lassen, bevor sie die goldene Kugel mit übergroßen Stäben aus einem Pool fischen und in dem nahe gelegenen Brunnen versenken durften. Doch natürlich hüpften nicht alle in Froschmanier über die Hindernisse. Nele sprang mal seitwärts, mal auf allen vieren und dann auf einem Bein durch den Parcours. Mareike spielte beim Anblick der Sprunghindernisse lieber Pferd und Ben brauste wie ein Rennauto herum. Den Ball nahm der Junge schließlich mit den Händen und ließ ihn über die Stäbe in den Brunnen rollen. Letztendlich war es egal, wie die Station gemeistert wurde: Hauptsache, die Kids hatten Spaß.
Schließlich gab es am Ende sowieso für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer eine Medaille und viele andere kleine Gewinne bei den Mitmachaktionen des Märchenfests. Spaßig war es beim Märchenfest im Blühenden Barock trotz mehrfach einsetzendem leichten Regen für alle.





