Ditzingen
: Elektroautos boomen – Wie die Spritpreise die Menschen zum Umdenken bewegen

Die Ditzinger Mobilitätsmesse trotzt widrigen Bedingungen. Doch Aussteller und Besucher zeigen: Das Interesse an alternativen Wegen ist groß.
Von
Ralf Recklies
Ludwigsburg
Jetzt in der App anhören
  • Was gibt’s Neues in Sachen Mobilität? Die Ditzinger Messe informiert.

    Ralf Recklies
  • Nachdem die Zahl der Besucher der Messe „Ditzingen Mobil“ am Samstag sehr verhalten gewesen war, war der Zuspruch am Sonntag recht ordentlich.

    Ralf Recklies
  • Die Stadtwerke zeigten anhand von Karten auf, wo es in Ditzingen bereits überall Ladestationen für E-Fahrzeuge gibt.

    Ralf Recklies
  • Die Besucher schauten sich die neuesten Modelle verschiedener Firmen an.

    Ralf Recklies
  • Autos in jeder Preisklasse.

    Ralf Recklies
  • Auch viele Senioren denken über einen Umstieg auf ein E-Auto nach.

    Ralf Recklies
  • Einige hartgesottene Besucherinnen und Besucher nutzten die Möglichkeit, open air einige Leckereien zu genießen.

    Ralf Recklies
  • Fahrräder, die in Calw hergetsellte werden, wurden bei Schwarzwaldbike vorgestellt. Bisher finden sich viele Verkaufsstellen der regionale produzierten Räder in Autohäusern.

    Ralf Recklies
  • Am Stand von Rad Kultur, einer Initiative des Verkehrsministerium im Land, wurden Räder durchgechekt und kleine Reparaturen vorgenommen.

    Ralf Recklies
  • Ist das Bike noch sicher?

    Ralf Recklies
  • Bei der Fahrradbörse am Samstag wurden mehr als 70 gebrauchte Fahrräder angeboten - rund die Hälfte fand neue Besitzer.

    Ralf Recklies
  • Die musikalischen Darbietungen wie von „Before June“ hätten mehr Zuhörer verdient gehabt.

    Ralf Recklies
  • Im Ditzinger Rathaus gab es Fachvorträge, unter anderem von Michael Fink der Stadtwerke Ditzingen zum Thema E-Mobilität

    Ralf Recklies
  • Auto oder Fahrrad? Es gibt noch etliche weitere Möglichkeiten, sich fortzubewegen.

    Ralf Recklies
  • Am Samstag spielte das Wetter ganz und gar nicht mit.

    Ralf Recklies
  • Trotzdem sind auch am ersten Tag ein paar Leute gekommen – gut beschirmt.

    Ralf Recklies
  • Auf die Spuren von Pettersson und Findus begaben sich trotz Regen und Kälte einige Kinder bei Puppentheateraufführungen am Samstag.

    Ralf Recklies
1 / 17

Auch wenn vielen Ausstellern und Besuchern am Wochenende bei der 25. Messe „Ditzingen Mobil“ die Kälte unter die Jacken und Mäntel gekrochen ist: Am Ende der zweitägigen Veranstaltung war nicht nur Organisator Joachim Degl von Leo aktiv mit dem Verlauf zufrieden. Auch das Gros der beteiligten Unternehmen und Organisationen zog eine positive Bilanz und will bei der nächsten Auflage im Jahr 2027 wieder mit dabei sein.

Nachdem die 25. Auflage der im Jahr 2000 erstmals organisierten Mobilitätsmesse, die ursprünglich vor allem das Thema Radfahren im Blick hatte, am Samstag recht gut gestartet war, so herrschte insbesondere am Nachmittag des ersten Messetages bei einigen Akteuren etwas Ernüchterung. Aufgrund von Regen, Wind und anhaltender Kälte war die Zahl der Besucher mehr als überschaubar. Und nicht wenige der Aussteller hätten ihre Präsenz auf der Mobilitätsmesse gerne mit der heimischen Couch getauscht, das die Nässe und Kühle die gute Laune etwas trübte. Die meisten Aussteller hielten trotzdem durch und setzten auf den Sonntag, an dem die Besucher dann auch in weitaus größerer Zahl als am Vortag strömten.

Dass Fahrräder nicht nur zum Fahren, sondern auch für Transporte gut eingesetzt werden können, zeigte der ADFC Ditzingen.

Foto: Ralf Recklies

Joachim Stickel, der mit Joes E-Mobile erstmals an der Mobilitätsmesse teilgenommen hat, war am Sonntag über die vielen guten Gespräche erfreut. Mit seiner noch jungen Rutesheimer Firma hat der Inhaber Joachim Stickel zwei Zielgruppen im Blick. Senioren, die sich ihre Mobilität erhalten wollen sowie junge Menschen, die noch keinen Autoführerschein haben, sich aber elektrisch fortbewegen wollen. Durch die Anschaffung zweier Elektromobil für seine Eltern war Stickel auf die Idee gekommen, sich dem Thema Elektromobilität mit alternativen Gefährten anzunehmen. „Aber wir müssen erst bekannt werden“, sagt Stickel. Der Start sei zwar gut gelungen, nun gelte es die Verkaufszahlen aber zu steigern. Das Interesse an Fahrzeugen mit Elektromotor sei auf jeden Fall gegeben, so Stickel.

Das sieht auch Martin Schlitter, Teamleiter Neuwagenverkauf bei Volkswagen Automobile so. Das Interesse an E-Fahrzeugen nehme zu. Nicht zuletzt die stark gestiegenen Spritpreise würden selbst manchen Skeptiker nun auf die Schiene der E-Mobilität bringen. In Ditzingen präsentierte Volkswagen Automobile Stuttgart sowohl E-Fahrzeuge von Seat, Cupra und VW als auch Fahrzeuge mit hybridem Antrieb oder Verbrenner.

Am Sonntag waren deutlich mehr Besucher gekommen.

Foto: Ralf Recklies

Felix Neugebauer von von Kia ATH Leonberg hatte mit seinem Team 16 Modelle dabei – davon die Hälfte rein elektrisch, „und diese sind sehr gut nachgefragt“, so Neugebauer. Gerade im Segment der Kleinwagen und Vans sei man mit den Modellen EV2 und PV5 sehr gut aufgestellt.

Für alle Freunde des Radfahrens gab es am Samstag eine Fahrradbörse, organisiert vom 1. Karnevalsverein Leonberg. Deren erster Vorsitzender Thomas Kohn war mit dem Verlauf insgesamt recht zufrieden. Neben rund die Hälfte der 70 bis 80 angebotenen Räder hätten neue Besitzer gefunden, die von den Verkäufern entrichteten Gebühren für die Abwicklung sowie zehn Prozent des Verkaufserlöses als Gebühr kämen dem Verein für die Finanzierung von Gardeuniformen und Masken zugute.

ADFC zeigt: Lastenräder sind sehr gefragt

Dass Fahrräder nicht nur zum Fahren, sondern auch für Transporte gut eingesetzt werden können, zeigte der ADFC Ditzingen an seinem Stand am Sonntag, als Räder mit Lastenanhängern präsentiert wurden. Mit von der Partie auch Jonathan Popp und Stefan Bauer aus Stuttgart, die seit geraumer Zeit Fahrradanhänger per Upcycling anbieten und deren Hänger auf großes Interesse stießen. „Wir haben schon mehrere Anhänger verkauft“, freute sich Bauer, der die Umbauten vor allem aus Freude realisiert und die Hänger zum Selbstkostenpreis anbietet.

Ganz kostenlos war das Angebot am benachbarten Radkultur-Stand, an dem Räder durchgecheckt und kleinere Reparaturen durchgeführt wurden. Kostenlos waren auch die Erstberatungen am Stand der Fahrschule Kraft und Schlatterer aus Hirschlanden, die erstmals an der Messe beteiligt war. Es habe am Sonntag viele gute Gespräche gegeben, so Patricia Schlatterer. Am Vortag habe man den Stand mangels Besucher etwas früher geschlossen. „Aber da sich das Wetter geändert hat, hat sich die Teilnahme für uns sicher gelohnt“, ist Patricia Schlatterer überzeugt.

StZ Kreis Ludwigsburg
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Ludwigsburg und dem Kreis im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.